Der Autor will seine Mitbürger wachrütteln, aus der übersättigten Selbstzufriedenheit der gleichmachenden Unterhaltungsindustrie herausholen. Er fordert sie auf, von Computer und Ratgeberliteratur weg zum Nachdenken und Handeln zu kommen und zeigt, wie die Suche nach einem Weg in die Zukunft erfolgreich sein wird, wenn sich das "nomadische Denken" jeglichem ideologischen Fundamentalismus entgegenstellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 27.06.2003
Die USA stehen vor dem sozialen und kulturellen Bankrott. So lautet jedenfalls die Prognose des in Baltimore lehrende Kulturhistoriker und Sozialkritiker Morris Berman. Wie Rezensent Hans-Jürgen Heinrichs berichtet, zeigt Berman die katastrophalen Zustände in den USA auf, etwa die wachsende gesellschaftliche Ungleichheit, die zunehmende Zurückstufung des Sozialversicherungssystems, die Verarmung des geistigen Lebens. Dem Zerfall könne nach Berman nur mit einer "utopischen Wissenschaft" und einem "Wandel der Lebensformen" begegnet werden. Heinrichs sieht darin "nichts weniger als eine Zurückeroberung der Zivilisation im Auge". Kritisch merkt er an, dass Berman Zukunftsszenarien und alternativen Lebens-Visionen nicht immer "frei von Vorurteilen" gegenüber ihm "fremden Denkrichtungen" sind. Darum fände Heinrichs es wünschenswert, wenn Berman seine Entwürfe in einer neuen, weiterführenden Studie "noch eingehender" diskutieren würde.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.07.2002
Es ist schwierig geworden, den Niveauverlust des Kulturbetrieb zu kritisieren, ohne gleich eines ebenso elitären wie verlogenen Kulturpessimismus bezichtigt zu werden, hält Rezensent Hans-Peter Kunisch eingangs fest. Um so erfrischender findet er dieses Buch, in dem sich Morris Berman mit der Krise der amerikanischen Kultur auseinandersetzt. Bisweilen mit dem "fahrigen Zorn des Betroffenen", aber auch mit "beispielgesättigter Genauigkeit" analysiere Berman den Zustand der amerikanischen Kultur. Alles, was sich nicht den simplen Strickmustern des Unterhaltungsprinzips unterwirft, gilt nach Berman zunehmend als kompliziert und wird mit Ablehnung bestraft - eine These, mit der Kunisch gut leben kann. Er hebt lobend hervor, dass sich Bermans Buch durch Beispiele "lebendiger Kultur" von den traditionellen Zerfallsszenarien unterscheidet. Überdies entwickle Berman ein "kurioses Modell" für das 21. Jahrhundert, das er die "monastische Option" nennt. Wie Kunisch ausführt, denkt Berman dabei an Menschen, "die weiterhin Bücher lesen, Bilder betrachten und Musik hören, die Zeit verlangt und ihre Kinder damit erziehen, (...) ohne sich darum zu kümmern, was für wichtig gehalten wird". Mit den Kommunitaristen will der wertkonservative Berman dabei ebenso wenig zu tun haben wie mit den politischen Konservativen, betont Kunisch. Wenn Berman Gefängnisinsassen mit Philosophie bekannt machen möchte, hat das für Kunisch zwar etwas "altväterlich Sozialutopisches". Aber irgendwie sympathisch scheint er es doch zu finden.
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