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zuletzt aktualisiert 19.03.2010, 14.00 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Ernst Jandl

13 radiophone Texte und Das Röcheln der Mona Lisa

Von Texten, Stimmen und Apparaten. Hörspiel

Cover: 13 radiophone Texte und Das Röcheln der Mona Lisa

Intermedium records, München 2002
ISBN-10 3934847706
ISBN-13 9783934847705
CD, 18,90 EUR

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Klappentext

Laufzeit 67 Minuten. "13 radiophone texte" und "das röcheln der mona lisa" sind wieder zu entdeckende frühe Aufnahmen und Produktionen des Wiener Dichters Ernst Jandl (1925-2000). Zur Entstehung der 13 radiophonen Texte äußerte sich Jandl in einem Rundfunkmanuskript: "Ich hatte 1966 für das dritte Programm der BBC London dreizehn meiner Sprechgedichte auf Band gesprochen und gemeinsam mit zwei Technikern mit den Maschinen des Radiophonic Workshop in London zu einer halbstündigen Sendung verarbeitet, die unter dem Titel Laut und Luise zu hören war und vom Leiter dieses Experiments, George MacBeth, in seinem Vorwort als eine Arbeit im Grenzbereich zwischen Dichtung und Musik bezeichnet wurde. Sprechen und Verstummen, Stimme und Apparate, Stimme und Krankheit, Krankheit und Tod - um diese Begriffe kreisen Jandls Überlegungen zu dem Hörspiel "Das Röcheln der Mona Lisa".

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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.11.2002

Hingerissen ist Rezensent Jochen Hieber von diesem Hörbuch, in dem sich Jandl ihm einmal mehr als kongenialer Sprecher seiner eigenen Texte gezeigt hat. Bei den Hörstücken dieser (vom Hessischen Rundfunk und dem Börsenblatt soeben zum Hörbuch des Monats November gewählten) CD handelt es sich Hieber zufolge um "zwei Kostbarkeiten des gerade noch frühen Ernst Jandl". Zuerst haben die "radiophonen Texten", die auf's Hörbuch, wie wir lesen, in einer 1966 für die BBC entstandenen Fassung gebannt wurden, den Rezensenten fast in Ekstase versetzt: eine Sprechsymphonie, die Beethovens "Pastorale" durch den Wolf der Wohlstandsgesellschaft drehte und "im Crescendo des Miauens, Bellens, Meckerns, Schnatterns und Grunzens eine wahrhaft apokalyptische Idylle" beschwöre. Den Höhepunkt jedoch bildet für Hieber das Hörspiel vom "röcheln der mona lisa" in einer Aufnahme von 1970, in dem Jandl beispielsweise, "umtost vom tontechnischem Gebrüll", den ewigen mittelalterlichen Liebesvers 'du bist min, ich bin din' mit 'Ho, Ho, Ho Chi Minh' kombiniert, dem "sehr vergänglichen Schlachtruf der Achtundsechziger". Auch in anderen Texten, sah Hieber zeitgenössische Phänomene ziemlich genial vorweggenommen.

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