Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
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Jean-Bernard Naudin, Christiane de Nicolay-Mazery
Stadtpalais von Paris
Klappentext
Dieser Bildband nimmt 14 herrschaftliche Stadtpalais in Augenschein, die kein normaler Sterblicher je von innen zu Gesicht bekommt und die in ihrer Geschichte, Architektur und Inneneinrichtung das französische "Savoir-vivre" der letzten Jahrhunderte reflektieren. Das Spektrum der vorgestellten Residenzen reicht vom berühmten Hôtel Lambert der Rothschilds auf der Ile St. Louis über das Stadtpalais des Haute Couture-Königs Hubert de Givenchy bis zu den legendären Salons in der Faubourg Saint-Germain, die u. a. eine Quelle der Inspiration für Marcel Proust waren.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2003
Skurril und leicht morbide klingen die Leseeindrücke, die der "ksi" zeichnende Rezensent von diesem "opulent bebilderten Band" vermittelt. Allerlei Prunkvolles, Prächtiges und Extravagantes wird von den hier beschriebenen "Hotels Particuliers" berichtet. Leicht ironisch wird auch auf die adelige Herkunft der Autorin und deren offensichtlich recht prätentiösen Zugriff auf ihr Thema angespielt. Das dessen Bearbeitung dennoch seinen ausgesprochenen Reiz hat, davon spricht freilich jede ungläubig über soviel Dekadenz raunende, staunende Zeile dieser Kurzrezension.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.11.2002
"Wie es hinter so mancher hochherrschaftlichen Fassade aussehen mag", fragt sich der Rezensent mit dem Kürzel "wms" gelegentlich. Deshalb hat er zu diesem Bildband gegriffen, der ihn dann aber offenbar bitter enttäuschte. Denn als er sich durch die Pariser Palais-Welt blätterte, stellte sich bei dem Rezensenten leichter Überdruss ein "angesichts jener so verschwenderisch gestalteten, mit Antiquitäten, Bildern, Plastiken und Kuriosa vollgestopften Wohnhöhlen, die obendrein noch ausgeschlagen sind mit dicken Teppichen und textilen Wandbespannungen, deren reiche Ornamentik zu einer wüsten Kakophonie anschwillt". Die Atmosphäre sei stickig und bedrückend in derlei Behausungen, und so kommt der Rezensent zu der wohlwollenden Erkenntnis: "Solche Ambientes liegen weit jenseits aller Neidschwellen".
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