Bücher der Saison
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Klappentext
In seinen Erinnerungen schildert der 1999 verstorbene Journalist Sebastian Haffner die ersten drei Jahrzehnte seines Lebens. Nüchtern blickt er auf die Jahre zwischen 1914 und 1933 zurück, spiegelt er das Politische im Individuellen, benennt er Gründe für seine persönliche Entwicklung und die seines Volkes. Ein verlorenes Kapitel über NS-Rechtsreferendare ist von einem Doktoranden im Nachlass, der im Bundesarchiv verwahrt wird, aufgefunden worden, ebenso das vollständige Kapitel Machtergreifung, das nach der Veröffentlichung zu Lebzeiten Haffners im Stern verloren ging. Diese Textteile sind in die Taschenbuchausgabe integriert worden, so dass diese als erste den vollständigen Text anbietet.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2003
Volker Ullrich ist voller Lob für das eigentliche "Debüt" des Publizisten Sebastian Haffners, seine Erinnerungen der Jahre 1914 bis 1933. Das Buch erschien 2000 als Nachlassveröffentlichung, Haffner hatte es jedoch im Jahr 1939 aus der Emigration heraus geschrieben. Ullrich schwärmt für die "früh vollendete Virtuosität" Haffners. Alle Zutaten für exzellentes Geschichtenerzählen seien in dem Werk versammelt: "knapp zupackende Sprache", "provokativ zugespitzte These" und die Fähigkeit, eine Situation oder eine Person mit wenigen "Strichen zu charakterisieren". Der Rezensent bescheinigt Haffner eine beeindruckende Analysefähigkeit, beispielsweise die Erläuterung seiner Kernthese der "Anfälligkeit der zwischen 1900 und 1910 Geborenen" für Nationalsozialismus und Nihilismus. In so manchen Kritikeraugen schienen gerade "die erstaunlich hellsichtigen Prognosen" über die Ziele der Nazis ein Indiz für offensichtliche Fälschung des Verfassungsdatum, zu sein. Das Werk sei eine beeindruckende Lektüre über die "Sozialpathologie einer Gesellschaft", die sich "willig" und "widerstandslos" dem Nationalsozialismus ergab, resümiert ein begeisterter Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2002
In seiner Besprechung der Taschenbuchausgabe von Sebastian Haffners posthum veröffentlichter "Geschichte eines Deutschen" widmet sich Roland Kany vor allem zwei Ergänzungen, die in der Erstauflage nicht abgedruckt sind: Es handelt sich einmal um ein vergessenes Blatt aus Haffners Typoskript, dass Beobachtungen der deutschen Kriegseuphorie durch den siebenjährigen! Haffner aus dem Jahr 1914 enthält. Und zweitens um den vierzigseitigen Schluss, der mit dem Nachlass im Bundesarchiv lag. Dieser "faszinierende" Schlussteil ermöglicht ein vollkommen neues Verständnis der Komposition des Buches, findet Kany, da er genau an diejenigen Beobachtungen anschließe, die das nachgetragene Blatt im Kapitel 25 beinhalten: denn im Schluss analysiere Haffner "messerscharf", was er auf dem nachgetragenen Blatt als Kind erlebt hatte. Was wohl noch alles im Bundesarchiv schlummern mag, fragt sich nun der Rezensent und berichtet, dass auch ein Nachwort von Sebastian Haffners Sohn in die Taschenbuchausgabe aufgenommen worden ist. Skizziert wird darin die Entstehungsgeschichte des 1939 abgeschlossenen Buches, so der Rezensent.
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