Bücherschau der Woche
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Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
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- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Klappentext
Seit einiger Zeit hat der Krieg auch unseren scheinbar so friedlichen Alltag erobert, zumindest was die Sprache und die Medien betrifft. Wie sollen wir dieses symbolische und reale Eindringen des Krieges in die Eingeweide der Gesellschaft nennen? Im Übergang zum 21. Jahrhundert ist eine völlig neue Form des Krieges entstanden. Die Autoren nennen das Phänomen den "massenkulturellen Krieg". Im Buch befassen sie sich zum einen mit der immer kriegerischer anmutenden Konsumkultur im Westen, einer Art mentaler Aufrüstung. Zum anderen haben sie in den letzten Jahren ehemalige und aktuelle Kriegsschauplätze wie Vietnam, die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und auch das New York nach dem 11. September besucht. In einer Mischung aus Reportage und Kulturkritik durchleuchten sie sowohl unseren Alltag, in dem der Krieg als Spektakel erscheint, als auch das Leben in jenen Gebieten, wo der Krieg buchstäblich Alltag geworden ist.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2002
Man darf wohl konstatieren, dass Andreas Platthaus verärgert ist über dieses Buch. Zwar räumt er ein, dass die Autoren gelegentlich zu treffenden Einsichten gelangen (etwa zur Wirkung des Vietnam-Kriegs oder zur Medienberichterstattung über deutsche Auslandseinsätze) - im Grunde aber, meint er, ziehen sie die gefestigte ideologische Position, die griffige, aber ungeprüfte Theorie dem genauen Blick auf die Verhältnisse vor. Der "Neoliberalismus" - eigentlich aber sowieso der Kapitalismus, so Platthaus - werde als Gegner aufgebaut, dem man problemlos alles Böse unterstellen könne. Zudem sei die Methode im schlechtesten Sinne "kulturwissenschaftlich", darin nämlich, dass Unterschiede zwischen der Wirklichkeit und den fiktiven (Kino-)Bildern, die die Gesellschaft sich davon macht, nicht mehr wahrgenommen würden. Und wenn es um die Schilderung der Wirklichkeit geht, bescheinigt Platthaus den Autoren "völlige Talentlosigkeit".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002
In Zeiten des Neoliberalismus macht sich der Krieg im Westen als Massenkultur breit, während er sich in der globalen Peripherie zu einer Kultur der Massen entwickelt hat. Mit dieser "griffigen Formel" bringt Rezensent Gottfried Oy die zentrale These von Tom Holerts und Mark Terkessidis' "Entsichert. Krieg als Massenkultur im 21. Jahrhundert" auf den Punkt. Nach Darstellung des Rezensenten verstehen die Autoren den Vietnamkrieg als Geburtsort des Krieges als Massenkultur. Schließlich verbanden sich dort beziehungsweise in der Verarbeitung dieses Krieges durch die Kulturindustrie zum ersten Mal Ziele der Gegenkultur (Ausbruch aus der Normalität, Wiederentdeckung der Individualität, Drogenkultur) mit soldatischen Tugenden, erläutert Oy. Wie er ausführt, beginnt für Holert und Terkessidis auf den Schlachtfeldern Vietnams zugleich die Erfolgsgeschichte des neoliberalen Unternehmersubjekts, das sich in seinem extremen Individualismus dem Sozialen verweigert und egoistisch ökonomische Eigeninteressen verfolgt.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.09.2002
Durch Amoklauf in Erfurt und Elbeflut in Dresden hat dieses Buch, so Klaus Walter, zusätzliche Überzeugungskraft bekommen. Entscheidend an den in ihm aufgeführten Beispielen wie dem Amoklauf in Bad Reihenhall und Oderflut sei nämlich der "massenmediale Event", der solche Ereignisse als "Schlacht", "Krieg" oder "Einsatz" beschreibt und damit den Krieg als übergreifende Metapher unserer Kultur bestätigt. Zugleich, so scheint es, setzen sich damit auch wieder die ältesten Sinnmuster männlicher Lebensentwürfe kulturell durch, wenn, wie Walter uns aus dem Buch nacherzählt, "mimetische Hyperindividualisten" und "bellikose Hedonisten", "egozentrische Subjekte" und "Egotaktiker im Hamsterrad der entfesselten Konkurrenz" die Szene beherrschen. Die seien übrigens einmal von einer Popszene als inszenatorischem Vorreiter massenwirksam vorgestellt worden, als sie sich im Look des Gang-War in Szene setzte. Zur positiven Aufnahme dieses Phänomens hat, so Walter, auch einmal Mark Terkessedis in "Spex" beigetragen. Mit diesem Buch hat er sich für Klaus Walter "rehabilitiert".
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