Bücherschau der Woche
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Mit 89 Beiträgen zu 117 Traktaten. Mit einem Vorwort von Bernd Evers und einer Einführung von Christof Thoenes. Der vorliegende Band präsentiert eine umfangreiche, illustrierte Geschichte der Architekturtheorie von der Renaissance bis zur Gegenwart. In über 850 Abbildungen werden die bedeutendsten Architekturtheoretiker und Baumeister (von Alberti bis Koolhaas) chronologisch - und aufgeteilt nach Ländern - nachgewiesen.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.10.2004
Diese Theorie ist nicht grau, staunt der Rezensent Roman Hollenstein erst einmal. Denn die 117 hier gesammelten Texte sind üppig illustriert durch Architekturbeispiele aus vielen Jahrhunderten. In gewisser Weise sei dieser Band denn auch als Illustration der sehr textlastigen, von Hanno-Walter Kruft 1985 veröffentlichten "Geschichte der Architekturtheorie" zu begreifen. Die nun zusammengestellten Originaltexte reichen von "Alberti über Claude Perrault und Marc-Antoine Laugier bis Aldo Rossi und Rem Koolhaas", von der frühen Renaissance bis zur unmittelbaren Gegenwart. "Vorbildlich", weil kurz und präzise, findet der Rezensent die Einführung von Christof Thoenes und den Band als ganzen lobt er als "handliche Bibliothek" mit beträchtlichem Nutzwert.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 09.10.2003
Die deutsche Architekturlandschaft, weiß Hanno Rauterberg, war lange Jahre eine "Theoriewüste", in der Reflexionen und Utopien wenig Nahrung hatten - Nachwirkungen von vorangegangenen Jahrzehnten voller Manifeste, Traktate und architektonischer Sündenfälle. Jetzt aber gebe es Anzeichen für den "Wiedereinzug des Denkens in die Architektur", zumindest sind in kürzester Zeit gleich mehrere Bücher mit theoretischen Grundlagen erschienen. Dieses Buch allerdings hat Rauterberg als Mogelpackung entlarvt und führt es als Beleg für den "Analphabetismus" hiesiger Architektur ins Feld. Es werde zwar von einem "konzisen" Aufsatz zur Theorie der Baukunst eingeleitet, bestehe darüber hinaus aber lediglich aus Skizzen, Fotos und Entwürfen - im Einzelnen schön und gut, als theoretische Grundlage absolut ungenügend, findet Rauterberg. Wie ein Bastelset ohne Anleitung.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2003
Der Taschen-Verlag habe sich, lobt Christine Tauber, hier "für ein verdienstvolles verlegerisches Unternehmen gewinnen lassen, das seinen sonstigen Popularitäts- und Popularisierungstendenzen eher zuwiderläuft". Nämlich für eine, wie es im Vorwort heißt, "Art Bildatlas zur Architekturtheorie" von der Renaissance bis zur Gegenwart. Ein "kluger Schachzug" der Initiatoren des Bandes war es für die Rezensentin zudem, Christof Thoenes als Autor für den "konzis-knappen Einleitungstext" zu gewinnen. Thoenes benenne dort nämlich, "in seiner gewohnt pointierten Art", Orientierungshilfen und Blickwinkel, die dem Leser helfen würden, die Vielfalt der vorgestellten Deutungsansätze von Architekten und Architekturtheoretikern zu erschließen. Als "herausragend kenntnisreich und gut geschrieben" hebt die Rezensentin außerdem die "Frankreich-Abteilung" von Christian Freigang sowie den "England-Teil" von Carsten Ruhl hervor. Zu monieren habe sie also, schreibt die Rezensentin, nur Kleinigkeiten wie etwa den Umstand, dass die Auswahl des präsentierten Fundus "an keiner Stelle näher begründet" würde - was aber tatsächlich nicht so schlimm scheint, wenn die Auswahl für die Rezensentin davon abgesehen doch "wenig zu wünschen übriglässt".
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.05.2003
Ein Buch für den "bildersüchtigen Architekten", der zwar gerne in einem Buch blättert, aber weniger gerne darin liest, meint Ulf Jonak. Dennoch hält er diesen Bilderatlas zur Architekturtheorie für ziemlich aussagekräftig: ohne dass man die dazugehörigen Texte eines Ruskin, Alberti oder Koolhaas kennt, vermitteln die Abbildungen essentielle Dinge über die Bauwerke oder Planungen, lobt der Rezensent. Der Band borde geradezu über von Abbildungen, viele stammten aus entlegen und schwer zugänglichen Zeitschriften der vergangenen Jahrhunderte. Einzig bedauerlich sei eben bloß, dass die Herausgeber auf den Abdruck von Originaltexten verzichtet hätten. Stattdessen haben sie die Abbildungen mit einem eigenen Kommentar versehen, was Jonak zu der Bemerkung veranlasst, der Band erzeuge damit jene Stimmung von Intellektualität, der man sich bequem hingeben könne. Sie zolle allerdings mehr dem Wissenskonsum Tribut als dem Fakt, dass Denken eben Arbeit sei.
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