Perlentaucher - Das Kulturmagazin

Anmelden | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 20.03.2010, 13.13 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Yukio Mishima

Nach dem Bankett

Roman

Cover: Nach dem Bankett

Suhrkamp Verlag, Frankfurg am Main 2002
ISBN-10 3518398172
ISBN-13 9783518398173
Taschenbuch, 220 Seiten, 8,00 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Aus dem Japanischen von Sachiko Yatsushiro. Kazu betreibt in Tokyo ein feines Restaurant. Auf einem Bankett begegnet sie Noguchi, einem alternden Diplomaten, der sein politisches Comeback plant. Zwischen dem sittenstrengen Asketen und der temperamentvollen Schönheit beginnt eine Beziehung, die Kazus Selbstsicherheit in Frage stellt...

Möchten Sie dieses Buch kommentieren?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.08.2002

Irmela Hijiya-Kirschnereit ist entzückt: Gleich zweimal verstößt dieser Roman gegen die Klischees, die man so von Mishima im Kopf hat. Der angebliche Ästhetzist hat hier einen aktuellen (jetzt wieder aufgelegten) Zeitroman geschrieben, der die politischen Verhältnisse in Tokyo um 1960 aufs Korn nimmt. Und die Hauptfigur ist keineswegs ein nostalgischer Faschist, ganz anders als man es bei Mishimas "Ruf als strammer Kulturnationalist mit faschistoiden Zügen" erwarten würde. Im Gegenteil: Wir haben es hier mit einem sympathisch gezeichneten Liberalen zu tun. Entzückt hat die Rezensentin auch das subtile Wechselspiel zwischen dieser Hauptfigur, einem vornehm nüchternen Diplomaten, und der schönen Betreiberin eines Luxusrestaurants, die ihn bei seiner Kandidatur für das Gouverneursamt mit allerlei legitimen und illegitimen Mitteln unterstützt. Ein "Glücksfall" ist der Roman für die Rezensentin, weil hier die politische Detailtreue mit erotischer und kultureller Subtilität so eng verwoben ist. Der Roman sei zwar vierzig Jahre alt, aber bis heute - so macht die Rezensentin glaubhaft -, kann der westliche Leser aus ihm lernen, wie die japanische Elite ihr Intrigenspiel mit kulturellen und kulinarischen Finessen würzt.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Eine iranische Liebesgeschichte zensierenShahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...

Buch: Dein Gesicht morgenJavier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...

Archiv: Bücherschauen

Vexierspielkünstler

20.03.2010: Die FAZ hat Denis Johnsons Thriller "Keine Bewegung!" gelesen und freut sich über das Gespür des Autors für kriminelle Loser. Die FR folgt der zehnjährigen Dora durch Jacques Roubauds Abenteuer und Geheimnis verheißenden "Verwilderten Park". Sehr anregend findet die NZZ Eric Hobsbawms Buch über "Globalisierung, Demokratie und Terrorismus". Die taz spürt einen Hauch von Erlösung in Don DeLillos Roman "Der Omega-Punkt". Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Francois Walter: Katastrophen

15.03.2010: Für die Natur gibt es keine Katastrophen, nur für die Menschheit. Der Schweizer Historiker Francois Walter hat eine Kulturgeschichte ihrer Bewältigung geschrieben und der Sinnsuche des Menschen: Strafe Gottes, Prüfung der Gottesfürchtigen sowie Ansporn zu neuen technischen Entwicklungen. Hier eine Leseprobe aus "Katastrophen". Mehr lesen

Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

11.03.2010: Im Erstlingsroman der Argentinierin Betina Gonzalez begibt sich eine Tochter auf die Suche nach den Spuren ihres Vaters, eines mittelmäßigen Bildhauers, und nimmt Kontakt mit seinen Geliebten auf. Hier eine Leseprobe aus "Nach allen Regeln der Kunst". Mehr lesen

Necla Kelek: Himmelsreise

08.03.2010: Passend zum 8. März: Necla Kelek kämpft in ihrem neuen Buch für eine aufgeklärte Lesart des Koran, informiert über Entstehung und Hintergründe und stellt fest: Auf den Koran kann sich nicht berufen, wer für Kopftuch und fünf Pflichtgebete am Tag plädiert. Lesen Sie hier ein Kapitel aus "Himmelsreise". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren