Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Außer Atem: Das Berlinaleblog

Risikoloser Thesenfilm: Jasmina Zbanics 'Na putu'

Von Lukas Foerster, 18.02.2010, 17:54

Be careful what you wish for... Gestern hatte ich mich angesichts des noch in seinen didaktischsten Momenten unbeholfenen "Shahada" nach einem echten Thesenfilm gesehnt. Heute habe ich einen bekommen und habe mir prompt Burhan Qurbanis wirre Dialektik zurück gewünscht. Die hat auf ihre Art wenigstens ein klein wenig riskiert. Jasmila Zbanics "Na putu" geht nicht das geringste Risiko ein.

Bild zum Artikel

Der originellste Einfall steht gleich am Beginn: Über den Anfangstiteln läuft pumpender Balkan-Pop ("Roll With It, Roll With It"), dann folgt ein abrupter Schnitt in die Stille und auf das Gesicht Lunas, der Hauptfigur des Films. Luna (Mirjana Karanovic) ist Stewardess, schätzungsweise Mitte Zwanzig, ihr Freund Amar ist Pilot. Bei einem Autounfall - das schimpfe nochmal jemand über die konstruierten Plots Hollywoods - treffen die beiden auf Amars alten Kumpel aus der Armee,  Bahrija. Der trägt seinen Bart lang ... mehr lesen



Stichwörter: bosnien-herzegowina, islam, Jasmina Zbanic, Na putu, wettbewerb 2010

Zeitgeschichte als Melodram: Karan Johars 'My Name Is Khan'

Von Lukas Foerster, 13.02.2010, 10:00

Nicht "Kaan", sondern "Chraan" spricht man den Nachnamen des größten lebenden Filmstars unserer Zeit aus. Das lernt man in aller Ausführlichkeit in Shah Rukh Khans neuem Film "My Name is Khan", in dem er die anderen Charaktere immer wieder zurechtweist: "Chraan, from the epiglottis, the epiglottis". Der Name ist nicht die einzige Gemeinsamkeit von Filmfigur und Schauspieler. Der gesamte Film hat eine starke autobiografische Note. Genauer gesagt: Er geht vom Autobiografischem aus und extrapoliert dasselbe ganz unverschämt ins Quasimythologische und Geopolitische.

Bild zum Artikel

Wie der echte Khan ist der Film-Khan, der allerdings mit Vornamen Rizwan heißt, ein indischer Moslem. Und wie der echte heiratet der Film-Khan eine Hindu-Frau, nämlich die allein erziehende Mutter Mandira. Allerdings nicht in Indien, sondern, da endet die Autobiografie, in den USA. Dorthin wandert Rizwan nach dem Tod seiner Mutter aus, weil er es ... mehr lesen



Stichwörter: 11. september 2001, indien, islam, karan johar, my name is khan, wettbewerb 2010