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Friedrich von Schiller
Friedrich Schiller: Briefe 1: 1772 - 1795
Werke und Briefe in zwölf Bänden. Band 11
Klappentext
Herausgegeben von Georg Kurscheidt. Der Band enthält eine für Schillers Lebens- und Werkgeschichte repräsentative Auswahl von Briefen, die an 105 verschiedene Adressaten gerichtet sind, die meisten an Goethe und Körner, viele an Cotta, etliche an Schillers Eltern und Geschwister, an seine Frau Charlotte, an seine Schwägerin Caroline von Beulwitz (Wolzogen), an Wilhelm von Humboldt und Göschen. Die Briefe geben einen Einblick in das Privatleben des Dichters und lassen den Leser teilnehmen am Entstehungsprozeß seiner Hauptwerke und an den Mühen seiner Tätigkeiten als Zeitschriften- und Almanach-Herausgeber; sie zeigen Schiller als Schuldner, als Geschäftsmann, als Liebhaber, als Familienvater, als genauen Beobachter und Kritiker der Zeit- und Weltverhältnisse; vor allem: als scharfsinnigen Erörterer poetischer und poetologischer Probleme. Alle Briefe werden in der Originalschreibweise dargeboten.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.04.2005
Ganze 890 Briefe enthält diese zweibändige Ausgabe der Schiller-Korrespondenz und wird damit an Umfang nur noch von den zehn Briefbänden der Nationalausgabe übertroffen. Es scheint aber, als nehme Rezensentin Ursula Homann ganz gern mit dieser etwas handlicheren Ausgabe vorlieb, auch wenn ihre Mehrfachbesprechung von Schiller-Briefen eine schier unstillbaren Appetit erkennen lässt. Als weitere Pluspunkte dieser Ausgabe verbucht sie die "elegante Form", 28 Briefe, die die Nationalausgabe noch nicht kennen konnte und schließlich den Verzicht auf eine modernisierende Bearbeitung. Enthalten sind Briefe an seine Familie und an die drei ihm wichtigen Männer: Christian Gottfried Körner, Wilhelm von Humboldt und natürlich Goethe, wie Homann informiert, und immer geht es, wie sollte es anders sein, ums Schreiben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.08.2003
Aus zehn mächtigen Bänden der "Nationalausgabe" mit Schiller Briefen sind zur Freude von Rezensent Hans-Jürgen Schings zwei geworden, womit er Schillers "Bildungsroman" in eine "zuverlässige, handliche, ja elegante Form" gebracht sieht. In dieser Briefedition werde für einen "durch und durch irdischen Schiller geworben, wie es wohl an der Zeit sei, stellt Schings fest. Von etwa 2.200 überlieferten Briefen seien 890 abgedruckt, darunter 28, welche die große Ausgabe noch nicht enthalten habe und 250, die der Rezensent "erstmals über deren inzwischen veraltete Vorgaben hinaus gründlich kommentiert" fand. Den Schiller-Editoren bescheinigt er "philologische Dignität", besonders weil sie auf sonst übliche Modernisierungen verzichtet haben. Auch die Kommentierung wird als "Musterfall an Solidität" gerühmt, das reiche Register ebenfalls lobend hervorgehoben. Dezente Kritik ernten die Editoren jedoch für den "eisernen Positivismus" ihrer Kommentierung, der Schiller auf Augenhöhe "herabzustimmen" versuche, ein Unternehmen, das von Schillers eigenem Wortlaut selbst "ins Zwielicht" gesetzt werde. So leicht lasse sich ein "Konquistador" eben nicht herabstimmen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.12.2002
Heute gehören Briefe ganz selbstverständlich zu einer Werkausgabe dazu, stellt Kurt Wölfel befriedigt fest. Im Fall Friedrich Schillers gebe es über 2.200 überlieferte Briefe, davon würden rund 890 in den dafür vorgesehenen zwei Bänden veröffentlicht, die die Werkausgabe abschließen. Band I wiederum, der nun vorliege, enthalte 414 Briefe auf 831 Seiten, dazu kämen über 500 Seiten Kommentar, rechnet Wölfel vor. Nach Lektüre der Briefe, so gesteht er ein, begänne er zu verstehen, warum manche den Prosaschreiber Schiller mehr schätzten als den Dramatiker. Dabei spielten, wie Herausgeber Georg Kurscheidt herausgearbeitet habe, die für die Zeit typischen Kriterien wie Empfindsamkeit, Naturschwärmerei, Liebesleid, "spontane Herzensergüsse" keine Rolle. Die Briefe seien vielmehr Dokumente einer gedanklichen Selbstvergewisserung, Selbstreflexion, Zeugnisse des Bemühens, "alles in Geist zu verwandeln" und darin sich selbst zu finden. Schon von früh an, kommt Wölfel zu dem Schluss, charakterisiere die Briefe Schillers eine Rhetorik, die nicht darauf aus sei, andere zu überzeugen, sondern sich selbst als Mitadressaten gelte.
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