Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Franz Maciejewski

Psychoanalytisches Archiv und jüdisches Gedächtnis

Freud, Beschneidung und Monotheismus. Dissertation

Cover: Psychoanalytisches Archiv und jüdisches Gedächtnis

Passagen-Verlag, Wien 2002
ISBN-10 3851655559
ISBN-13 9783851655551
Kartoniert, 395 Seiten, 45,00 EUR

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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.12.2002

Der Beschneidungsritus steht im Mittelpunkt von Franz Maciejewskis Studie, die ganz auf der Höhe der philosophischen Diskussion im Schnittpunkt mehrerer Wissenschaften sich befindet: der Psychoanalyse, der Ethnopsychologie, der Soziologie und der Kulturwissenschaft. Für Jan Assmann hat Maciejewski Außerordentliches geleistet: indem er die Beschneidung als kulturell geformtes frühkindliches Trauma begreife, das unterhalb der Bewusstseinsschwelle in die individuelle Psychohistorie eingeht, gelänge es dem Autor, freut sich Assmann, Freuds Erkenntnisse in die Psychodynamik der Kultur und seine Aussagen über das phylo- beziehungsweise ethnogenetische Gedächtnis eines Volkes aufzugreifen und weiterzuentwickeln. "Nicht der Monotheismus, sondern der Beschneidungsritus steht am Anfang der Entwicklung", fasst Assmann Maciejwskis Hauptthese zusammen. Das kulturelle Gedächtnis umfasst eben weit mehr, resümiert Assmann, als die mündliche oder schriftliche Weitergabe von Mitteilungen, es enthält ebenso Riten, Sitten, Urszenen, die sich im Körper des Menschen einschreiben können und ein "mentales Milieu" schaffen, indem sowohl Monotheismus wie Psychoanalyse gut gedeihen. Assmann verspricht sich von Maciejewskis provozierendem Beitrag Auftrieb für eine unter anderem psychoanalytisch orientierte Kulturwissenschaft.

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Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren