Mit Fotos auf Tafeln. Helen Kellers (1880-1968) Leben ist Legende: das taub-blinde Kind, aus dem die weltberühmte Buchautorin wird. Katja Behrens fragt nach der Geschichte hinter dieser Legende, nach dem Weg, der aus völliger Stille und völligem Dunkel in die Welt der Hörenden und Sehenden führt. "Sie wusste nicht, wie ihre Mutter aussieht. Sie wusste nur, wie sie riecht und wie sie sich anfühlt. Ihre Hände kannten den Körper der Mutter und ihr Körper kannte die Hände der Mutter. Es waren die Einzigen, von denen sie sich manchmal liebkosen ließ. Sie kannte die Hände des Vaters und die Hände der Kinderfrau. Sie konnte sie genau unterscheiden, aber sie wusste nicht, dass die einen weiß und die andern schwarz waren. Sie wusste überhaupt nicht, dass es schwarze und weiße Hände gibt... "
Das Buch ist eine Erfahrung! Konrad Heidkamp liest diese "kluge" Biografie der 1880 in Alabama, USA geborenen taub-blinden Helen Keller als Geschichte vom Triumph der Sprache (als "Wunderkind" lernt das Mädchen in kürzester Zeit vier Alphabete!). Zugleich kann der junge Leser die gegensätzliche Jugend des genialen Kindes Helen und seines "Mediums" Anne erkunden - "eine fast symbiotische Beziehung", wie Heidkamp schreibt. Weil die Hand der Älteren einerseits die Verbindung Helens zur Außenwelt darstellt, jene sich andererseits aber selbst immer am Rande des Erblindens bewegt.
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