Heinrich Manns "Die Göttinnen" erzählt von der Herzogin von Assy, die ihr Leben nacheinander der Freiheit, der Schönheit und der Liebe verschreibt. Sie ist eine außerordentliche Frau, eine sich selbst genießende Spielerin, die die Geschichte vonLiebe und unerfüllter Sehnsucht bedingungslos und ungestüm erlebt, die bis zum letzten Atemzug bereit ist, Neues zu probieren. Sie führt ein ungebundenes, heidnisch-sinnliches Abenteuerleben und sehnt sich doch nur danach, nicht allein zu sein
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.01.2003
Einen Heinrich Mann, den man heute nicht mehr kennt, kann man zur Freude von Rezensent Tomas Fitzel nun wiederentdecken: "den italienischen, den Autor der Trilogie ?Die Göttinnen'". Auch hundert Jahre nach Erscheinen sprengen diese drei Romane nach Einschätzung Fitzels noch immer jeden Rahmen. Wie Fitzel berichtet, entdeckte der "prüde Bruder" Thomas Mann, empört von so viel Nacktheit, darin "gellende Geschmacklosigkeiten". Tatsächlich habe man den Eindruck eines wilden Pandämoniums; ganz ohne Skrupel bediene sich Heinrich Mann des Kolportagestils der Fortsetzungsromane, den er etwas pathetisch "hysterische Renaissance" nenne. "Nimmt man indessen diesen Figuren mit ihren lächerlichen Namen aus dem Grand-Guignol ebenso wie dem deutschen Kasperletheater den Theaterflitter", erklärt der Rezensent abschließend, "so entdeckt man unter ihren Masken durchaus sehr moderne Menschen - oder genauer: moderne Zyniker."
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