Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Autodestruktion im Wortsinn: Danis Tanovics 'An Episode in the Life of an Iron Picker' (Wettbewerb)

Von Nikolaus Perneczky, 13.02.2013, 16:02

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"An Episode in the Life of an Iron Picker", der bosnisch-herzegowinische Wettbewerbsbeitrag von Danis Tanovic, ist ein wohlmeinender Film über eine Romafamilie aus dem Hinterland, erzählt aus der Perspektive des Vaters Nazif, der seinen Unterhalt und den seiner Familie als Eisensammler bestreitet. Fast ist mit dieser Berufsbezeichnung schon zu viel gesagt: Er schaut eben, wo in seinem völlig verarmten Umfeld noch Gegenwerte zu bergen sind. Und die finden sich nun einmal vornehmlich in der Gestalt von Altmetall, einer provisorischen Müllhalde oder – hierin verdichtet sich das sisyphos'sche Zentralmotiv – seinen eigenen Subsistenzmitteln abgerungen. Die stärkste Szene zeigt Nazif und seine Nachbarn bei der Demontage seines Autos mit rostigen Sägen und schweren Hämmern: Autodestruktion im Wortsinn.

Der Plot begleitet Nazif über einen nur wenige Tage umspannenden Zeitraum, unterdessen seine Frau Senada eine Fehlgeburt hat. Obwohl eine OP dringend nötig ... mehr lesen



Stichwörter: an episode in the life of an iron picker, bosnien-herzegowina, danis tanovic, epizoda u zivotu beraca zeljeza, roma

Erzählt von einer Mordserie an Roma: Bence Fliegaufs 'Just the Wind' (Wettbewerb)

Von Lukas Foerster, 16.02.2012, 17:55

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Ein Tag im Leben einer Familie ungarischer Roma in einem kleinen Dorf, ausgehend von den schlaftrunkenen, gemeinsamen, größtenteils sprachlosen Tagesvorbereitungen in der digitalen Dunkelheit des beginnenden Morgengrauens. Dann splittet der Film sich auf in drei Stränge und verfolgt: Mutter, Tochter, Sohn. "Verfolgt" ganz buchstäblich, denn die Kamera klebt oft am Rücken, im Nacken der Protagonisten, wie sie sich von einem Ort zum nächsten bewegen, wie sich voneinander trennen, wie sich ihre Wege gelegentlich überschneiden und wie sie schließlich wieder zusammenkommen. Die Mutter Mari versucht mit mehreren Jobs ihre Familie über Wasser zu halten und versinkt doch in Schulden (ihr Mann lebt in Kanada und hofft, seine Angehörigen bald nachholen zu können). Die Tochter Anna geht zur Schule, zeichnet auf dem Pausenhof dunkle Engel und tupft sich blaue Flecken auf die Fingernägel, später geht sie mit einem jungen Mädchen baden. ... mehr lesen



Stichwörter: bence fliegauf, just the wind, roma, ungarn, wettbewerb 2012