Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Erzählt von einer Mordserie an Roma: Bence Fliegaufs 'Just the Wind' (Wettbewerb)

Von Lukas Foerster, 16.02.2012, 17:55

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Ein Tag im Leben einer Familie ungarischer Roma in einem kleinen Dorf, ausgehend von den schlaftrunkenen, gemeinsamen, größtenteils sprachlosen Tagesvorbereitungen in der digitalen Dunkelheit des beginnenden Morgengrauens. Dann splittet der Film sich auf in drei Stränge und verfolgt: Mutter, Tochter, Sohn. "Verfolgt" ganz buchstäblich, denn die Kamera klebt oft am Rücken, im Nacken der Protagonisten, wie sie sich von einem Ort zum nächsten bewegen, wie sich voneinander trennen, wie sich ihre Wege gelegentlich überschneiden und wie sie schließlich wieder zusammenkommen. Die Mutter Mari versucht mit mehreren Jobs ihre Familie über Wasser zu halten und versinkt doch in Schulden (ihr Mann lebt in Kanada und hofft, seine Angehörigen bald nachholen zu können). Die Tochter Anna geht zur Schule, zeichnet auf dem Pausenhof dunkle Engel und tupft sich blaue Flecken auf die Fingernägel, später geht sie mit einem jungen Mädchen baden. ... mehr lesen



Stichwörter: bence fliegauf, just the wind, roma, ungarn, wettbewerb 2012

Minimalistisches Monument: Bela Tarrs 'The Turin Horse'

Von Lukas Foerster, 16.02.2011, 10:00

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Ein Mann und eine Frau im Haus, ein Pferd im Stall. Das Pferd bekommt Wasser aus dem Brunnen, die Menschen essen Kartoffeln. Der Mann sitzt stumm vor seinem Teller und lässt seine Faust auf die Kartoffel knallen, bevor er sich sie, noch kochend heiß, in den Mund stopft. Genauso stumm und stumpf sitzt er auch vor den Holzscheiten, auf die er mit der Axt einschlägt, oder vor dem Gürtel, in den er Löcher sticht. Die Frau, die sich bei allem, was sie macht, ein wenig raffinierter anstellt als der Mann, die aber trotzdem nichts zu lachen hat, pustet auf die Kartoffeln, bevor sie sie verspeist. Als das Pferd vor den Wagen gespannt werden soll, bockt es.

Das "Turin Horse" des Titels ist zuerst einmal jenes Pferd, das Friedrich Nietzsche vor den Toren der italienischen Stadt umarmte, nachdem er ... mehr lesen



Stichwörter: bela tarr, the turin horse, ungarn, wettbewerb 2011