Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Johann Wilhelm Ludwig Gleim
Johann Wilhelm Ludwig Gleim: Ausgewählte Werke
Klappentext
Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803) gehört zu den bedeutenden Autoren der sogenannten Vorklassik. Vor allem mit seinen anakreontischen Gedichten hat er einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der deutschen Lyrik geleistet, aber auch durch seine Fabeln und Romanzen, seine Sinngedichte und besonders seine Kriegslieder eines preußischen Grenadiers hat er anregend auf die Literatur seiner Zeit gewirkt. Anlässlich des 200. Todestages am 18. Februar 2003 erscheint diese Auswahlausgabe. Sie bietet einen repräsentativen Überblick über das umfangreiche Gesamtwerk Gleims.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2003
Als Literat war Johann Wilhelm Ludwig Gleim kein Glanzlicht, warnt Jens Bisky und empfiehlt trotzdem wärmstens dessen "schertzhafte Lieder", die Mitte des 18. Jahrhunderts der Mode der anakreontischen Dichtung frönten und von Wein, Liebe, Frühling, Gesang und Tanz handelten. Nur Gleims patriotische Ergüsse sind heute kaum noch genießbar, so der Rezensent. "Lyrische Meterware", sagt Bisky über Gleims Werk, zumindest teilweise, doch habe man heutzutage die literarischen Muster vergessen und könne das "programmatisch Unangestrengte" der Verse genießen, das dem hohen Ton der Lyrik widerspreche, der sich bald darauf durchgesetzt hätte. Gleim war aber mehr als ein Dichtersmann, hält Bisky fest, er war ein Drahtzieher und Förderer, der "mit allen befreundet" war. Diese Seite Gleims kommt Bisky in der von Walter Hettche kommentierten Auswahl etwas zu kurz, in der nur der Briefwechsel mit Gottfried August Bürger Berücksichtigung gefunden hat. Insgesamt gilt Gleim unserem Rezensenten eher als Epigone denn als Vorläufer, vor allem aber als Vertreter einer vergnüglichen "Nebenstundenpoesie".
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.02.2003
Himmelhochjauchzend wird dieser heroische Versuch von Rezensent Benedikt Erenz begrüßt, den dichtenden Halberstädter Domsekretär, Briefeschreiber und Dichterförderer Gleim wiederzuentdecken. Für dieses Wagnis wird auch der herausgebende Münchener Germanist Walter Hettche sehr gelobt, dessen Kommentar Erenz "exzellent" findet, die Edition insgesamt als "Schatztruhe für Literaturhistoriker" würdigt. In den Texten dieses "anachronistischen Anakreontikers" Gleim, dessen (gelegentlich recht preußisch-martialische) Verse einst in allen Lesebücher gestanden hätten, hat der Rezensent manches "hoch Merkwürdige" entdeckt und zudem viele kleine, "gewissermaßen anakreontische" Freunden gehabt. Auch müssen die Briefe, Lieder und Gedichte des Friedrich II. Verehrers Gleim einige aufschlussreiche Schrullen der deutsche Seele am individuellen Beispiel illustrieren, an dem den Rezensenten besonders dessen absoluter Wille, Freund zu sein, gerührt hat.
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