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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Außer Atem: Das Berlinaleblog
Anarchy in the UK: Meryl Streep ist 'The Iron Lady' (Wettbewerb Sonderführung)
Von Thomas Groh, 15.02.2012, 09:37

Good girls go to heaven, bad girls kommen ins Irrenhaus. Zumindest heißt ein alter Konservativer Margaret Thatcher (Meryl Streep) entsprechend willkommen, als sie erstmals Abgeordnete das Parlament betritt: "Welcome to the madhouse!" Repräsentative Demokratie als Nervenanstalt: Es wird geschrien, gekreischt, gestampft, geklopft. Und spätestens mit Thatchers Regierungsantritt 1979 als Premierministerin scheint das Land ringsum ohnehin in Flammen aufzugehen, während Punks defätistisch ihre Liebe zur 'Eisernen Lady' bekunden.
Auch in anderer Hinsicht spielt der Wahnsinn eine Rolle: "The Iron Lady" ist in hochassoziativen Rückblenden, in Erinnerungen einer sich zusehends in die Demenz verabschiedenden Seniorin erzählt, die sich fortwährend ihren seit Jahren toten Mann herbeihalluziniert, sich noch immer als Premierministerin wähnt und angesichts islamistischer Anschläge umgehend in Ansprachenrhetorik verfällt. Wie sie um sich das Land anzuzünden und in Trümmer zu legen scheint, steht am Ende des Films auch ... mehr lesen
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biopic, großbritannien, margaret thatcher, meryl streep, phyllida lloyd, the iron lady, wettbewerb
Psychodama als Kammerspiel: Jonathan Sagalls 'Odem'
Von Ekkehard Knörer, 18.02.2011, 10:02

Lara, weiblich, nicht allzu glücklich, aber auch wieder nicht unglücklich verheiratet, nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht alt, sucht keinen Kontakt mehr zu ihrer Freundin Inan. Dann aber steht diese eines Tages vor ihrer Tür. Einen Tag zu spät, ihren Geburtstag hat Lara am Vortag gefeiert. Etwas stimmt nicht zwischen den beiden Frauen, was genau allerdings nicht im Lot ist, erfährt man nur nach und nach, Scheibchen für Scheibchen, in einer mehr aufwendigen als ertragreichen Rückblendenstruktur.
Vor dreizehn Jahren kamen beide aus Ramallah nach London und verdrängten, eine Zukunft im ersehnten Wohlstand erhoffend, ihre palästinensische Herkunft. Beide sprechen gut Englisch und bei der etwas unheimlichen, unterschwellig Richtung Psychothriller weisenden Wiederbegegnung verbieten sie sich arabische Worte. Die eine, Lara, ist kontrolliert, bei der anderen, Inan, scheint etwas lose. Lara wirft Inan nicht aus dem Haus, geht ... mehr lesen
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großbritannien, israel, jonathan sagall, odem, palästina, wettbewerb 2011
Total kommensurabel: Banksys 'Exit Through the Gift Shop' im Wettbewerb
Von Ekkehard Knörer, 15.02.2010, 08:55
Banksy was here. Na, vielleicht auch nicht. Wer da ist, vor Start des Films, ist die Berlinale-Pressechefin Frauke Greiner. Sie kündigt eine kurze Filmbotschaft des englischen Künstlers an. Ton ab, Bild ab. Er sitzt da, mit Kapuzenjacke und schwarzem Gesicht und spricht mit technisch verzerrter Stimme zu uns. Macht Scherze und teilt mit, dass der nun folgende Film erstens durch und durch die Wahrheit erzählt und zweitens ganz gut sei, jedenfalls, wenn man die Erwartungen niedrig hält. 
Was den ersten Punkt angeht: schwer zu sagen. Möglicherweise ist die Unklarheit zwischen Mocku- und Documentary ein bisschen die Pointe des Films. "Möglicherweise" deshalb, weil man an keiner Stelle den Eindruck gewinnt, dass "Exit Through the Gift Shop" da irgendwas im Ernst oder im Scherz wirklich zuende denkt. Sicher ist aber dies: Es ist keine Doku über ... mehr lesen
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15. februar 2010, banksy, exit through the gift shop, großbritannien, kunst, street-art, wettbewerb 2010
Der Unbehausteste: Roman Polanskis 'The Ghost Writer'
Von Thierry Chervel, 12.02.2010, 21:00
Am gnadenlosesten schnappen immer die Fallen zu, in die man sehenden Auges lief. Polanski ist der Filmemacher der bösen Ahnung, einer uranfänglichen Unbehaglichkeit, aus der man wie im Alptraum nicht zurück kann. Noch bevor irgendetwas passiert ist, spürt der amerikanische Arzt Richard Walker in "Frantic", dass Paris ihn nicht willkommen heißt. Er fährt trotzdem, mit der geliebten Frau. So wie Trelkovsky in "Der Mieter" die Wohnung der Selbstmörderin mietet, vor der es ihn graust und in der er seine einsame Emigrantenexistenz dann doch zu Ende fristet, und wie der Assistent des Vampirologen im "Tanz der Vampire" seinem gesunden Widerwillen hätte nachgeben sollen. Aber zu spät, die Falle schnappt zu, weil der Held zu höflich war, oder egoistisch oder neugierig oder bedürftig und weil er durch seine eigenen kleinen menschlichen Fehler den grausamen Mechanismus des Räderwerks nach Kräften schmiert.
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