Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Schwule Priester in Not: Malgoska Szumowskas 'In the Name of' (Wettbewerb)

Von Thekla Dannenberg, 08.02.2013, 16:30

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Wie die Faust aufs Auge passt Małgośka Szumowskas Film "In the Name of" in die Kämpfe, die Europa gerade mit der katholischen Kirche ausficht, um Kindern Wiedergutmachung zukommen zu lassen, die in kirchlichen Einrichtungen missbraucht und misshandelt wurden. Von Irland bis Polen ist der katholische Priester, der weder mit seiner Machtstellung noch mit seiner Sexualität klarkommt, zum paneuropäischen Schreckensbild geworden. Szumowska erzählt in ihrem so feinsinnigen wie kraftvollen Film von einem solchen Mann, und sagen wir es so: Noch nie hat man einem katholischen Priester so sehr den Sex mit einem Schutzbefohlenen gegönnt!

Adam kommt in ein polnisches Provinzkaff. Wie so viele strafversetzte Priester gehört er eher zu der modernen, weltoffenen Fraktion. Und da die Ödnis in dieser sehr maskulinen und etwas verrohte Gegend so frappant ist, wird Adam bald für den ganzen Ort zum wichtigsten Anlaufpunkt. Er ... mehr lesen



Stichwörter: homosexualität, in the name of, katholische kirche, malgoska szumowska, polen, schwule priester, w imie, wettbewerb 2013

Pollesch in Polen: Przemyslaw Wojcieszeks 'Secret'

Von Thekla Dannenberg, 12.02.2012, 09:12

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Zwei Themen trüben das polnische Gewissen: Die miserable Behandlung der Schwulen und Lesben, deren Märsche für Toleranz immer wieder von nationalkatholischen Schlägertrupps gesprengt werden. Und die beunruhigende Frage, wie die Polen vom Holocaust profitiert haben. Sie haben die Geschäfte der ermorderten oder geflohenen Juden übernommen, sind in ihre Häuser gezogen und haben ihren Besitz in Beschlag genommen. Und was passierte, wenn Juden aus den Lagern heimkehrten? In Kielce wurden 1946 vierzig Holocaust-Überlebende erschlagen, unter anderem auch deshalb, weil die Polen die okkupierten Häuser nicht wieder hergeben wollten.

In seinem Film "Sekret", dem einzigen polnischen Film auf der Berlinale, schickt Przemyslaw Wojcieszek seine beiden jungen Protagonisten Ksawery und Karolina aufs Land, um an einem Wochenende und mit Ksawerys Großvater gleich beide Traumata aufzuarbeiten. Eine Familienaufstellung unter erschwerten Bedingungen: Ksawery ist eine erfolgreiche drag queen, Karolina eine mit dem Land ... mehr lesen



Stichwörter: forum 2012, homosexualität, polen, przemyslaw wojcieszek, secret

Ein etwas irres Etwas: Zbigniew Bzymeks 'Utopians'

Von Ekkehard Knörer, 11.02.2011, 09:20

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In einem seiner vielen unfreiwillig erhellenden Interviews vor Berlinale-Beginn hat deren Chef und leider auch künstlerischer Leiter Dieter Kosslick die folgenden sehr ominösen Worte gesprochen: "Und raten Sie mal, warum ich neuerdings so gerne verrate, dass ich Yoga mache! Da bahnt sich was an." Soll wohl heißen, dass es demnächst eine Berlinale-Sektion "Sonnengruß für Anfänger" geben wird (kann ja vielleicht nicht schaden bei dem Scheißwetter, das sich nach gestriger Irreführung jetzt doch eingestellt hat). Was sich ein Kosslick in seinen yogischen Träumen sicher nicht ausmalen konnte, war dagegen ein Forums-Film wie der in den USA entstandene "Utopians" des Polen Zbigniew Bzymek: die Geschichte eines Yogalehrers der anderen Art.

Es handelt sich um Bzymeks Spielfilmdebüt, bisher war der Regisseur vor allem als Videokünstler für avancierte Performancetruppen tätig. So ist er etwa fester freier Mitarbeiter der ... mehr lesen



Stichwörter: forum 2011, polen, utopians, zbigniew bzymek

Falsche Bärte und eine Blondine: Jerzy Skolimowskis Meisterwerk 'Le depart'

Von Lukas Foerster, 19.02.2010, 09:41

Mit einem Standbild beginnt der Film: ein dunkles, statueskes Etwas in einem Zimmer. Sobald sich das Bild in Bewegung setzt, wird das Etwas zu Jean-Pierre Leaud. Der Pullover, den er sich gerade über den Kopf zieht, hat ihn im Standbild enthumanisiert. Jetzt ist Leaud Mensch geworden, schick angezogen und bereit, loszulegen. Er zögert nicht, wie überhaupt der Film nie auch nur einen Moment zögert.



1967 hatte "Le depart" auf der Berlinale den goldenen Bären gewonnen. Die diesjährige Retrospektive "Play It again..." gräbt den Film wieder aus und alleine diese Ausgrabung ist dazu angetan, einen mit der auf den ersten Blick wenig originellen Konzeption zu versöhnen. "Le depart" ist Jerzy Skolimowskis vierter Langfilm und der erste, den er außerhalb seiner Heimat Polen realisierte, als Beginn einer nicht immer glücklichen Exilkarriere. ... mehr lesen



Stichwörter: belgien, jerzy skolimowski, le depart, polen, retrospektive 2010, videos