Bücher der Saison
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Urs Widmer
Das Geld, die Arbeit, die Angst, das Glück
Klappentext
Kolumnen - kurze Texte, die mit unserem Common sense sprechen - und Essays, die uns etwas mehr Raum und Zeit geben, um über ihren Gegenstand nachzudenken, von großer Vielfalt und Intensität.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2003
Rezensentin Pia Reinacher ist den Interpretationsspuren in diesen Kolumnen, Essays und Aufsätzen eigenem Bekunden zufolge "mit immer größerem Vergnügen" gefolgt. Einen wesentlichen Anteil daran hatte die Tatsache, dass der Autor bei ihr auch als "verspielter Sprachakrobat" punkten konnte. "Scheinbar ist alles nur Spiel", jubelt sie, "nur Übermut und träumerisches Sichgehenlassen". Doch vor dem Auge der Rezensentin bahnt sich dann aus der lockeren, oft chaotischen Verbindung von Assoziation, Gedankenschnipseln und Beobachtungen "eine leuchtende Reflexionsspur", reiht sich ein Denkbild ans nächste. So eröffnen sich ihr dann oft ganz neue Blicke auf alte Gegenstände. Als Kernstück des Buches beschreibt sie einen "luziden Aufsatz" über die Geschichte des Geldes, einen ironischen Text über das Verhältnis zwischen Deutschen und Schweizern sowie literarische Essays zu Vladimir Nabokov, Joseph Conrad und Gottfried Keller.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.12.2002
Diesen neuen Essayband Urs Widmers mag der Rezensent Gieri Cavelty nur zusammen mit dem gleichzeitig erscheinenden Essayband "Himmelshöhi, hilf!" von Thomas Hürlimann besprechen. Ihr Verhältnis zur Schweiz, so Cavelty, rücke die beiden Dichter immer wieder "in eine bemerkenswerte Nähe". Bei beiden Autoren handele es sich um Versammlungen von Texten, die in den letzten Jahren im Wesentlichen für Zeitungen geschrieben worden seien. Beide Autoren setzten sich dabei mit "dem helvetischen Malaise unserer Tage" auseinander. Allerdings scheint der Rezensent zumindest bei Hürlimann die eigentlich literarischen Essays - zum Beispiel eine Rede auf seinen Verlager Egon Ammann - den politischen Äußerungen vorzuziehen. Auch bei Widmer weist er dringlicher auf einen Text zur Literatur hin, der allerdings auch einen politischen Hintergrund hat, denn es geht um Gottfried Keller und die Ideale von 1848. Eine kleine Spitze erspart Cavelty Widmer nicht: Seine aus einem anderen Band bekannten Thesen zu Nabokov, so scheint er den hier vorliegenden Essays zu entnehmen, stammten in Wirklichkeit von Widmers Frau. "In diesem Sinne darf man sich auf die von Widmer im Keller-Aufsatz angekündigte Studie 'Die schrecklichen Mütter der Dichter' freuen - so diese denn um ein Kapitel über 'Die gescheiten Ehefrauen der Exegeten' ergänzt sein wird."
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