Ronald Reng

Der Traumhüter

Die unglaubliche Geschichte eines Torwarts
Cover: Der Traumhüter
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2002
ISBN 9783462031072
Taschenbuch, 255 Seiten, 8,90 EUR

Klappentext

Lars Leese hat das erlebt, wovon zehntausende Freizeitfußballer auf deutschen Aschenplätzen oder Schwimmbadwiesen heimlich träumen: Plötzlich kommt einer und macht dich zum Profi. Mit 22 spielte Leese für die Sportfreunde Neitersen in der Kreisliga Westerwald. Mit 28 sicherte er mit seinen Paraden dem englischen Erstligisten Barnsley vor 40.000 Zuschauern einen 1:0-Sieg über den sechsmaligen Europacupsieger FC Liverpool. Und mit 32 ist er wieder da, wo er herkam - in der Anonymität. Eine der kuriosesten Sportlerkarrieren der Gegenwart. Erzählt wird diese Geschichte vom Sportjournalisten Ronald Reng, der Leese aber immer wieder selbst berichten lässt. "Der Traumhüter" ist ein witziges, anekdotenreiches Buch, das in seinem Mix aus Fußballstory und persönlicher Lebensgeschichte selbst dem sportuninteressierten Leser die Faszination des Fußballs nahe bringt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2002

Etwas elliptisch berichtet Alex Rühle über das Buch des Sportjournalisten Ronald Reng. Der hat sich der Geschichte des Fußballers Lars Leese angenommen. Leese verkörpert für den Rezensenten den Traum aller Durchschnittsmenschen mit einer ausgeprägten Affinität für Fußball. Ein unerwarteter Anruf leitet die kurze Karriere zum Fußballprofi ein, die ihn nach England führt, wo er aber wegen Zwistigkeiten mit dem Trainer nicht weiter aufsteigen kann und nach Deutschland zurückkehrt. Hier arbeitet er wieder wie zu Beginn dieser kurzen Karriere als Bürokaufmann und sitzt nun für Mönchengladbach auf der Reservebank. Rühle findet diesen Band recht informativ, seine Besprechung ist es wegen ihrer im Sportmoderatorenjargon gehalten Sprache allerdings weniger.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.04.2002

Wer ist Lars Leese? Nun, er ist Ersatztorhüter bei den Amateuren von Borussia Mönchengladbach und fünfter Torhüter der Bundesligamannschaft, erklärt Rezensent Simon Osterwalder. Dass über diesen Mann ein Buch geschrieben wird, findet er ganz verständlich, denn Leese habe ein "phantastisch anmutendes Fußballerleben" aufzuweisen. Der Torwart wurde nämlich nach Stationen bei diversen Amateurmannschaften direkt in den FC Barnsley geholt, das bedeutete "mitten ins britische Football-Eldorado", schreibt Osterwald. Und hier erfuhr Leese am 22. November 1997 im Spiel gegen die "Reds", wie es ist, einmal der Star in einem großen Spiel zu sein. Dieser Höhepunkt seiner Karriere war gleichzeitig ihr Ende. Leeses Vertrag wurde nicht verlängert. Heute ist er wieder Amateur-Ersatztorhüter, seine Brötchen verdient er als Handelskaufmann. Autor Roland Reng lässt den Fußballer in seinem Buch die meiste Zeit selbst von seiner Karriere erzählen. Osterwalder findet das gut, denn so lese sich das ganze über weite Strecken wie eine "persönliche Erzählung, die auf einer wahren Begebenheit beruht". Nur gelegentlich greife Reng kommentierend oder erklärend ein. So erhält der Leser einen "intimen" und "unterhaltsamen" Einblick" in die Welt des Fußballs, lobt Osterwalder. Nur eine Frage findet er im Buch nicht beantwortet: Woran ist die Fußballkarriere des Lars Leese eigentlich gescheitert?

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