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Außer Atem: Das Berlinaleblog
Geld macht nicht glücklich in Asli Özges 'Lebenslang' (Panorama)
Von Lukas Foerster, 10.02.2013, 08:32
Was es heißt, kein Geld, oder zumindest eindeutig zu wenig Geld zu haben, im Alltag, im Familienleben, in Beziehungen, für Versuche, Beziehungen aufzubauen, potentielle Partner kennenzulernen: Das war eines der zentralen Themen von "Men on the Bridge", einer bedrückenden, realistischen Milieustudie, dem außergewöhnlichen ersten Spielfilm der in Berlin lebenden Türkin Aslı Özge. Ein Leben auf der Brücke, im Freien und doch bedrängt von allen Seiten. Das Paar, das im Zentrum des Nachfolgefilms "Hayatboyu" steht, lebt dagegen im durchgentrifizierten Istanbuler Stadtteil Nişantaşı. Wer sich da eine Wohnung leisten kann, hat keine Geldsorgen, zumindest keine drängenden. Was noch lange nicht heißt, dass er (beziehungsweise in diesem Fall vor allem: sie) ein entspanntes Leben führen kann.
Ela, eine Frau mittleren Alters, ist Künstlerin, eine, die zwar durchaus erfolgreich ausstellt, aber deren Installationen schwer verkäuflich sind. Wenn sie zum ... mehr lesen
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asli özge, deutschland, hayatboyu, lebenslang, panorama 2013, türkei
Hat theatrale Dimensionen: Reha Erdems 'Jin' (Generation 14plus)
Von Lukas Foerster, 09.02.2013, 10:11

Eine 15-jährige, alleine in den Bergen, alleine mit der Natur. Felsen, Wiesen, Bäume, der Himmel mal strahlend blau, mal nebelverhangen, mal wolkenverzogen, oft stürmt und regnet es. Viele Naturtotalen, begleitet von flächiger, sinfonischer Musik. Die 15-jährige heißt Jin, also Geist; man kann das auf ihren legalen Status beziehen: Ein Mädchen ohne Papiere, eine junge Kurdin, die einmal Teil einer militanten Gruppierung war, jetzt aber allein, zwar bewaffnet, aber ohne Auftrag, ohne Ziel die Natur durchstreift. In die Welt, in den Film hineingeworfen, bleibt Jin eine ganze Weile lang einsame Überlebenskünsterin. Ein bloßer Zufall gibt ihrer Bewegung schließlich eine Richtung, ein Ziel (und einen möglichen Ausweg aus der geisterhaften Existenzform), dem Film eine Geschichte: Sie beschließt, nach Izmir, in die Großstadt, in den Westen der Türkei zu reisen. ... mehr lesen
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generation 14plus, jin, reha erdem, türkei
Heute noch zu sehen: Emin Alpers 'Beyond the Hill', Kiko Goifmans 'Look at me again' und Zoé Chantres 'Tiens moi droite'
Von Nikolaus Perneczky, 18.02.2012, 11:15

Emin Alpers Erstlingsfilm "Tepenin Ard? - Beyond the Hill" (Forum) beginnt vielversprechend enigmatisch. Ein alter Patriarch verteidigt sein Anwesen in den anatolischen Bergen gegen Nomaden, die ihre Tiere auf sein Weideland führen. Der Kleinkrieg zwischen dem alten Mann, der mit einem seiner Söhne und dessen Familie in einer Talsenke lebt, und den angeblichen Aggressoren, tobt schon eine ganze Weile, als der zweite Sohn zu Besuch kommt. Geschickt relegiert der Film die wahrgenommene Bedrohung ins Off, hinter den Hügel, wo die Nomaden sich aufhalten sollen. Sie sind jedoch nie direkt zu sehen, sondern lediglich in der Phantomgestalt von Gegenschüssen aus dem umliegenden Gebirge, unauffällige Landschaftsaufnahmen jeder für sich, die sich nach und nach zu einer Triangulation des Geschehens im Tal addieren, und so die Frage aufwerfen, wessen Betrachterstandpunkt sich hier mitteilt. Es ist zu bedauern, dass Emin Alper den Konflikt ... mehr lesen
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beyond the hill, brasilien, emin alper, forum 2012, frankreich, kiko goifman, look at me again, panorama 2012, tiens moi droite, türkei, zoé chantre
Bromance im Leerlauf: Seyfi Teomans 'Our Grand Despair'
Von Lukas Foerster, 16.02.2011, 13:20

Die Zweierbeziehung der Liebe, meinte Georg Simmel, bedürfe eines/r Dritten, um in der Abgrenzung zu diesem ihre eigene Identität zu gewinnen. Im türkischen Wettbewerbsfilm "Our Grand Despair" sieht es für kurze Zeit so aus, als könnte das funktionieren. Am Ende aber hat der Film die Dritte wieder ausgeschieden, neue Identitäten sind nicht entstanden. Die Dritte ist Nihal, eine junge Frau, die nach dem Unfalltod ihrer Eltern bei zwei Freunden ihres Bruders unterkommt. Ihre Gastgeber, der Übersetzer Ender und der Ingenieur Cetin, sind erst vor kurzem zusammen gezogen. Ihre Beziehung aber war laut Ender schon immer "fast so etwas wie eine Romanze". Ein wenig ähneln die beiden mittelalten Männer in ihren gemütlichen, albernen Routinen den schwulen Nachbarn aus "The Sarah Silverman Program" ("I'm so gay for you, dude"), allerdings schlafen Ender und Cetin zuhause in getrennten Zimmern, und selbst, ... mehr lesen
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bromance, our grand despair, seyfi teoman, türkei, wettbewerb 2011
Führt in die Dunkelheit: Semih Kaplanoglus 'Bal'
Von Lukas Foerster, 16.02.2010, 17:02
Ein Mann läuft durch den Wald und nähert sich der Kamera. An der Hand führt er einen Lastesel. Im Bildvordergrund angekommen, beginnt er, auf einen Baum zu klettern. Dort oben, auf dem Baum, möchte er, das wird man allerdings erst in der Mitte des Films erfahren, Bienenstöcke aufhängen. Als er schon einige Meter über dem Boden schwebt, beginnt der Ast, an dem er sein Kletterseil befestigt hat, verdächtig zu knacken. Bald hängt er frei in der Luft. Während er verzweifelt um sich blickt, kommt die erste von mehreren Bienen in den Film gesummt.
Der Mann ist Bauer und Imker in einem kleinen türkischen Bergdorf, vermutlich im Norden des Landes, in der Nähe der Schwarzmeerküste. Seine Familie lebt etwas abseits einer kleinen Ortschaft: er selbst, seine Frau und Yusuf, ihr gemeinsamer Sohn. Der steht im Zentrum des Films. Er ... mehr lesen
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bal, semih kaplanoglu, türkei, wettbewerb 2010
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