Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 12.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Im Ententeich: Redaktionsblog

FAZ enteignet Päpstin. Elke Heidenreich empört

Von Thierry Chervel, 25.06.2009, 12:06

Bild zum ArtikelElke Heidenreich ist empört. Ein sogenannter Zuschussverlag hat ein Buch von ihr publiziert, ohne sie zu fragen. Zuschussverlage kassieren bei Autoren, die es nötig haben, richtig ab, um ihre Bücher, die sonst niemand haben will, herauszubringen. Von Elke Heidenreich hat die "Deutsche Literaturgesellschaft" aber sicher kein Geld kassiert: Der ominöse Verlag scheint das Buch mit dem Titel "Bücher könnte ich lassen, Oper nie!" als Köder für seine Bauernfängerei produziert zu haben. Das Literaturcafé hat die Geschichte schon vor einiger Zeit aufgebracht und berichtet in einem Nachtrag von gestern, dass es das Buch bei Amazon bestellen konnte. Elke Heidenreich sagt dazu, ebenfalls laut Literaturcafé:

"Ich bin über die Machenschaften der sogenannten Deutschen Literaturgesellschaft empört und habe damit nichts zu tun. Im Gegenteil, die Opfer solcher Zuschussverlage beklagen sich oft bei mir, dass sie sich betrogen fühlen. Meine Verlage werden juristische Schritte einleiten und prüfen, wie man gegen die Verwendung meines Photos und meiner Texte vorgehen kann."

Da wendet sich Elke Heidenreich aber offensichtlich an den falschen Adressaten, denn es scheint, dass die "Deutsche Lieteraturgesellschaft" die Texte rechtmäßig erworben hat - und zwar ... mehr lesen

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Hilft Siemens den iranischen Zensoren?

Von Thierry Chervel, 22.06.2009, 09:06


Aktualisiert um 17 Uhr.

Das Nokia Siemens Network reagiert in einem Blogeintrag auf den unten zitierten Artikel des Wall Street Journal: Das Konsortium habe das iranische Telekommunikationsnetz lediglich mit einer "Lawful Intercept capability" ausgestattet, die internationalen Standards entspreche. Die Technologie betreffe allein das Mobilfunknetz und umfasse keine Techniken zu "data monitoring, internet monitoring, deep packet inspection, international call monitoring or speech recognition".

___

Das Wall Street Journal beschuldigt in einem Artikel in seiner heutigen Ausgabe den Siemens-Konzern, das iranische Regime mit Internetzensur-Technologie beliefert zu haben. Ähnliche Vorwürfe erhebt die New Yorker Zeitung gegen Nokia. "In Reaktion auf den politischen Tumult", so die Zeitung, "scheint die iranische Regierung zur Praxis der sogenannten 'deep packet inspection' gegriffen zu haben, die es den Behörden erlaubt, Kommunikation nicht nur zu blockieren, sondern auch zu überwachen, um Information über einzelne Internetnutzer einzuholen. Auch zur Desinformation wird diese Technik eingesetzt." Die Zeitung beruft sich in ihrem Artikel auf iranische Experten, mit denen sie gesprochen hat. Diese Überwachungstechnologie soll den iranischen Behörden von einem joint venture von Siemens und Nokia geliefert worden sein. Die Technologie soll bei den jüngsten Unruhen erstmals intensiv eingesetzt worden sein. Die ... mehr lesen

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Neue Bilder und Links zu den Demos im Iran

Von Thierry Chervel, 17.06.2009, 18:06

Es ist immer noch völlig irre, welche Informationen einerseits über den Twitter-Hashtag #IranElection, aber auch über das ausgezeichnete und minütlich aktualisierte Blog des Guardian über die Proteste im Iran kommen. Im Guardian scheint man jetzt in 24-Stunden-Schichten zu arbeiten: Gegen 3 Uhr Nachmittags wurde gemeldet, dass nun ein Kollege aus Washington übernimmt.

Der Guardian verlinkt auf dieses Fotos eines iranischen Twitterers, das die heutgie Demonstation in Teheran zeigt:

Bild zum Artikel



Über #IranElection sind wir auf dieses Bild und einen Blogeintrag bei DailyKos gestoßen. Die Grafik weist nach, dass das iranische Regierung ein Foto von einer Pro-Achmadinedschad-Demo mit Photoshop aufgehübscht hat. Bestimmte Bildelemente wiederholen sich:

Bild zum Artikel


Größer und mit erläuterndem Kommentar findet sich das Bild bei Dailykos.

Über den Guardian fanden wir auch einen, leider wohl realistischen, Kommentar des Journalisten Robert Dreyfuss, der in einem Blog für die linke Wochenzeitschrift The Nation berichtet. Er ist am Montag aus dem Iran zurückgekommen, hat mit vielen Demonstranten gesprochen und macht keine allzu großen Hoffnungen: "The ... mehr lesen

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Demos im Iran - aktuelle Links

Von Thierry Chervel, 16.06.2009, 09:06

"Live-Tweeting The Revolution" - ohne Twitter geht gar nichts mehr, auch keine Revolution. Gawker meldet: "Twitter kündigte gestern an, dass es einen angekündigten Termin für Instandsetzungsarbeiten verschoben habe, damit die Demonstranten im Iran den Service nutzen können, um sich zu organisieren und mit der Welt zu kommunizieren." Die New York Times erklärt in einem ausführlichen Artikel, welche Rolle Twitter, Facebook etc. für die Demonstranten spielen.

Hier der Twitter-Realtime-Link zum Thema #Iranelection.

Diese Forderungen sind auf Twitterlinks, etwa hier, immer wieder zu lesen:

"What do we want?

   1. Remove Khamenei from supreme leader
   2. Remove Ahmadinejad because he took it forcefully and unlawfully
   3. Put Ayatollah Monazeri as supreme leader until a review of the constitution is set up
   4. Recognize Mousavi as official president
   5. Let Mousavi rule as the constitution is reformed
   6. Free all political prisoners, immediately
   7. Call off all secret militia and offices"

Während die Zeitungen noch von zehntausend Demonstranten sprachen, tummelten sich auf den Blogs schon die Handyvideos, die hunderttausende Demonstranten zeigen. Andrew Sullivan, der konservative Schwulenehenbefürworter und Atlantic-Monthly-Alphablogger, verfolgt die iranischen Ereignisse ... mehr lesen

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Archiv: Presseschauen

Für Ohrfeigen geboren

11.02.2012. In der FAZ erklärt Michail Schischkin, warum Gogol der verzweifeltste aller russischen Schriftsteller war. In der NZZ erklärt Jennifer Eagan das Konzept ihres Romans über die Aushöhlung der Musikindustrie. Der eigentliche Stukturwandel der Öffentlichkeit findet jetzt erst statt, meint Volker Gerhardt in der Welt. In der taz erklärt Bazon Brock, warum man als Humanist gegen den Tod sein muss. In der FR beklagt Timothy Snyder das politsche links-rechts-Schema in der Wahrnehmung des Holocaust. Mehr lesen

Ewig lockt das Buch

10.02.2012. Josef Joffe meint: "Die Print-Zeitung wird vergehen, das Buch bleibt bestehen" - Leonard Novy fordert eine neue Medienpolitik für neue Medien - Wolfgang Michal fragt: Ist ACTA Ansgar Hevelings Kriegserklärung? - Blutgrätsche gegen Medienpläne: Bundesliga-Pläne der Telekom in Gefahr - Schöner debattieren? Vocer und Diskurs@Deutschlandradio. Mehr lesen

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen

Karikaturen und Cartoons

27.01.2012. Vorbild Belgien. Mehr lesen

Archiv: Bücher

Uangenehm plausibel

11.02.2012. FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Joan Didion: Blaue Stunden

09.02.2012. In "Blaue Stunden" erinnert sich die amerikanische Autorin Joan Didion an ihre Tochter, daran, wie es war, sie aufwachsen zu sehen und Abschied zu nehmen, als sie mit 39 Jahren starb. Es ist eine persönliche Bilanz über Erinnerung und Alter. Lesen Sie hier einen Auszug. Mehr lesen

Maria Sonia Cristoff: Unbehaust

06.02.2012. Zum Glück erinnern sich die meisten Tiere nicht an das, was wir Menschen ihnen antun. Leseprobe Mehr lesen

Erde im Blut

17.01.2012. In Parker Bilals "Die dunklen Straßen von Kairo" kämpft Privatdetektiv Makana für Aufklärung und bringt damit Magnaten und Sittenwächter gegen sich auf. In "Der achte Zwerg" lässt Ross Thomas einen Nazijäger durch das Deutschland im Jahre Null jagen. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Selbst ist der Autor

09.02.2012. Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Eine Antwort auf Jürgen Neffe von Cora Stephan Mehr lesen

Selbst ist der Autor

08.02.2012. Die entscheidenden Akteure im Buchmarkt sind die Leser und die Autoren. Sie können nun direkt zueinander finden. Weitere Regulierungen braucht es nicht. Eine Antwort auf Jürgen Neffe Mehr lesen

Der Abschied vom Universum Buch

30.01.2012. Jürgen Neffe will einen anti-globalen Schutzwall um einen Markt ziehen, der sich bereits in völliger Auflösung befindet. Das wird nicht funktionieren. Trotzdem braucht der Wandel gute Rahmenbedingungen. Mehr lesen

FAZ und SZ gegen Perlentaucher: Das Urteil

01.11.2011. Nach fünf Jahren ist es jetzt amtlich: Der Perlentaucher darf 13 Abstracts zu FAZ- und SZ-Buchkritiken nicht mehr vertreiben, entschied heute das OLG Frankfurt. Mit ihren weitergehenden Anträgen sind die Zeitungen gescheitert. Mehr lesen