La republique clandestine (1840-1856). Les chansons de Charles Gille. Edition critique. Mit 1 Frontispiz und 9 schwarz-weißen Abbildungen. Es handelt sich um die Erstedition der Gedichte des französischen Dichters der Arbeiterbewegung, Charles-Eugene Gille (1820-1856). Bisher war dieser Chansonnier, Dichter und Gründer einer proletarischen Singgesellschaft nur einigen Fachleuten bekannt. Sie sahen in ihm ausschließlich den Chansonnier engage, das Sprachrohr der frühen Arbeiterbewegung und des Republikanismus der 1840er Jahre bis zu seinem Tod. Gille gehört zu den verbotenen und am wirkungsvollsten verfolgten Dichtern des 19. Jahrhunderts, von dem nur wenige Texte in Gestalt von Flugblatt- oder in Sammeldrucken erschienen (u.a. La Polonoise, Ma Marguerite, Le drapeau de la liberte, les mineurs d?Utzel, Le cri des francais, Ventose, La cloche felee). Die Entdeckung eines vollständigen und eines partiellen Autographs erlaubt es, nunmehr das Gesamtwerk Gilles von 163 Chansons und Gedichten in einer kritischen Ausgabe vorzulegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.02.2003
Rezensent Rudolf Walther zieht tief seinen Hut vor dem in Saarbrücken lehrenden Musikwissenschaftler Herbert Schneider. Nicht nur wegen der von ihm als "verdienstvoll" gelobten Kritischen Edition mit 163 Chanson von Charles-Eugene Gille, "eines der ersten französischen Arbeiter-Poeten" überhaupt, sondern auch vor dieser Entdeckungsleistung selbst. Dem Rezensenten zufolge handelt es sich bei diesen, zwischen 1840 und 1956 entstandenen Chansons um "die frühesten Zeugnisse eigenständiger Arbeiterkunst". Kurz und mit einiger Bewegung skizziert der Rezensent Gilles Biografie, der während der 1848er Revolution verhaftet worden war und sich 1856 schließlich in seiner Pariser Wohnung erhängte. Als thematisches Zentrum, um das sich die Chansons gruppieren, bezeichnet Walther "die Ansprüche des Volkes auf Freiheit und Gerechtigkeit". Doch die Lieder hätten nicht allein der politischen Aufklärung und der Unterhaltung, sondern auch der Bildung gedient, die Gille als Voraussetzung für die Befreiung aus den mentalen Zwängen von Staat und Kirche gegolten habe. Als Nachweis seiner poetischen Eindringlichkeit zitiert der Rezensent auch ein Lied über Beethoven, das ihn besonders durch seine Schlichtheit beeindruckt hat.
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