Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Petra Nagenkögel

Dahinter der Osten

Roman

Cover: Dahinter der Osten

Residenz Verlag, Salzburg 2002
ISBN-10 3701712573
ISBN-13 9783701712571
Gebunden, 188 Seiten, 16,90 EUR

Bestellen bei Buecher.de

Klappentext

Nach zwei Jahrzehnten kommt Lena, eine Frau Ende dreißig, wieder in ihre Geburtsstadt zurück, die sie früh verlassen hat. Sie mietet sich in einer kleinen Pension am Stadtrand ein, erkundet von hier aus die Gegend, die Stadt, die eigene - lang abgewehrte - Geschichte. Präzise Beobachtungen, Stimmungsbilder und Reflexionen des Alltags verbinden sich - ausgelöst durch den Besuch bei der Mutter - mit traumatischen Erinnerungsbildern. In bedrängender Unmittelbarkeit vermischen sich eigene Kindheitserfahrungen mit bruchstückhaften Geschichten der Großeltern und Eltern, exemplarisch für jene der Kriegs- und Nachkriegsgeneration, die geprägt ist von Schweigen und Verdrängung. Eine Atmosphäre von Geheimnis und diffuser Bedrohung tut sich auf, die einen Ausdruck findet in der väterlichen Gewalt, die Lena erfahren hat, unsagbar, aber unausweichlich, in den Körper eingeschrieben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.08.2002

Was sich hinter dem Titel des Romans verbirgt, erklärt Bruno Steiger gleich zu Beginn seiner Rezension: der Osten ist zum einen der ehemalige Kriegsschauplatz Russland, zum anderen aber die Stimmungslage der Ich-Erzählerin. Lena sehe sich als Nachkriegsgeschädigte, sie sei ein Mensch, der weder vergessen noch verzeihen könne. Durch ihren "eingeschränkten Blick" wird dem Roman allerdings viel Spannung genommen, findet Steiger. Auch wenn die Ausschließlichkeit, mit der die Autorin ihre Heldin auf Untröstlichkeit polt, dem Rezensenten Respekt abringt, möchte er nicht entscheiden, ob das Buch mit seinem "allein von Pathos beglaubigten Blick" mehr als "schwarze Albumspoesie" sei.

Bestellen Sie dieses Buch bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.07.2002

Ein bravouröses Debüt, meint Rezensentin Sibylle Cramer, hat die Österreicherin Petra Nagelkögel mit ihrem Roman "Dahinter der Osten" vorgelegt. Nagelkögel erzählt darin die Geschichte eines Kindesmissbrauchs. Das große Glück dieses Romans sieht die Rezensentin darin, dass sich die Autorin gegen das "Mittelmaß der Fallgeschichte" entscheidet und nicht nur das "nackte Leben und die nackte Macht" aufeinandertreffen lässt, sondern für "höhere Verhandlungsinstanzen" sorgt: "Neben die Verlorene, die ihr Opfer in der Gosse vollendete, tritt die Auferstehende, neben das stumme Opfer die Erzählerin, neben die Heimatlose die Hl. Magdalena." Vor allem, lobt die Rezensentin, hat Nagelkögel das Kunststück gemeistert, der Tragödie bei der sozialen Überformung nicht das Essentiale zu nehmen.

Lesen Sie den Originalartikel bei buecher.de
Gebraucht finden bei abebooks

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

blog comments powered by Disqus

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Vorgeblättert

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012: In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012: Würden sich die Tiere an das erinnern, was der Mensch ihnen zumutet, wären wir (die Menschen) vom Aussterben bedroht. Lesen Sie hier einen Auszug aus Maria Sonia Cristoffs Geschichten zur unwahrscheinlichen Beziehung von Mensch und Tier: "Unbehaust. Was Menschen mit Tieren machen". Mehr lesen

Lisa Kränzler: Export A

02.02.2012: Um Love and Tears geht es im Roman von Lisa Kränzler, in dem sie von Lisa erzählt, einer 16-jährigen Austauschschülerin in Kanada, hin- und hergerissen zwischen Gehorsam und Ausbruch. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Erstlingsroman "Export A". Mehr lesen

Archiv: Buchautoren