Thomas Mann

Briefe I. 1889-1913

Große kommentierte Frankfurter Ausgabe, Band 21. Text und Kommentar.
Cover: Briefe I. 1889-1913
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2002
ISBN 9783100483706
Gebunden, 940 Seiten, 95,00 EUR

Klappentext

Ausgewählt und herausgegeben von Cornelia Bernini, Thomas Sprecher, Hans Rudolf Vaget. Der Band "Briefe I", der Texte aus den frühen Schaffensjahren enthält, bietet Einblick in die Gedankenwelt des jungen Schriftstellers. Der Kommentar vermittelt die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte sowie die Quellenlage und bietet ausführliche Stellenkommentare. Zur weiteren Erschließung des Werks dienen eine Bibliographie und mehrere Register.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.09.2002

Der erste von achtzehn vorgesehenen Bänden mit Briefen von Thomas Mann ist jetzt im Rahmen der neuen Werkausgabe von Thomas Mann erschienen. Gut möglich, dass er sich als der reizvollste der ganzen Reihe herausstellt, mutmaßt Rezensent Gustav Seibt, für den die neue Ausgabe überfällig war. Den bisher erschienen Bänden ist laut Seibt gemein, dass sie durch üppige Kommentare glänzen und sich in textkritischer Hinsicht zurückhaltend geben. Das gilt auch für vorliegenden Briefband, obwohl man sich hier, der Natur der Sache nach, fast ausschließlich auf die Handschriften beziehe. Besonders reizvoll findet Seibt den Band aus einem Grund: "Hier ist der junge, kokette, altkluge, schüchtern liebende Thomas Mann zu belauschen", freut sich der Rezensent. Erst in der zweiten Hälfte des Bandes nehme jene diplomatische Geschäftspost an Kollegen, Redakteure, Verlagsleute überhand, "die den enormen Briefausstoß dieses Pflichtmenschen mehr als alles andere prägen wird." Was die Kommentierung des Bandes betrifft, erfährt man von Seibt nicht allzuviel. Er hält jedenfalls fest, dass die Kommentierung gerade bei den brisantesten Briefen kaum über das schon Vorliegende hinausgehen kann, und dass und die Gegenbriefe notgedrungen ausgespart bleiben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.07.2002

Auf Wissenschaft und Leserschaft kommt eine neue monumentale Gesamtausgabe der Werke von Thomas Mann zu, von denen, insgesamt 38 an der Zahl, nun der erste mit Briefen aus der Zeit 1893 bis 1913 erschienen ist, berichtet Wolfram Groddeck. Acht Bände haben die Herausgeber insgesamt den Briefen vorbehalten, 25.000 sind bis heute bekannt geworden, von denen die Herausgeber 3.000 in den nächsten Jahren veröffentlichen wollen, so der Rezensent. Insgesamt haben sie sich viel vorgenommen, denn was sie mit der "Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe" wagen, sei ein editorischer Neuanfang. Texte sollen in der ursprünglichen Fassung ohne "orthografische Anpassungen" erscheinen, ergänzt um detaillierte Kommentare, informiert Groddeck. Umso erstaunter ist der Rezensent, dass sie dieses Konzept bei der Veröffentlichung der Briefe nicht eingehalten und von den Briefmanuskripten "glatte Drucktexte" erstellt haben. Unterstreichungen seien kursiv, Streichungen tauchten allenfalls im Kommentar auf, Faksimiles würden schlicht gemieden, gerade so, als sei eine Handschrift "ehrenrührig", wundert sich Groddeck. Der Band sei zwar wunderschön gestaltet, "augenscheinlich sorgfältig und kompetent kommentiert", bleibt aber hinter den heutzutage üblichen technischen Standards der Briefedition weit zurück, kritisiert Groddeck, der die Verlautbarungen der Herausgeber, die editorischen Wissenschaften neu zu schreiben, denn auch etwas überzogen findet.

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