Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Clash in Gaza: Yariv Horowitz' 'Rock the Casbah' (Panorama)

Von Thekla Dannenberg, 08.02.2013, 10:14

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Der israelische Regisseur Yariv Horowitz besitzt ein beachtliches Gespür für absurde Situationen, bittere Ironie und alltäglichen Wahnsinn. Und da er sich auch mit den Gesetzen der Thermodynamik, der Klaustrophobie und der Labyrinthe auszukennen scheint, kann man ihm attestieren, dass er mit seinem Film "Rock the Casbah" die Pulverfass-Atmosphäre des Gaza-Streifen wirklich gut rüberbringt! Horowitz folgt darin einem Trupp junger Soldaten, der nach Ausbruch der ersten Intifada, im Frühsommer 1989, in einem Flüchtlingslager die Ordnung aufrecht erhalten soll. Trotz genauester Anweisungen und Vorschriften für jedes denkbare Vorkommnis eine unmögliche Aufgabe, denn die Gegner der Soldaten sind meist Kinder.

Wenn der Trupp eine Schar Steine werfender Jugendlicher in Schach hält, werden sie von aufgebrachten Frauen in die Ecke getrieben. Nach den Steinen kommen die Molotow-Cocktails und ... mehr lesen



Stichwörter: gaza, intifada, israel, israelische armee, panorama 2013, rock the casbah, yariv horowitz

Stocken und Scheitern: Zum Werk von Claude Lanzmann

Von Nikolaus Perneczky, 08.02.2013, 08:10

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Claude Lanzmann

Der goldene Ehrenbär der 63. Berlinale geht an den französischen Autor und Filmemacher Claude Lanzmann, dem darum auch die diesjährige "Hommage" gewidmet ist. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine integrale Werkschau, die von Lanzmanns 1972 entstandenem Debütfilm "Pourquoi Israel" bis zur 2010 auf Arte erstausgestrahlten Fernsehproduktion "Le rapport Karski" reicht. Es fehlt lediglich der vierzigminütige Interviewfilm "Lights and Shadows" (mit dem ehemaligen israelischen General und späteren Ministerpräsidenten Ehud Barak); eine Apokryphe, die nur als DVD-Feature veröffentlicht wurde. In jedem Fall eine Gelegenheit nicht nur für Komplettisten, entfaltet sich Lanzmanns filmisches Schaffen doch so zusammenhängend aus sich heraus wie kaum ein anderes. Der Anzahl nach überschaubar, schüchtern die einzelnen Arbeiten vor allem aufgrund ihrer epischen Laufzeiten von bis zu neun Stunden ein, ohne darüber aber je monolithisch – wie ein undurchdringliches Massiv – anzumuten. Soll man ... mehr lesen



Stichwörter: claude lanzmann, dokumentarfilm, holocaust, hommage 2013, israel, jan karski, maurice rossel, shoah, siedlungspolitik, sobibor, theresienstadt, yehuda lerner

Psychodama als Kammerspiel: Jonathan Sagalls 'Odem'

Von Ekkehard Knörer, 18.02.2011, 10:02

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Lara, weiblich, nicht allzu glücklich, aber auch wieder nicht unglücklich verheiratet, nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht alt, sucht keinen Kontakt mehr zu ihrer Freundin Inan. Dann aber steht diese eines Tages vor ihrer Tür. Einen Tag zu spät, ihren Geburtstag hat Lara am Vortag gefeiert. Etwas stimmt nicht zwischen den beiden Frauen, was genau allerdings nicht im Lot ist, erfährt man nur nach und nach, Scheibchen für Scheibchen, in einer mehr aufwendigen als ertragreichen Rückblendenstruktur.

Vor dreizehn Jahren kamen beide aus Ramallah nach London und verdrängten, eine Zukunft im ersehnten Wohlstand erhoffend, ihre palästinensische Herkunft. Beide sprechen gut Englisch und bei der etwas unheimlichen, unterschwellig Richtung Psychothriller weisenden Wiederbegegnung verbieten sie sich arabische Worte. Die eine, Lara, ist kontrolliert, bei der anderen, Inan, scheint etwas lose. Lara wirft Inan nicht aus dem Haus, geht ... mehr lesen



Stichwörter: großbritannien, israel, jonathan sagall, odem, palästina, wettbewerb 2011