Bücherschau der Woche

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Trash-Sex im Kellerloch: Hans Peter Mollands 'En Ganske Snill Mann'

Von Thomas Groh, 16.02.2010, 09:32

An obskurem Sex ist dieser Wettbewerb gewiss nicht arm. Im begähnenswerten "Greenberg" geht Ben Stiller Greta Garwig sehr unvermittelt an die Wäsche und bricht ebenso unvermittelt wieder ab. Im sehr großartigen "Caterpillar" gibt es mehrfach Amputiertensex. Dass in "En Ganske Snill Mann" dann eine Frau fortgeschrittenen Alters mit deutlich ins Bild gesetzten schwieligen Beinen plötzlich ihre ranzige Unterhose auszieht, sich flach aufs Bett legt und den in ihrem Kellerloch untergebrachten Ex-Knasti mit traurig-fahlem Altherrenhintern anfährt, ob er denn zum Beischlaf noch eine Einladung benötige, um anschließend, bei erfolgter mechanischer Bebeischlafung, auf wildes "Jesus Christus"-Schreien zu verfallen, hat dann aber doch eine sehr eigene Qualität. Die erstgenannten Filme verhalten sich in der Zwischenzone von Hinsehen und Distanzwahren. "En Ganske Snill Mann" verfolgt nur ein Projekt: Die konsequente Desavouierung jeder seiner Figuren. Dass dabei plump um die Komplizenschaft eines amüsierwilligen Publikums gebuhlt wird, ist das eigentlich ... mehr lesen



Stichwörter: a somewhat gentle man, hans peter molland, norwegen, sex, wettbewerb 2010