Bücherschau der Woche
Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Baumgarts Erzählband "Glück und Scherben" ist ein weiterer Beweis seiner Erzählkunst. In den Geschichten greift Baumgart Alltagssituationen spleeniger Existenzen auf und spürt ihren geheimsten Wünschen und Ängsten nach. Mit seiner klaren und ironischen Prosa zieht er den Leser in seinen Bann, dem dieser nur schwer wieder entkommt.
Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2003
Nach anfänglicher Begeisterung ist Wolfgang Schneider doch enttäuscht von diesen Erzählungen. Die Geschichten, in denen es um Beziehungen "zwischen Lust und Leidenschaft" geht, wie der Rezensent zusammenfasst, weisen jede Menge "geglückter Formulierungen" und sehr genaue Beobachtungen auf, lobt Schneider zuerst. Seitenweise hat er gar immer wieder das Gefühl, "eine Meister-Erzählung" vor sich zu haben. Aber die anfängliche Begeisterung flaut ab, weil bei allem gelungenen "Beschreibungsaufwand" die Figuren der Erzählungen selbst weder Interesse erregen, noch "Kontur" gewinnen, wie der Rezensent moniert. Jetzt kritisiert er auch die "komplizierten Handlungsabläufe", die dennoch nicht verbergen können, dass hinter dem ganzen sprachlichen Aufwand eben einfach keine "überzeugenden Geschichten" stehen.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.02.2003
Auch wenn Reinhard Baumgarts Erzählungen vorwiegend von alten Männern handeln, folgen sie Khristina Maidt-Zinke zufolge einem ungebremsten Fabuliertrieb, als gehöre der Autor, staunt die Rezensentin, einer jüngeren Generation an, die sich partout dem Erwachsenwerden verweigert. Vielleicht liegt ein Grund für diesen Mitteilungsdrang in der Tatsache begründet, legt Maidt-Zinke nahe, dass Baumgart seine Schriftstellerkarriere für dreißig Jahre unterbrach und als Literaturkritiker arbeitete. Baumgart geht wahrhaft unbefangen zu Werk, wundert sich die Rezensentin, zuweilen fast redselig, findet sie, wenn es um die erotischen Verstrickungen des akademischen Milieus geht. Überhaupt will es ihr scheinen, als habe der Philologenberuf Baumgart "die Lust an der Präzision", an Stil und Form verdorben. Stattdessen wird das Verschwommene, Nebulöse zum Erzählprinzip erhoben, was für Maidt-Zinke seinen eigenen Charme besitzt. Von literarischer Moderne, schließt sie, jedenfalls keine Spur. Die Versammlungen der Gruppe 47 müssten sich dem Autor Baumgart schwer aufs Gemüt gelegt haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.11.2002
In diesen Geschichten wird viel geträumt, meint Andreas Isenschmid, der sich auch in der Form der Texte an Träume erinnert sieht. Sehr begrüßenswert findet es der Rezensent, dass nach langjähriger Kritikertätigkeit endlich wieder ein Prosaband des Autors erschienen ist, und er kommt aus dem Schwärmen über die Erzählungen gar nicht heraus. Was den Rezensenten so beeindruckt ist Baumgarts "hervorstechende Gabe", durch immer weiteres Kombinieren, Auseinandernehmen und neues Zusammenlegen das "Entlegenste durch harte Schnitte weich zusammenzukleben". Diese doch etwas wolkige Formulierung wird vom Rezensenten dahingehend präzisiert, dass er dem Autor bescheinigt, in einem überaus "träumerischen" Stil konkrete Erfahrungen zu schildern und an der richtigen Stelle abzubrechen, nie zu viel zu verraten. Wer allerdings "straffe Plots" oder "satte Pointen" erwartet, kommt bei diesem Buch nicht auf seine Kosten, warnt der Rezensent, und er stellt statt dessen "Geheimnis, Übergang und Halluzination" in Aussicht. Isenschmid, der besonders die Titelerzählung als "virtuos" preist, sieht in den Texten ein beeindruckendes Schwanken zwischen "Traumdämmer" und dem Streben nach "Offenbarung, Bestimmtheit, Abgrenzung".
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Archiv: Bücherschauen
Seefahrergeschichten
08.02.2012: Die SZ feiert Michael Ondaatjes Geschichte seiner Schiffspassage von Sri Lanka nach England "Katzentisch". Auch Petur Gunnarssons Kindheitserinnerungen "Punkt Punkt Kommas Strich" kann sie sehr empfehlen. Als großes Vermächtnis würdigt die NZZ die "Römische Sozialgeschichte" des ungarischen Althistorikers Geza Alföldy. Sehr beeindruckt ist sie auch von Norbert Hummelts neuem Gedichtband "Pans Stunde". Mehr lesen
Archiv: Vorgeblättert
Maria Sonia Cristoff: Unbehaust
06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen
Lisa Kränzler: Export A
02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen
Hanna Krall: Rosa Straußenfedern
30.01.2012: Briefe, Fragmente, Zettel und Erzählungen erzählen vom Leben der polnischen Autorin Hanna Krall, ihrer Freunde und Zeitgenossen. Der Zweite Weltkrieg, die Volksrepublik Polen, Solidarnosc, vergegenwärtigen sich in ihrer Biografie. Lesen Sie hier einen Auszug aus "Rosa Straußenfedern". Mehr lesen







