Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Rüdiger Safranski
Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch ?
Klappentext
Wir erleben eine rapide Veränderung unserer Denk- und Lebensgewohnheiten und fühlen uns ihr gegenüber machtlos. "Das Denken selbst gerät in eine Globalisierungsfalle. Monoton dreht es sich im Kreis der beiden Grundfragen: Wie beherrscht man das Globale, fragen die einen, und wie rettet man es, fragen die anderen." Der Philosoph Rüdiger Safranski hilft mit diesem Buch, sich zurechtzufinden in einem Ansturm von Eindrücken und Bedrohungen. Er ermutigt, Freiräume für Gleichgewicht und Handlungsfähigkeit zu schaffen, denn Globalisierung lässt sich nur gestalten, wenn darüber nicht die andere große Aufgabe versäumt wird: das Individuum, sich selbst zu gestalten.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.04.2003
Ijoma Mangold ist über ein seichtes Gewässer gesegelt, und wenn das auch nicht unangenehm war, hat er doch nicht das Gefühl, von der Stelle gekommen zu sein. Denn Rüdiger Safranskis Buch, so sein Urteil, ist "leer". Schon die titelgebende Frage sei das Problem: Denn wenn nach der Globalisierung und ihren Folgen gefragt werde, dann könne kein allgemein-essenzieller "Mensch" zum Anschauungsobjekt erhoben werden. Tut man es doch, dann komme so etwas heraus: "ein gemütlicher Spaziergang durch die Philosophiegeschichte" und ein Zierrat "hübscher Begriffe", schreibt Mangold. Um aber Wind in die Segel zu blasen und uns einer Erkenntnis über die Gegenwart näher zu bringen, ist nach Ansicht unseres Rezensenten ein anderer Menschenbegriff vonnöten: "normativ und damit überaus relativ und zeitgebunden".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 20.03.2003
Wie immer bei diesem Autor geht es, schreibt Warnfried Dettling, um ein großes Thema - größer, als es der Titel vermuten lasse. Es gehe nämlich gar nicht um die Globalisierung, sondern um den Menschen, der überfordert und von sich selbst entfremdet sei. Wir erleben mehr, als wir "handelnd beeinflussen können", und das sei nicht zum Aushalten. Was also tun? An dieser Stelle nimmt Rüdiger Safranski laut Dettling einen radikalen "Perspektivwechsel" vor: Er denkt nicht mehr über Möglichkeiten der Veränderung der globalisierten Welt, sondern über die Abschirmung des Individuums von ihren "Zumutungen" nach. Der Einzelne solle "in sich und für sich selbst ein Universum gestalten". Dettling nimmt die Einladung "zu einem philosophischen Gespräch über politische Fragen" an und fragt sich: Geht das denn? Kann man sich auf diese Weise selbst erschaffen? Und muss man nicht am Ende doch Politik betreiben, um etwas zu verändern? "Neue und überraschende Fragen" seien das, und die Lektüre des Büchleins überaus anregend - nur nicht vom Titel abschrecken lassen!
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.03.2003
Martin Hartmann versteht Rüdiger Safranskis Band als die Antwort auf die Frage des Menschenmöglichen. Safranski prophezeie eine Überforderung des Menschen durch die immer dichter werdende Vernetzung, den zunehmenden Informationsfluss, die zahllosen Reizüberflutungen. Seine Lösung ist der Rückzug in eine "Heimat", denn der Mensch brauche "Ortsfestigkeit" und "Maß". Hartmann hält das für naiv und sogar gefährlich. Das "Geraune" über die selbstgeschlagene heimatliche Lichtung im Globalisierungsdschungel, den Rückzug auf ein festumrissenes Gebiet, werde auch nicht weiterhelfen, denn so wie Ortsfestigkeit nicht vor Borniertheit schütze, "so gedeiht Ressentiment gegen Fremdes besonders gut in der heimischen Gartenlaube". Wie in solcher "schwülen Nahe" Weltoffenheit entstehen soll, schreibt Hartmann süffisant, "bleibt Safranskis Geheimnis".
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 13.02.2003
Indem Safranski über das Problem der Globalisierung schreibt, hält er Distanz zu "Bedrängendem", meint Uwe Justus Wenzel. Er sieht den Autor sein Thema durchweg aus anthropologischer Sicht begegnen und lobt ihn dafür, dabei so gut wie nie in eine "falsche Schlichtheit" einzumünden. Zudem meine es der Autor durchweg "gut" und baue keine "Falltür" in seine Gedankengänge ein, wie sein Kollege Sloterdijk es bisweilen tue, so der Rezensent zustimmend. Dabei erkennt er an, dass der Autor auch bei Kritik an der Globalisierung auf das "rechte Maß" bedacht ist und sich nicht rückhaltlos zu den Globalisierungsgegnern gesellt. Der Autor, fasst Wenzel zusammen, propagiert ein Leben als "Unerreicht-Sein", wobei er diese Haltung vor allem negativ definiert sieht und als "quietistisch" charakterisiert. Dabei lässt der Rezensent offen, in wie weit er dem Autor in seiner Welthaltung folgen will.
Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2003
Christian Geyer stellt beeindruckt fest, dass dieses Buch in "versöhnlichem, ja plaudernden Grundton" aufs "Ganze geht". Allerdings sieht der Rezensent in dem Thema der Globalisierung nur den "Anlass" für den Autor, seine Anthropologie darzulegen. Deshalb läsen sich die ersten beiden Kapitel, die sich mit der Globalisierung beschäftigen, auch eher als "pflichtschuldige Stichworte zum Thema", moniert Geyer, der erst, wenn der Autor zu den "anthropologischen Grundbedingungen" kommt, dem Buch so etwas wie "Herzblut" anmerkt. Gegen die Globalisierung argumentiert Safranski ausnahmslos mit Klassikern der Geistesgeschichte von Goethe bis Hebel, bemerkt der Rezensent, der die Befürchtungen des Autors wohl ein bisschen übertrieben findet. Denn während Safranski glaubt, dass der "Geist einen Immunschutz" benötigt und sich nicht alles auf ihn Einströmende "anverwandeln" darf, glaubt Geyer, dass man auch einfach mal "von selber dicht" macht, wenn etwas "nervt". Dennoch, so sein abschließendes Urteil, gehört dieses Buch "in jede anständige Bibliothek".
Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks
Bücher von Lesern empfohlen
Robert Burton: Die Anatomie der Schwermut
Aus dem Englischen und mit einem Essay von Ulrich Horstmann. Burtons Riesenwerk handelt von einem Leiden, das jeder ...
Mal Peet: Keeper
Aus dem Englischen von Eike Schönfeld. In einer Zeitungsredaktion sitzen sich zwei Männer gegenüber: ...
Archiv: Bücherschauen
Vexierspielkünstler
20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Francois Walter: Katastrophen
15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen
Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst
11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen
Necla Kelek: Himmelsreise
08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen


Folgen Sie uns auf Twitter


