Sherman Alexie

Lachsjäger

Erzählungen
Cover: Lachsjäger
Goldmann Verlag, München 2002
ISBN 9783442541577
Taschenbuch, 286 Seiten, 8,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Regina Rawlinson. Die neun Erzählungen handeln von einem Typus des amerikanischen Indianers, der uns in Büchern ansonsten nicht begegnet: von Leuten, die ihre Rechnungen bezahlen, ihre Stellungen behalten, sich ver- und wieder entlieben. Ein Journalist wird aus dem Reservat in die Stadt verschlagen. Er nimmt als Anhalter einen Lummi-Boxer mit, der es mit dem stärksten Indianer der Welt aufnehmen will. Ein Sohn wartet auf seinen Vater, der Diabetes hat und aus dem Krankenhaus "mit nahezu normalem Blutzucker, einem Beutel voll Injektionsnadeln und der Hälfte seines linken Fußes" nach Hause kommen soll. Ein weißer Aussteiger überfällt eine "Internationale Pfannkuchenbraterei", wo er einen Dollar pro Kunden sowie einen Liebhaber fordert. Neben 42 Dollar bekommt er einen übergewichtigen Indianer und gibt ihm den Namen Salmon Boy...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.07.2002

Sabine Berking legt sich für Sherman Alexie ordentlich ins Zeug, was ihr schon allein deshalb geboten erscheint, weil der indianisch-amerikanische Autor vom Goldmann-Verlag in der Taschenbuchreihe eher schlecht als recht vermarktet wird. Dabei gilt Alexie in den USA als eine der "wichtigsten lyrischen Stimmen unserer Zeit", wie Berking notiert. Klasse, Rasse und Sex (und nicht Kultur, Ethnie und Geschlecht) seien für Alexie die Hauptzutaten in der Giftküche Amerika, also auch die Ingredienzen für seine Erzählungen im Band "Lachsfänger", in denen indianische Stadtneurotiker mit Lebens- und Ehekrisen, gegen Übergewicht und um ein bisschen Liebe kämpfen. Besonders freut sich die Rezensentin dabei über die politisch heillos unkorrekte Situationskomik, die auf eine verborgene Poetik stiller Menschlichkeit treffe. Alexie ist es gelungen, den "tragikomischen Tanz zwischen Rassenklischees und Individualitätsanspruch mit pfeilspitzer Feder und tiefschwarzem Humor" festzuhalten, rühmt die Rezensentin.
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