Die Marmorskulpturen des Tempels der Aphaia auf Aegina. Ein Katalog der Glyptothek München, II/III: Die Westgiebelgruppe. Die Gruppen auf dem Altarplatz
C.H. Beck Verlag, München 2001
ISBN
9783406062728 Gebunden, 16 Seiten, 184,00
EUR
Halbleinenmappe. Dieser Tafelband schließt die fotografische Dokumentation der Bildwerke des Aphaia-Tempels von Aegina ab. Der einzigartige Giebelschmuck des um 500 v. Chr. errichteten dorischen Tempels der Aphaia auf der griechischen Insel Aegina wurde 1811 entdeckt und 1812 durch Kronprinz Ludwig von Bayern für die Glyptothek in München erworben. Dieter Ohly, 1962 bis 1978 Direktor der Glyptothek, gelang in einem umfassenden Programm die Restaurierung und Neuaufstellung der Giebelfiguren, die in Rom im Atelier des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen zu dekorativen Scheingruppen ergänzt worden waren. Mit Hilfe großer Werkstätten und einer von ihm entwickelten Restaurierungstechnik wurden die Indizien der älteren Forschung ausgewertet, durch neue, an den Skulpturen und am Tempel gewonnene ergänzt und zu einer neuen Einheit zusammengeführt. Auf 174 Tafeln werden jetzt die Westgiebelgruppe, diese ergänzt durch fünf Beilagen mit Bestand und zeichnerischer Rekonstruktion, sowie die Gruppen auf dem Altarplatz, die Akrotere etc. vorgelegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.08.2002
Die Marmorskulpturen des Aphaia-Tempels auf Aegina bilden seit eh und je die Hauptattraktion der Münchner Glyptothek, weiß Rezensentin Luca Giuliani. Da die 1811 gefunden Skulpturen stark fragmentiert waren, wurde der berühmte Bildhauer Bertel Thorvaldsen mit ihrer Restaurierung beauftragt, berichtet Giuliani. Das Ergebnis, das vor allem den Zeitgeschmack des frühen 19. Jahrhunderts widerspiegelte, galt bald als archäologisch fragwürdig, erklärt Giuliani. Die von Dieter Ohly, seit 1962 Direktor der Münchner Glyptothek, geleistete Entrestaurierung der Aegineten, erwies sich laut Giuliani auch in wissenschaftlicher Hinsicht als ungewöhnlich fruchtbar. Der erste Band der von Ohly auf drei Bände angelegten Veröffentlichung der Aegineten erschien 1976. Kurz vor seinem Tod 1979 übertrug er die Fortführung des Projekts seiner Frau und langjährigen Mitarbeiterin Martha Ohly, einer, so Giuliani "herausragenden Kennerin des Aphaia-Heiligtums und seiner Skulpturen". Zu den noch ausstehenden Bänden II und III hat der Beck Verlag jetzt den Tafelteil ausgeliefert. Auf 180 Tafeln mit Fotos und Zeichnungen kann man zur großen Freude der Rezensentin nun die Marmorskulpturen des Aphaia-Tempels bestaunen, und dies, so Giuliani lobend, in "hervorragender, mustergültiger Qualität."
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