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Außer Atem: Das Berlinaleblog
Nur Geduld: Jean-Claude Caissys 'La Belle Visite'
Von Ekkehard Knörer, 17.02.2010, 14:18
Kein Grand Hotel, aber ein Ex-Motel Abgrund ist das Altersheim, das Jean-Claude Caissy in seinem Dokumentarfilmdebüt "La Belle Visite" porträtiert. Der Abgrund, an dem es steht, ist so tief nicht, der Blick, den man hat, geht sehr großzügig sogar ins Weite, hinaus aufs Meer. Im Sommer können die Bewohner des Heims direkt vor ihrer Tür sitzen, die Sonne im Gesicht, nichts als den Ozean zwischen sich und dem, was hinterm Horizont kommt. Im Film ist allerdings das Wetter die meiste Zeit schlecht. Und so richtig Augen für Naturschönheiten haben die hier lebenden Menschen, dies der Eindruck, den Caissys Film vermittelt, ohnehin nicht. 
Früh im Film eine Einstellung, die mich auf einen Schlag vom Können des Regisseurs überzeugt. Eine alte Frau betritt schweren und langsamen Schritts einen Gang. Sie schlurft, die Kamera folgt ihr. Sie schlurft ... mehr lesen
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altersheim, forum 2010, jean-francois caissy, kanada, la belle visite
Minimalster Minimalismus: 'Fin' von Luis Sampieri
Von Thomas Groh, 17.02.2010, 11:26
Wenn es so etwas wie einen identifizierbaren "Sundance-Stil" gibt, dann gibt es sicher ebenso "den Forumsfilm" (und diese geflissentlich neutrale Bezeichnung meint nicht immer positives). Ein "Forumsfilm" ist langsam und spröde, nicht sonderlich um herkömmliche Strategien des Erzählens bemüht, eher diffus oder naturalistisch ausgeleuchtet und schließlich auf der Tonspur dem akustischen Ambiente seines Drehorts offen zugewandt (im Gegensatz zur zugerichteten, komplex manipulierten Tonspur eines Hollywoodfilms). Es steht völlig außer Zweifel, dass eine solche Filmkonzeption großartig sein kann (nur ein Beispiel: "Los Muertos" von Lisandro Alonso). Auf der anderen Seite gerinnen solche Merkmale auch schnell zur Zugehörigkeitsbehauptung.
"Fin" ist, leider, "ein Forumsfilm". Und das ist ärgerlich, denn die erste, lange Einstellung ist ziemlich großartig: Sie beginnt auf der Tonspur (angestrengtes Atmen) bei Schwarzblende, dann kommt das Bild: Ein Mädchen läuft einen Straße bergauf. Sie trifft auf einen Jungen, der sie umkreist und von oben herab behandelt. Die Kamera dreht ... mehr lesen
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Unsichtbare Kriege, sichtbare Vögel: Philip Scheffners 'Der Tag des Spatzen'
Von Lukas Foerster, 17.02.2010, 10:55

"Ich find's schwierig", meint Philip Scheffner in der einzigen Szene, in der er selbst im Bild auftaucht zu einem Freund, einem Antikriegsaktivisten, der gemeinsam mit zwei Mitstreitern vor Gericht steht, weil sie militärisches Gerät der Bundeswehr sabotiert haben sollen. Schwierig findet Scheffner, eine Antwort darauf zu geben, wann und vor allem wie man ein vages oder auch ein sehr spezifisches Unbehagen an den Verhältnissen - in diesem Fall an der Tatsache, dass Deutschland einen Krieg führt und niemand etwas davon wissen zu wollen scheint - in politisches Handeln übersetzen kann. Sein Freund hat diesen Schritt gewagt und sitzt inzwischen nach einem in mancher Hinsicht fragwürdigen Prozess im Gefängnis.
Philip Scheffner hat statt dessen mit der "Tag des Spatzen" einen sonderbaren, faszinierenden Film gedreht. Während er mit seinem Freund spricht, machen die beiden, gemeinsam mit dem ... mehr lesen
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Post-Berlinale: Shimazu im Arsenal.
Von Thomas Groh, 16.02.2010, 11:02

"Wer auf der diesjährigen Berlinale nur drei Filme sehen möchte: der sollte exakt diese drei auswählen", schreibt Perlentaucher-Kritiker Lukas Foerster in seiner einführenden Forumsschau. Gemeint sind die drei Filme von Yasujiro Shimazu, die im Forum als eine Art "Mini-Hommage" laufen. Fraglich bleibt dabei, ob ein Festival - mit seinem Stress, seinen blank liegenden Nerven, dem Geschubse an Eingängen und Transiträumen - wirklich die passende Umgebung für die kleinen Alltagsdramen (shomingeki) des japanischen Regisseurs darstellt (wenn man denn überhaupt Karten bekommen hat).
Man kann die Filme, wie das Kino Arsenal gerade mitteilte, auch in entspannterer Atmosphäre genießen: Vom 23. bis 25. Februar werden sie dort wiederholt.
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Passport!
Von Anja Seeliger, 15.02.2010, 19:50

Rein publikumsmäßig gesehen ist die Berlinale auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. Saal 8 im Cubix-Kino am Alexanderplatz ist fast ausverkauft, nur in den ersten zwei Reihen bleiben ein paar Plätze frei. Gezeigt wird ein russischer Film, und die russische Community ist gut sichtbar vertreten: viele pelzgefütterte Ledermäntel, in der Luft hängt mehr als nur ein Hauch Chanel. Anna Fenchenkos Film "Missing Man" ist ein sehr ruhiger Film über einen russischen Webdesigner - man sieht ihn in einer Szene kurz vor zwei großen Apple-Bildschirmen sitzen - der plötzlich aus seinem Leben gestoßen wird. Das Mietshaus, in dem er wohnt, wird abgerissen, seine Schwester verschwindet spurlos und seine Sachen ebenfalls. Er soll in eine andere Stadt ziehen und sich dort in der Behörde melden.
Kurze Zeit später ist der Mann, dessen Namen man erst fast am Ende des ... mehr lesen
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anna fenchenko, china, debra granik, forum 2010, missing man, ozarks, panorama 2010, russland, usa, zhang yimou
Patrone für Patrone: Thomas Arslans 'Im Schatten'
Von Lukas Foerster, 15.02.2010, 15:12
Die Titelsequenz liegt über einem Straßenzug in Berlin Mitte. Ampeln und Leuchtreklamen dominieren das Bild und werfen bunte Schlieren, die nahelegen, dass die Kamera hinter einer Glasscheibe positioniert ist. Danach, in kurzer Folge, drei Einstellungen von Trojan (großartig in seiner körperlichen Präsenz: Misel Maticevic, zuletzt unter anderem in den beiden tollen Dominik-Graf-Filmen "Eine Stadt wird erpresst" und "Das Gelübde" und auf der Berlinale außerdem in Grafs sehnsüchtig erwarteter Serie "Im Angesicht des Verbrechens" zu sehen). Er steht an einer Häuserfassade, blickt sich um und macht sich schließlich auf den Weg in einen Berliner Gangsterfilm. Trojan, gerade aus dem Gefängnis entlassen, betritt zunächst einen Hausflur, dann eine Wohnung, bald darauf eine weitere, er wartet in Straßencafes, er besorgt sich ein Auto, ist damit auf Berliner Straßen und in Berliner Parkhäusern unterwegs, bezieht ein Hotelzimmer mit denkbar unglamouröser Aussicht, funktionalisiert sein Leben wie der Film ihn und die Stadt funktionalisiert. Ziel der ... mehr lesen
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Innenleben einer Äffin: Nicolas Philiberts 'Nenette' im Forum
Von Anna Steinbauer, 15.02.2010, 08:45
Angeblich reden Orang-Utans nur deshalb nicht, damit sie nicht arbeiten müssen. Ob sie nun nicht können oder nicht wollen - auf jeden Fall traut man den Menschenaffen eine gehörige Portion Klugheit zu. Umso mehr, wenn man Nenette, die Orang-Utan-Dame aus der Pariser Menagerie im Jardin des Plantes so betrachtet. Die Äffin verfügt durchaus über ein gewisses Maß an Lebenserfahrung, im Vergleich zu ihren Artgenossen hat sie schon ziemlich viele Jahre auf dem haarigen, rötlich-schimmernden Buckel. Nenettes 40. Geburtstag nahm der Dokumentarfilmer Nicolas Philibert zum Anlass, ihr Leben in dem Pariser Affenhaus zu porträtieren.
Geboren in der Freiheit der tropischen Regenwälder Südostasiens lebt Nenette mit ihren drei Kindern nun schon seit 37 Jahren im Pariser Affenhaus - gefangen in einer kleinen Welt hinter Glas und Gitter. Drei Orang-Utan-Männer und eine schwere Krankheit hat sie überlebt und fristet ... mehr lesen
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Unglaublich nah heran: 'The Oath' von Laura Poitras im Forum
Von Lukas Foerster, 14.02.2010, 10:01

Abu Jandal war einst Osama bin Ladens Leibwächter. Die Attentäter des 11. September kannte er allesamt persönlich, aus ihrer Zeit in Al-Qaida-Trainingscamps in Afghanistan. Jandal selbst saß im Jemen im Gefängnis, als das World Trade Center kollabierte. Ob er mit in eines der Flugzeuge gestiegen wäre, wenn bin Laden ihn gefragt hätte, will Regisseurin Laura Poitras an einer Stelle von ihm wissen. Er sagt nein, aber man darf da, angesichts seiner sonstigen Aussagen, als Zuschauer durchaus Zweifel anmelden. Nach 9/11 wurde Abu Jandal dann von der CIA verhört und war schnell geständig. Seine Aussagen erwiesen sich im Zug des Afghanistanfeldzugs als äußerst hilfreich für die USA. Zwei Jahre darauf wurde er aus der Haft entlassen, im Rahmen des jemenitischen Al-Qaida-Aussteigerprogramms, das erst kürzlich für Schlagzeilen sorgte, weil an der Vorbereitung des gescheiterten Attentats auf den Flughafen Detroit zwei Absolventen des ... mehr lesen
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Eine weitere Möglichkeitsdimension: Angela Schanelecs Orly
Von Lukas Foerster, 13.02.2010, 09:02
Nach der Godardistischen Titelsequenz beginnt der Film "Orly" in den Straßen von Paris. Ein nicht enden wollender Schwenk begleitet eine Frau durch einen Pariser Straßenzug. Gefilmt ist diese Einstellung - wie ein Großteil des restilichen Films - mit einem Teleobjektiv, einem Objektiv mit langer Brennweite und geringer Schärfentiefe, das dazu benutzt wird, Objekte zu filmen, die weit von der Kamera entfernt positioniert sind. Die Bilder des Teleobjektivs haben oft etwas Suchendes, Investigatives, in der Filmgeschichte prägten sie unter anderem die paranoiden Politthriller der siebziger Jahre. Manchmal haben sie auch ganz im Gegenteil etwas Zurückhaltendes, dezidiert Unaufdringliches, wie in den Filmen Hou Hsiao-hsiens, der ganze Melodramen aus weiter Entfernung und durch enge Türöffnungen hindurch gefilmt hat. Angela Schanelec nutzt das Teleobjektiv in ihrem neuen Film wiederum völlig anders. 
Nach zwei kurzen, einführenden Szenen gelangt ... mehr lesen
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Aufforderung zu metaphyischer Bescheidenheit: So Sang-mins 'I'm in Trouble!'
Von Lukas Foerster, 13.02.2010, 09:01

Schon der englische Titel ist toll: "I'm in Trouble!". Eine simple, nachvollziehbare Feststellung, eine Feststellung, die durchs nachgesetzte Ausrufezeichen verstärkt, aber nicht qualitativ erweitert wird. "In Trouble" ist jeder manchmal, in Filmen geht es aber meist eher darum, wie man "in trouble" gerät und wie man demselben wieder entkommt. Trouble als Problem, das gelöst werden will. So Sang-mins Film geht es eben gerade nicht um Eskalation und Bewältigung, aus deren Perspektive Trouble immer nur Mittel zum Zweck und Antriebsmotor einer dramaturgischen Konstellation ist. Eine Konstellation, die selber ganz und gar nicht auf Trouble aus ist. Sondern auf das harmonische Ineinandergreifen von Plotpoints und story arcs. So Sang-min geht es ganz im Gegenteil um eine Phänomenologie des Trouble. Um einen sanft zerrütteten Zustand der Welt, der sich im sanft zerrütteten Zustand des Protagonisten spiegelt und umgekehrt. Um ein prekäres ... mehr lesen
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Schiere Erstreckung: Constantin Popescus 'Portrait of the Fighter as a Young Man'
Von Ekkehard Knörer, 13.02.2010, 09:00
Ein Historienfilm in den Bergen, in den Wäldern, in Dörfern, im Gras, in den Feldern. Rumänien im Nachkrieg. Darum, dass dieser Nachkrieg nicht enden darf, dass eine Fahne hochzuhalten ist gegen das neue kommunistische Regime, darum geht es dem Fähnlein der bis an die Zähne bewaffneten Aufrechten, die den Guerillakampf in den Bergen bis zum letzten Tropfen ihres eigenen Bluts kämpfen. "Portrait of the Fighter as a Young Man", das Langfilm-Debüt des Regisseurs Constantin Popescu, beruht auf historischen Tatsachen. Die Guerilla-Truppen, von denen er erzählt, gab es tatsächlich und den Helden, dem der Film gewidmet ist, Ion Gavrila-Ogoranu, Anführer einer zusehends dezimierten Kämpfergruppe, gab es auch. Als seine Geschichte stellt sich der Film im Nachhinein dar, weil er nämlich als einziger bis ins Jahr 1976 (!) durchhielt.
Die Konzentration auf diese Figur ist jedoch eine perspektivische Täuschung, die ... mehr lesen
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In der Krabbenhölle: 'Kanikosen' von Hiroyuki Tanaka aka Sabu (Forum)
Von Lukas Foerster, 12.02.2010, 14:30
Eine Klappe öffnet sich, ein Mann schaut heraus, blickt nach oben. Der Himmel verdunkelt sich. Dunkle Wolken mit Greifzangen an beiden Seiten fliegen auf ihn zu. Er schließt den Verschlag wieder. Mit diesem Mini-Prolog beginnt "Kanikosen", der neue Film des japanischen Regisseurs Hiroyuki Tanaka. Hiroyuki Tanaka aka Sabu, der bis Anfang des Jahrzehnts in schneller Folge eine Serie kleiner, kreativer Genrefilme vorgelegt hatte und durch sie mindestens zum Geheimtipp unter den jungen japanischen Regisseuren avanciert war, hatte vor diesem Film eine kreative Pause eingelegt. Nun ist er zurück, mit einem ziemlich sonderbaren Film.
"Kanikosen" basiert auf dem gleichnamigen Roman des marxistischen Autors Takiji Kobayashis aus dem Jahr 1929. Kobayashis Aufruf zur Revolution hat in seinem Heimatland eine vielschichtige Rezeptionsgeschichte, wurde 1953 schon einmal verfilmt, 2006 als Manga adaptiert und machte, wie Mark Shilling in ... mehr lesen
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Home movies aus Nordkorea: 'Sona, the Other Myself' von Yang Yong-hi (Forum)
Von Lukas Foerster, 12.02.2010, 12:02
Vor vier Jahren präsentierte das Forum "Dear Pyongjang" (hier mehr in einem pdf-Dokument), einen kleinen Dokumentarfilm über einen Besuch der Regisseurin Yang Yong-hi und ihrer exilkoreanischen Familie bei der Verwandtschaft in Nordkorea. Eindrucksvolle Bilder aus einer im Allgemeinen hermetisch abgeriegelten Welt, aber auch die tragische Familiengeschichte, die hinter diesen Bildern zum Vorschein kam, machten den Film zu einem der stärksten seines Berlinalejahrgangs.
"Sona, the Other Myself", der zweite Film Yang Yong-his, ist dieses Jahr im Programm; leider kann er Dear Pyongjang nicht allzu viel hinzufügen. Die interessantesten Elemente des Films wirken wie ein Nachhall des ersten Films: Wieder sind das zunächst einfach nur die Bilder aus Nordkorea. Nordkorea findet ins mediale Bildregister ansonsten nur Einlass über Militärparaden, die von Kim Jong-il abgenommen werden. Angesichts der bizarren, deswegen aber noch lange nicht unrealistischen Horrorgeschichten, die über dieses fast ... mehr lesen
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Shimazu-Videos
Von Anja Seeliger, 12.02.2010, 09:35
Bei Youtube gibt's zwei Ausschnitte aus Shimazu-Filmen. Der erste, aus "The Trio's Engagement", ist nicht untertitelt. Man guckt trotzdem fasziniert zu, weil der Boss - es scheint um ein Einstellungsgespräch zu gehen - ausgiebig an seinem Adolphe-Menjou-Bärtchen zupft. Die Männer tragen alle westliche - und sehr schick taillierte - Anzüge.
Das zweite Video ist ein Ausschnitt aus Shimazus "Our Neighbor, Miss Yae". Mit englischen Untertiteln! Es gibt einen wunderbaren Moment, in dem zwei junge Frauen sich zurückziehen und reden, wie junge Frauen beim Umkleiden eben reden - "Du hast hübsche Brüste" - während der Held sich nebenan mit etwas Nudelartigem vollstopft. Als eine von ihnen ins Wohnzimmer zurückkommt, versteht sie überhaupt nicht, worüber er sich beschwert: "Wir sind beide Mädchen, kein Grund, sich zu genieren ... Sei ... mehr lesen
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Momente der Freiheit: Drei Filme von Yasujiro Shimazu (Forum)
Von Lukas Foerster, 12.02.2010, 09:02
Ein Mann in seinem Appartment, vor einem Fenster, durch das man weit in die Stadt blicken kann. Ein Blick nach draußen; ein Zug fährt von rechts nach links durchs Bild. Ein zweiter Blick; ein zweiter Zug, diesmal von links nach rechts. Ein dritter Blick; ein dritter Zug, jetzt wieder von rechts nach links. Ein vierter Blick; diesmal zwei Züge, einer von rechts, einer von links. Mit einer spielerisch kontemplativen Situation, in die sich unter die Züge noch ein Frauenbademantel mischt, beginnt "The Trio's Engagement", einer von drei Filmen des japanischen Regisseurs Yasujiro Shimazu, die das Forum dieses Jahr in einem Spezialprogramm präsentiert. Die Szene ist zweideutig: Auf die falsche Fährte führt sie, weil das, was folgt, kein ruhiges Familiendrama mit antidramatischen pillow shots ist, wie man es von Shimazus eisenbahnversessenem Zeitgenossen Yasujiro Ozu kennt, sondern eine schwungvolle romantische Komödie. Auf die richtige Fährte führt sie, weil ... mehr lesen
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Laboratorium für den Mainstream
Von Lukas Foerster, 11.02.2010, 16:02

40 Jahre ist das Forum alt und damit zwar zwanzig Jahre jünger als die große Berlinale, aber doch auch selbst ein wenig in die Jahre gekommen. Als politisch engagiertes Gegenfestival war man 1970 angetreten, inzwischen ist das Internationale Forum des jungen Films fest in die Berlinale integriert. Es sucht auch nicht mehr das Gegenkino, sondern begreift sich als "Laboratorium für den Mainstream". Und doch: Die besten (neuen wie alten) Filme der Berlinale laufen auch dieses Jahr aller Voraussicht nach wieder im Forum.
Die große Stärke des bis 2000 von Erika und Ulrich Gregor geprägten Forums war, dass es sich zur Aufgabe gemacht hatte, minoritäre Positionen im Weltkino in ihrer ganzen Komplexität abzubilden: das historische sozialrevolutionäre "dritte Kino" Lateinamerikas und Afrikas etwa, die Kinematografien der ehemaligen Ostblockstaaten, den deutschen Experimentalfilm, aber auch beispielsweise das populäre ... mehr lesen
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