Bücherschau der Woche
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Klappentext
Mit Essays von Werner Dahlheim und Uwe Walter. Überarbeitete Neuausgabe. Ronald Syme beschreibt den blutigen Kampf um die Macht, den die herrschende Oligarchie im Rom der Jahre 60 v. Chr. bis 14. n. Chr. führt. An seinem Ende stand die Machtergreifung des Augustus und der Untergang der Republik. In der Not der Bürgerkriege wandelt sich das römische Staatswesen von einer Republik zu einer Monarchie. Syme untersucht den Einfluß der großen römischen Politiker - Caesar, Pompeius, Antonius und Augustus - auf den Ablauf der Geschehnisse. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen seiner eigenen Zeit mit Faschismus und totalitären Ideologien behandelt der Historiker die Vorgänge in Rom, die zur Entmachtung des freiheitlich gesinnten römischen Adels führten. Wie an einem Modell demonstriert er römische Geschichte, das Spiel der Kräfte, die sie bestimmten und formten. So wird in einmaliger Klarheit die Grundstruktur des Historischen, das Politische als Ausdruck menschlichen Denkens und Handelns, sichtbar.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2003
Das Römische Reich war im ersten vorchristlichen Jahrhundert in einer schweren inneren Krise. Nach jahrelangen Bürgerkriegen setzte sich Augustus schließlich an die Spitze des römischen Staates, beendete damit die römische Republik und schuf die Grundlage für die zwei Jahrhunderte währende "Pax Romana", den römischen Frieden. Das vorliegende Buch, schreibt Rezensent Urs Haffner, beleuchtet diese Zeit der Irrungen und Wirrungen und gilt als eines der beliebtesten zur römischen Geschichte. Obschon 1939 erstmals erschienen, liegt es erst jetzt in einervollständig übersetzten deutschen Ausgabe vor. Mit seinem "narrativen, ironischen Stil" sucht der Autor ausdrücklich die Nähe zur Literatur - Haffner scheint das überaus lesenswert gefunden zu haben. Syme lehne sich eng an die römischen Geschichtsschreiber an, was dazu führe, dass er den unheilvollen Lauf der Dinge kommentiere, als ob er selbst dabei gewesen wäre. Dabei urteile er schonungslos über den meist mangelhaften Charakter seiner Protagonisten: "Diese römische Geschichte ist keine, die von kaiserlicher Größe und hehrem Mannestum handelt. Hier verleiten Ruhm- und Rachsucht zu üblen Taten und Ränkespielen", erkennt unser faszinierter Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2003
Werner Eck feiert diese "grundlegend revidierte und erstmals in jeder Hinsicht vollständige" deutsche Ausgabe der "Römischen Revolution" zum hundertsten Geburtstag von "Sir Ronald Syme" als eine "wahrlich historische Ausgabe". Die Herausgeber hätten sich "erfolgreich bemüht", die "zahlreichen Unvollkommenheiten" der ersten Übersetzung dieses "in einem sehr bewussten persönlichen Stil kunstvoll" geschriebenen Buches aufzuspüren, "Falsches richtig zu stellen" und "Schiefheiten durch zutreffende Ausdrucksweisen zu ersetzen". Zu Recht werde außerdem im abschließenden Essay von Uwe Walter der Vergleich zu Mommsens "Römischer Geschichte" gezogen. Nun werde deutlich, dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte Roms, die in diesem Buch geführt werde, nicht zuletzt geprägt sei durch eine "tiefgreifende Einsicht in die politischen und gesellschaftlichen Systeme des Europas der dreißiger Jahre." Das entworfene Bild Roms scheint geradezu als Allegorie auf die zeitgenössische Atmosphäre, es erschien erstmals 1939, lesbar zu sein; auf also, wie Eck es zusammenfasst, die zeitgenössischen "Kämpfe der Machthaber" und den "Triumph des skrupellosesten unter ihnen". Der Rezensent wünscht dem Buch abschließend "eine zahlreiche Leserschaft".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.03.2003
Als einen der "größten Althistoriker des 20. Jahrhunderts" würdigt Rezensent Stefan Rebenich den "neuseeländischen Tacitus" Ronald Syme, dessen erstmals 1939 erschienenes Werk "Die Römische Revolution" nun in einer "mustergültige Neuausgabe" vorliegt. Wie Rebenich ausführt, untersucht Syme darin den Aufstieg der Eliten aus den Städten Italiens in den Kreis der imperialen Aristokratie, wobei die politischen, gesellschaftlichen und ideologischen Grundlagen der Ordnung, die Augustus errichtete, im Mittelpunkt stehen. Eingehend klärt Rebenich die Vorzüge von Symes Werk: die Orientierung an Tacitus, die Überzeugung, Geschichte "sina ira et studio" zu schreiben, seine literarische Brillanz sowie seine Abneigung gegen die graue Theorie und seine Vorliebe, Geschichte vornehmlich als Personengeschichte zu verstehen. Diese Qualitäten machen "Die Römische Revolution" für Rebenich nicht nur zu einem "klassischen Werk der Altertumswissenschaft", sondern auch zu einem "Klassiker der Historiographie". Die vorliegende Ausgabe basiert nach seinen Angaben auf einer "gründlichen Revision" der deutschen Übertragung von 1957. Zu seiner Freude wurde für die Neuausgabe Werner Dahlheims "glänzende Würdigung des Werkes" aus der Taschenbuchausgabe von 1992 übernommen und um einen "brillanten Essay" von Uwe Walther über die "Römische Revolution und die Sprache des Historikers" erweitert.
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