Aus dem Inhalt: Vorwort - Was ist Musik? - Was ist Musikgeschichte? - Die ästhetische Gegenwart der alten Musik - Die Schriftlichkeit der Musik und ihre Folgen - Die modernen Musiker des 14. Jahrhunderts - Johannes Tinctoris und der Beginn der Neuzeit - Die Messe als Kunstwerk - Kontrapunkt und Textausdruck - Der Streit um die italienische und die französische Oper um 1700 - Zwischen Schütz und Bach: Theaterstil und Kirchenmusik - Scheibes Kritik an Bach und das Ende des Barock - Händel in London - Instrumentalmusik als Klangrede - Opernreform und Publizistik in Paris - Galanter und gelehrter Stil: Der kompositionsgeschichtliche Wandel im 18. Jahrhundert - Absolute Musik - Virtuose und poetische Klaviermusik - Deutsches Bildungsbürgertum und italiensche Oper - Konservativ gegen Neudeutsch, oder: Was heißt 'außermusikalisch'? - 'Wagnerianer' und 'Brahminen' - Tschaikowsky und das 'mächtige Häuflein' - Debussy und das 'Französische' in der Musik - Schönberg und Strawnsky: Zwei Wege der neuen Musik - Analyse statt Ästhetik - Wider das bürgerliche Konzertwesen - Zur Politik der unpolitischen Musik - Werktreue und Texttreue in der musikalischen Interpretation - Was ist musikalischer Fortschritt? Die Diskussion in den sozialistischen Ländern - Bekehrung, Verrat, Entwicklung? Strwinskys Wendung zur Zwölftonmusik - Boulez und Cage: Musik in der Sackgasse? - Zeittafel zur europäischen Musikgeschichte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.03.2003
Einen "Flickenteppich" nennt der Rezensent Christian Wildhagen dieses Buch. Der in Titel, Klappentext und Vorwort erhobene Anspruch, eine Enzyklopädie und eine "systematische Darstellung von Basiswissen" zu liefern, sei jedenfalls verfehlt worden. Es handele sich vielmehr um eine "Reihung von Einzelstudien". Hinsichtlich des von diesen Behandelten bemängelt der Rezensent darüber hinaus ein Reihe "falscher Gewichtungen". Man finde Spezialthemen, die "gesamte Spätromantik" dagegen werde "allenfalls am Rande" erwähnt. Manche nationalen Strömungen würden gleich mehrfach bedacht, andere dagegen vermisse man ganz. Sehe man von seinem eigentlichen Anspruch ab, so konzediert Wildhagen dann allerdings, bleibe dieses Buch immerhin noch eine "durchaus lesenswerte Sammlung von Aufsätzen zu musikalischen, historischen und ästhetischen Fragen". Wenn das Buch dann auch noch so angekündigt worden wäre, schreibt der Rezensent, würde dann auch sein letzter Kritikpunkt vielleicht nicht mehr so schwer wiegen - dass nämlich einige Beiträge zudem einen "etwas ideologischen Eindruck" machen würden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.03.2003
Die von Ludwig Finscher und anderen herausgegebene zweibändige "Europäische Musikgeschichte", die den Zeitraum von Guido von Arezzo bis Pierre Boulez umfasst, hat den sewe zeichnende Rezensent im großen und ganzen überzeugt. Dass die Texte des Bandes auch dem Laien verständlich sind, liegt nach Auskunft des Rezensenten daran, dass sie ursprünglich für das 1987/88 ausgestrahlte "Funkkolleg Musikgeschichte" verfasst wurden. Wie der Rezensent ausführt, setzen die Beiträge an den Umbrüchen der Musikgeschichte an, wobei etliche Klischees wie die grobe Überschätzung der Gluckschen Reformen widerlegt werden. Auch die zahlreichen musikalischen und musiktheoretischen Quellen machen die "Europäische Musikgeschichte" nach Ansicht des Rezensenten zu einem "gewinnbringenden Kompendium". Allerdings merkt man den Texten nach Einschätzung des Rezensenten an, dass sie ein wenig in die Jahre gekommen sind. Insbesondere das Fehlen der methodischen Diskussionen, die in der Zwischenzeit geführt wurden, empfindet er diesbezüglich als Manko. Bedauerlich findet er zudem, dass mit "Musikgeschichte" allein der Kanon gemeint ist, den das Gros der deutschen Musikhistoriker in den achtziger Jahren als untersuchungswürdig ansah (und der bis heute nur zögernd erweitert wird). "Jazz, Rock, Pop, Filmmusik, Operette, Schlager und die vielfältige europäische Volksmusik", so der leicht enttäuschte Rezensent resümierend, "gehörten nicht dazu."
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