Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Ibrahim liegt hier nicht: Mohamed Al-Daradjis 'Son Of Babylon'

Von Anja Seeliger, 13.02.2010, 11:44

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In "Son of Babylon" reisen eine alte Frau und ihr 12-jähriger Enkel Ahmed durch den Irak, um den Vater des Jungen zu suchen, den Musiker Ibrahim, der 1991 von der Republikanischen Garde verschleppt worden war. Die beiden sind Kurden und ihre Reise führt vom Nordirak über Bagdad in den Süden Babylons, nach Nasiriya. Hier soll Ibrahim im Gefängnis sitzen. Doch die Gefängnisse sind leer. Männer mit langen Listen sitzen heute davor, die versuchen, den Angehörigen bei der Suche nach Verschollenen zu helfen. Ibrahim steht auf keiner Liste. Und irgendwann begreift die Großmutter: nicht in den Gefängnissen, in den Massengräbern muss sie suchen, die überall im Land ausgehoben werden.

Die Pressevorführung gestern abend war eine hochoffizielle Angelegenheit. Nach der Vorführung wurde noch ein 3-minütiges filmisches Grußwort gezeigt, in dem ein Politiker - wenn ich recht verstanden habe, ... mehr lesen



Stichwörter: angela schanelec, constantin popescu, irak, kurden, mohamed al-daradji, panorama 2010, roman polanski, son of babylon

Der Unbehausteste: Roman Polanskis 'The Ghost Writer'

Von Thierry Chervel, 12.02.2010, 21:00

Am gnadenlosesten schnappen immer die Fallen zu, in die man sehenden Auges lief. Polanski ist der Filmemacher der bösen Ahnung, einer uranfänglichen Unbehaglichkeit, aus der man wie im Alptraum nicht zurück kann. Noch bevor irgendetwas passiert ist, spürt der amerikanische Arzt Richard Walker in "Frantic", dass Paris ihn nicht willkommen heißt. Er fährt trotzdem, mit der geliebten Frau. So wie Trelkovsky in "Der Mieter" die Wohnung der Selbstmörderin mietet, vor der es ihn graust und in der er seine einsame Emigrantenexistenz dann doch zu Ende fristet, und wie der Assistent des Vampirologen im "Tanz der Vampire" seinem gesunden Widerwillen hätte nachgeben sollen. Aber zu spät, die Falle schnappt zu, weil der Held zu höflich war, oder egoistisch oder neugierig oder bedürftig und weil er durch seine eigenen kleinen menschlichen Fehler den grausamen Mechanismus des Räderwerks nach Kräften schmiert.

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Stichwörter: alkohol, frankreich, großbritannien, roman polanski, the ghostwriter, thriller, wettbewerb 2010