Emily Dickinson ist nicht nur Amerikas größte Dichterin, ihre Gedichte voller Anmut und Eigensinn gehören zum Schönsten im Schatz der Weltpoesie. Unsere Ausgabe präsentiert eine Auswahl ihrer kürzeren Gedichte auf Amerikanisch und auf Deutsch in einer Übersetzung von Wolfgang Schlenker. Die 51 Gedichte sind Einladungen, Emily Dickinson in jedem Text neu zu entdecken. Das Spektrum ist groß (aber nicht beliebig), der Blick offen. Was man sieht, sieht man direkt. Oder in den Worten von Emily Dickinson: "Wenn ich ein Buch lese und es macht meinen ganzen Körper so kalt, dass kein Feuer jemals mich wärmen könnte, weiß ich, das ist Dichtung. Wenn ich es physisch spüren kann, dass meine Schädeldecke abgenommen wird, weiß ich, das ist Dichtung. Nur auf diese Art weiß ich es. Gibt es denn eine andere?"
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.07.2002
Allzugerne würde die Rezensentin Angela Schader diesen schön gemachten, im Kleinverlag erschienenen zweisprachigen Band mit eher entlegenen Gedichten von Emily Dickinson loben. Allein, es geht nicht. Zu arg hat der Herausgeber Wolfgang Schlenker bei seinen Übersetzungen für sie gestümpert. 51 Gedichte sind es und bei nicht weniger als zwanzig, die Rezensentin hat nachgezählt, unterlaufen ihm mehr oder minder kapitale Fehler. Sie zitiert ein paar Zeilen, die das deutlich machen sollen: und in der Tat, der simple Blick ins Wörterbuch hätte die Sinnentstellung verhindern können. Da kann man nichts tun, bedauert Schader, als den interessierten Leser auf andere Ausgaben zu verweisen.
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