Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 14.50 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Juli Zeh

Die Stille ist ein Geräusch

Eine Fahrt durch Bosnien

Cover: Die Stille ist ein Geräusch

Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN-10 3895610550
ISBN-13 9783895610554
Gebunden, 264 Seiten, 18,50 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Juli Zeh startet in "Die Stille ist ein Geräusch" nicht einen weiteren Versuch, die Wahrheit über den ersten Krieg in Europa seit 1945 herauszufinden oder Gut und Böse auseinander zu halten. Vielmehr erzählt sie die spannende und oft witzige Geschichte dieser ungewöhnlichen Reise, die sie allein, nur Begleitung ihres geduldigen Hundes, im Sommer 2001 unternahm. Ihre Reise führt sie unter anderem nach Jajce, Sarajewo, Mostar, Trebinje, Sanski Most, Tuzla, Srebrenica, Banja Luka, Bihac: Kriegs-Orte im nunmehr friedlichen Bosnien, verwundete Landschaften - und noch immer traumhaft schöne Städte und Plätze voller Geschichte und Geschichten.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.09.2002

Ein sprachlich und poetisch beachtlicher Roman, befindet Ilma Rakusa. Die junge Autorin, die sich auf den Weg nach Bosnien gemacht hat, präsentiert sich mit einer Fähigkeit, ihren Blick so auf die Dinge zu richten, wie man sie vorfindet, so die Rezensentin. "Juli Zeh ist nicht auf das Krasse und Schrille aus, nicht auf Sensationen, Skandal und Besserwisserei". Dieser besondere Blick ist es, von dem sich Rakusa begeistert zeigt. Er sei "weder naiv noch nivelliert", sondern gesteht "dem spontan Geschauten den Vorrang vor tradierten, abgegriffenen Bildern zu". Auch wenn die Autorin zuweilen ihr "burschikoses Kokettieren mit der eigenen Ignoranz" bezüglich ungeliebter Pauschaltouristen und Balkonreporter zu weit treibt, so Rakusa, müsse man hier lobend anerkennen, dass hier "jemand das Recht auf subjektive Gewichtung der Wahrnehmung, ohne Rücksicht auf Moral und Konvention" reklamiert. Das Tiefgründige bleibt dabei jedoch auf der Strecke: "Die Oberfläche der scheinnormalen Gegenwart garantiert nur partielle Einblicke in tiefer liegende Verwüstungen". Die vielen Fragen, mit denen sich die Autorin auf den Weg gemacht hat, sie blieben am Schluss doch unbeantwortet. Am Ende ist es aber die forsche, sarkastische und metaphernreiche Sprache, die die Rezensentin am meisten fasziniert. "Juli Zeh weiß, was Poesie ohne Pathos ist". Es gelingt ihr, das "entzauberte Bosnien momentweise in einen prekären Zustand poetischer Gnade überzuführen".

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Mehr Bücher aus dem Themengebiet

blog comments powered by Disqus
Anzeige
Urban Simon bei Schöffling!

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren