Herausgegeben vom Augustinermuseum Freiburg. Mit über 80 Abbildungen bildet der Katalog einer Ausstellung im Augustinermuseum Freiburg (8.6.-28.7.2002) einen Querschnitt der schönsten illustrierten Handschriften in öffentlichem Freiburger Besitz. Bislang nur Spezialisten geläufig, erschließt sich hier ein weithin unbekannter Reichtum. Mit knapp 40 Beispielen vom frühen 8. bis ins beginnende 16. Jahrhundert ist die Buchkunst des gesamten mittelalterlichen Zeitraums präsent. Darunter befinden sich Spitzenstücke wie das spätottonische Kölner Sakramentar der Universitätsbibliothek und das mehrbändige Missale Bischof Hugos von Hohenlandenberg aus dem Erzbischöflichen Archiv, das zu den prachtvollsten Codices der Dürerzeit zählt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2002
Im Unterschied zu Fresken und Tafelbildern kamen Miniaturen in mittelalterlichen Handschriften nur zeitweilig vors Auge eines privilegierten Publikums, weiß Rezensent Norbert H. Ott, die meiste Zeit blieben sie in den Tresoren der Bibliotheken versteckt. Zur Freude des Rezensenten kann man diese "Verborgene Pracht" nun in einem von der Universitätsbibliothek und dem Augustinermuseum Freiburg herausgegebenen Band bestaunen, der gut drei Dutzend illuminierte Handschriften aus acht Jahrhunderten vorstellt. Der Bogen der Exponate spannt sich dabei nach Auskunft Otts von einem luxemburgischen Evangeliar-Fragment des 8. Jahrhunderts bis hin zu Sueton- und Livius Manuskripten der italienischen Renaissance. Besonders fasziniert zeigt sich Ott von einem "Bibel-Comic" von 1410, in dem die Ereignisse der Heilsgeschichte nur knapp kommentiert in 177 Feder- und Pinselzeichnungen zerlegt ist. "Selbst in der sich durch die Einheit von Text und Bild definierenden Buchkultur des Mittelalters", kommentiert Ott, "fungiert mitunter allein das Bildmedium als deutungsmächtige Informationsinstanz."
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