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- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
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Robert Neumann: Die Kinder von Wien

Olga Martynova: Mörikes Schlüsselbein

Außer Atem: Das Berlinaleblog
Bühne frei für Shirley Clarkes 'Portrait of Jason' (Forum)
Von Elena Meilicke, 13.02.2013, 11:02

Wie verstörend ein Lachen sein kann, unter anderem davon handelt Shirley Clarkes großartiger Film "Portrait of Jason" aus dem Jahr 1967. Jason Holliday ist ein selbsterklärter "Hustler", einer, der mal hier und mal dort arbeitet, einer, der auf alle möglichen Weisen Geld verdient – etwa als Haushälter bei reichen weißen Damen, manchmal aber auch mit illegaleren Aktivitäten. Eigentlich träumt Jasons davon, durch kleine Clubs und Bars zu tingeln, zu schauspielern, auf der Bühne zu stehen. "Portrait of Jason" ist genau das: eine Bühne für Jason.
Gedreht in einer einzigen Nacht in Shirley Clarkes Apartment im New Yorker Chelsea-Hotel, zeigt der knapp zwei Stunden lange Film nicht mehr als Jason beim Performen und Fabulieren. Er erzählt Anekdoten aus seinem Leben, ist laut und lebendig, spricht frontal in die Kamera. Die Geschichten sprudeln aus ihm hervor, sie folgen einander ... mehr lesen
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dokumentarfilm, forum 2013, portrait of jason, shirley clarke
Heroischer Kampf der Arbeiterklasse: Ken Loachs 'Spirit of 1945'
Von Thekla Dannenberg, 11.02.2013, 10:35

Natürlich hat niemand einen solch zärtlichen Blick auf die britischen Arbeiter wie Ken Loach, aber bei Sam Watts übertrifft sich Loach selbst. In wunderbarstem Arbeiterklasse-Akzent lässt er diesen 90-jährigen Mann erzählen, wie er in den dreißiger Jahren mit seinen sieben Geschwistern in einem Slum in Liverpool aufwuchs, wie er mit vier Brüder in einem Bett voller Ungeziefer schlief. Immer wieder starben Geschwister von ihm an Hunger, Kälte oder Krankheit. Mit etwas über 20 Jahren las Watts sein erstes Buch, "The Ragged-Trousered Philanthropists", die Bibel der Arbeiterklasse, und er begriff, dass England gar kein armes Land ist, sondern das größte Empire der Welt, ein Land voller Reichtum, der nur anders verteilt werden müsste. Klar war Sam Watts dabei, als Labour sich 1945 daran machte, das Land umzukrempeln.
Ken Loach zeigt in seiner Dokumentation "The Spirit of 1945", wie Clemens ... mehr lesen
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berlinale special, dokumentarfilm, ken loach, labour, labourregierung, margaret thatcher, the spirit of 1945, verstaatlichung
Waffen, Nutten, Koks: Shaul Schwarz' 'Narco Cultura' (Panorama Dokumente)
Von Thekla Dannenberg, 10.02.2013, 10:31

Der im Norden Mexikos tobende Drogenkrieg ist uns nicht fremd. Wir wissen von den Tausenden Toten in Ciudad Juárez und den anderen Grenzstädten zu den USA. Wer nicht Roberto Bolano oder Alma Guillermoprieto gelesen hat, der kennt Don Winslows Thriller. Und doch fällt es schwer, sich ein Bild zu machen von einer Stadt, in der jährlich 3000 Menschen getötet werden - ohne dass Polizei oder Armee in der Lage oder willens wären, diese Morde aufzuklären -, von ihrer Armut, ihrer Hoffnungslosigkeit und auch ihrer Desolatheit.
Mit seiner Dokumentation über die nordmexikanische Narco-Kultur liefert Shaul Schwarz nun die Bilder, die einem bisher fehlten, um sich das Grauen in seiner ganzen Alltäglichkeit vor Augen zu führen. Schwarz, der zuvor lange als Fotoreporter gearbeitet ... mehr lesen
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ciudad juarez, dokumentarfilm, drogenkrieg, mexiko, narco cultura, narcos, panorama 2013, shaul schwarz
Katastrophale Hilfe zeigt Raoul Peck in 'Assistance Mortelle' (Berlinale Special)
Von Thekla Dannenberg, 09.02.2013, 10:28

Eine bittere Lektion in politischer Ökonomie erteilt Raoul Peck mit seinem Film "Assistance Mortelle" über die internationale Hilfe für Haiti nach dem Erdbeben vom 12. Januar 2010, die keine Katastrophenhilfe war, sondern eine katastrophale Hilfe. Pecks Biografie ist sein filmisches Programm geworden: In Haiti geboren, in Zaire/Kongo aufgewachsen, hat er im Ost-Berlin der achtziger Jahre Wirtschaftswissenschaft studiert und in West-Berlin Film. Über den ermordeten kongolesischen Unabhängigkeitsführer Patrice Lumumba hat er gleich zwei Filme gedreht, im vorigen Jahr saß er in der Berlinale-Jury. Mit der ihm eigenen Mischung aus kommentierender Beobachtung und Zahlengewitter ist seine Dokumentation "Assistance Mortelle" eine wütende Abrechnung mit dem System internationaler Hilfe, das nicht in der Lage ist, guten Willen, Kompetenz und Gelder in zweistelliger Milliardenhöhe in sinnvolle Aufbauleistung umzuwandeln.
Bei dem verheerenden Erdbeben von 2010 wurden nach den ungefähren offiziellen Schätzungen 230.000 Menschen ... mehr lesen
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assistance mortelle, berlinale special 2013, dokumentarfilm, erdbeben, haiti, katastrophenhilfe, raoul peck
The Pirate Bay auf Youtube
Von Thomas Groh, 09.02.2013, 10:02
Für alle Zuhausegebliebenen: Dass Simon Kloses im Panorama gezeigter Dokumentarfilm über Pirate Bay auch frei im Netz zu sehen ist, versteht sich bei dieser Thematik ja fast schon von selbst. Viel Vergnügen:
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bittorrent, dokumentarfilm, panorama, the pirate bay, urheberrecht, youtube
Stocken und Scheitern: Zum Werk von Claude Lanzmann
Von Nikolaus Perneczky, 08.02.2013, 08:10

Claude Lanzmann
Der goldene Ehrenbär der 63. Berlinale geht an den französischen Autor und Filmemacher Claude Lanzmann, dem darum auch die diesjährige "Hommage" gewidmet ist. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine integrale Werkschau, die von Lanzmanns 1972 entstandenem Debütfilm "Pourquoi Israel" bis zur 2010 auf Arte erstausgestrahlten Fernsehproduktion "Le rapport Karski" reicht. Es fehlt lediglich der vierzigminütige Interviewfilm "Lights and Shadows" (mit dem ehemaligen israelischen General und späteren Ministerpräsidenten Ehud Barak); eine Apokryphe, die nur als DVD-Feature veröffentlicht wurde. In jedem Fall eine Gelegenheit nicht nur für Komplettisten, entfaltet sich Lanzmanns filmisches Schaffen doch so zusammenhängend aus sich heraus wie kaum ein anderes. Der Anzahl nach überschaubar, schüchtern die einzelnen Arbeiten vor allem aufgrund ihrer epischen Laufzeiten von bis zu neun Stunden ein, ohne darüber aber je monolithisch – wie ein undurchdringliches Massiv – anzumuten. Soll man ... mehr lesen
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claude lanzmann, dokumentarfilm, holocaust, hommage 2013, israel, jan karski, maurice rossel, shoah, siedlungspolitik, sobibor, theresienstadt, yehuda lerner
Lebenszeichen: Werner Herzogs Blick in die 'Death Row' (Berlinale Special)
Von Thomas Groh, 14.02.2012, 14:30

"Ich will eins von vornherein klarstellen", sagt Werner Herzog dem zum Tode verurteilten James Barnes gleich direkt ins Gesicht, "ich bin kein Befürworter der Todesstrafe. Aber das muss nicht heißen, dass ich dich mag." Barnes zuckt kurz, versteht aber offenbar umgehend, was Sache ist, dass es hier nicht um eine Empathieshow geht. "Okay", sagt er kurz, verständig. Wie viele andere Figuren in Herzogs dokumentarischem wie fiktionalem Oeuvre wirkt auch Barnes fahrig, unergründlich, als würde ein Wille in ihm rumoren, der ihm diese Welt zu klein werden lässt. Mit einem Unterschied: Weder will Barnes Weltmeister im Skispringen werden, noch ein Schiff über einen Berg ziehen. Barnes sitzt wegen einiger bestialischer Morde - dass es wohl noch weitere gibt, die ihm bislang nicht angelastet werden konnten, schimmert zudem überdeutlich durch - in der Death Row, im Todestrakt des amerikanischen Gefängnissystems, und ... mehr lesen
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Porträtiert die Skaterszene in Ostberlin: Marten Persiels 'This Ain't California' (Perspektive Deutsches Kino)
Von Elena Meilicke, 13.02.2012, 14:04

Es sieht so aus, als sei 2012 die Berlinale, die die DDR, zumindest filmisch gesehen, in ein neues Licht rückt. Zuerst präsentierte Christian Petzold seinen neuen Film "Barbara" im Wettbewerb - "Ich wollte, dass die DDR Farbe hat", so Petzold in der taz - und jetzt läuft in der Perspektive Deutsches Kino "This Ain't California" über die Skaterszene im Ostberlin der 80er Jahre.
Die DDR war zwar nicht Kalifornien, aber fast - so könnte man den Dokumentarfilm von Marten Persiel zusammenfassen. In originalen Super-Acht-Aufnahmen aus den 80ern leuchtet der Himmel über dem Alexanderplatz tiefblau und der weiße Beton unter dem Fernsehturm glänzt wie der Strand von Malibu. Und die blonden Jünglinge (Minipli-Dauerwelle, Pornobalken, superenge Shorts), die auf ihren "Rollbrettern" über den Platz flitzen, erinnern optisch durchaus an Sean Penn als Surferdude in "Fast Times at Ridgemont High" ... mehr lesen
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ddr, dokumentarfilm, marten persiel, perspektive deutsches kino 2012, skater, this ain't california
Untersucht den ungeklärten Tod zweier Roma: Philip Scheffners Dokumentarfilm 'Revision' (Forum)
Von Lukas Foerster, 12.02.2012, 12:58

Ein Weizenfeld nahe der polnischen Grenze. Im Sommer 1992 war das Feld Tatort eines im juristischen Sinne bis heute unaufgeklärten Verbrechens. Gut 19 Jahre später, im Herbst 2011, filmt Philip Scheffner denselben Ort für seinen Film "Revision". Der gelbe Weizen rauscht sanft im Wind, die Schatten der Rotorblätter einer Windkraftanlage ziehen über das Feld. Die Windräder und ihr Schattenwurf tauchen immer wieder auf im Film, sie wirken in ihrer gleichmäßigen Bewegung leitmotivisch rhythmisierend, aber in ihnen steckt noch mehr: In den Windkraftanlagen materialisiert sich die zeitliche Differenz, die 19 Jahre zwischen dem inzwischen historischen Kriminalfall um zwei erschossene Roma und ihrer filmischen Revision. Tatsächlich stellt der (insbesondere im Osten Deutschlands evidente) Siegeszug der Windparks den größten Einschnitt in das Landschaftsbild Deutschlands in den letzten zwei Jahrzehnten dar (vermutlich ist das sogar noch untertrieben). Dass sie aufmerksam sind für solche ... mehr lesen
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deutschland, dokumentarfilm, philip scheffner, revision, rumänien, strafprozess
Filmt von der Eisscholle: Wladimir Schnejderows 'Zwei Ozeane' (Retrospektive)
Von Lukas Foerster, 12.02.2012, 12:10

Die Retrospektive machte in den letzten Jahren abwechselnd einen allzu routinierten und einen allzu beliebigen Eindruck. Präsentiert wurden entweder altbekannte Meisterregisseure (Bunuel, Bergman) oder eher willkürlich zusammengestellte Programme ("City-Girls im Stummfilm", "Traumfrauen der Fünfziger"). Dieses Jahr zeichnet sich die Retro ganz im Gegenteil gleichzeitig durch Wagemut und den Willen zur Konkretion aus: Gezeigt werden sowjetische (und ein paar deutsche) Filme aus den späten zwanziger und frühen dreißiger Jahren, die allesamt von einem einzelnen Studiokomplex produziert wurden: Der "Meschrabpom-Film" und ihrem deutschen Ableger, der Prometheus. Eine Sonderstellung im sowjetischen Kino nahm Meschrabpom nicht nur aufgrund seines Bezugs zu Deutschland ein: Die Verbindung der Studioverantwortlichen zur Staatsmacht waren - zumindest zunächst - verhältnismäßig locker, produziert wurden neben Kultur- und Dokumentarfilmen vor allem Spielfilme mit einer Nähe zum schon damals von Hollywood dominierten Genrekino - eine "rote Traumfabrik" (so der Titel der ... mehr lesen
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dokumentarfilm, jakow kuper, nordostpassage, retrospektive 2012, russland, wladimir schnejderow, zwei ozeane
Tierbeobachtungen: 'Bestiaire' von Denis Côté (Forum)
Von Thomas Groh, 12.02.2012, 08:03

Anfangs schaut man Kunststudenten über die Schulter: Wie sie mit mal schnellen, mal vorsichtigen Strichen ein ausgestopftes Tier abzeichnen, das in ihrer Mitte steht. Dasselbe Tier, unterschiedliche Bilder. Wo das Tier herstammt, sieht man im späteren Verlauf in "Bestiaire", wenn Denis Côté bei einem Erkundungszug durch den Parc Safari in Quebec auch die taxidermische Abteilung in den Blick nimmt. Dieser ist zugewandt, aber gerade insoweit interesselos, dass sich eine Sphäre zwischen Emphase und kritisch-analytischer Distanz aufbaut. Ganz ohne Kommentar oder ersichtlichen Eingriff in das Geschehen zeigt Côté, was in dem Safari-Erlebnispark geschieht: Tierfütterung, Tierbehandlung, gesunde Tiere, kranke Tiere, verkrüppelte Tiere. Mittendrin dann bald, selbst ein bisschen wie possierliche Tiere: mal jauchzende, mal interessiert um sich schauende, fotografierende Parkbesucher, die irgendwann wieder im Auto sitzen, womit der Film dann schließt. Ein etwas rigoroseres Strukturkonzept - man wäre bei ... mehr lesen
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bestiaire, denis cote, dokumentarfilm, forum 2012, kanada, tiere, zoo
Unsichtbare Kriege, sichtbare Vögel: Philip Scheffners 'Der Tag des Spatzen'
Von Lukas Foerster, 17.02.2010, 10:55

"Ich find's schwierig", meint Philip Scheffner in der einzigen Szene, in der er selbst im Bild auftaucht zu einem Freund, einem Antikriegsaktivisten, der gemeinsam mit zwei Mitstreitern vor Gericht steht, weil sie militärisches Gerät der Bundeswehr sabotiert haben sollen. Schwierig findet Scheffner, eine Antwort darauf zu geben, wann und vor allem wie man ein vages oder auch ein sehr spezifisches Unbehagen an den Verhältnissen - in diesem Fall an der Tatsache, dass Deutschland einen Krieg führt und niemand etwas davon wissen zu wollen scheint - in politisches Handeln übersetzen kann. Sein Freund hat diesen Schritt gewagt und sitzt inzwischen nach einem in mancher Hinsicht fragwürdigen Prozess im Gefängnis.
Philip Scheffner hat statt dessen mit der "Tag des Spatzen" einen sonderbaren, faszinierenden Film gedreht. Während er mit seinem Freund spricht, machen die beiden, gemeinsam mit dem ... mehr lesen
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Bewältigt Kindheitstraumata: Tamara Trampes 'Wiegenlieder' im Panorama
Von Anna Steinbauer, 16.02.2010, 14:02
Was haben ein trockener Alkoholiker, ein Knasti und ein Flüchtling aus Tschetschenien gemeinsam? Sie können keine Wiegenlieder singen! Und das bedeutet, dass sie keine schöne Kindheit hatten, zumindest, wenn man dem Film "Wiegenlieder" glaubt.
Zu Beginn des Dokumentarfilms fragt die Regisseurin Tamara Trampe verschiedene Menschen auf der Straße, ob sie ein Wiegenlied kennen und ob sie dies singen wollen. Einige singen, was meist wenig angenehm ist, andere nicht, einige erzählen viel von sich und ihrer Kindheit, andere schweigen - mit Tränen in den Augen. Es ergibt sich ein Potpourri aus Porträts und Einzelschicksalen rund um das Thema Kindheit. Inklusive Liebeserklärung an die Stadt Berlin.
Der Film steht und fällt mit seinen Protagonisten, unter denen einige besondere Originale hervorstechen. Wie zum Beispiel die kleine Mila, die sehr selbstbewusst und altklug erklärt, warum es ihr peinlich ist, wenn ihre ... mehr lesen
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Der Ungeehrte
Von Anja Seeliger, 15.02.2010, 11:20

Nach der Vorführung des Films fragt eine Zuhörerin die Regisseurin Ilona Ziok sichtlich genervt, warum sie diese schrecklich dräuende Musik für ihren Film benutzt hat. Und für den Abspann dann auch noch Frank Sinatras "My way" herhalten musste. Ziok nimmt die Frage übel: "Das ist halt mein Stil. Das kann man mögen oder nicht", pampt sie zurück Als sich einige Zuschauer mit dieser Antwort nicht zufrieden geben, erklärt der Cutter Pawel Kocambasi: "Wir wollten unsere Sympathie für Fritz Bauer ausdrücken."
Das war nicht nötig. Außer alten und jungen Nazis bringt heute wohl jeder Sympathie auf für den hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der sich in den 50er und 60er Jahren für die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen einsetzte und damit fast alleine stand. Vielleicht hat Ziok die Musik für ihren Dokumentarfilm aber auch benutzt, um ein Befremden zu übermalen, dass ... mehr lesen
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Unglaublich nah heran: 'The Oath' von Laura Poitras im Forum
Von Lukas Foerster, 14.02.2010, 10:01

Abu Jandal war einst Osama bin Ladens Leibwächter. Die Attentäter des 11. September kannte er allesamt persönlich, aus ihrer Zeit in Al-Qaida-Trainingscamps in Afghanistan. Jandal selbst saß im Jemen im Gefängnis, als das World Trade Center kollabierte. Ob er mit in eines der Flugzeuge gestiegen wäre, wenn bin Laden ihn gefragt hätte, will Regisseurin Laura Poitras an einer Stelle von ihm wissen. Er sagt nein, aber man darf da, angesichts seiner sonstigen Aussagen, als Zuschauer durchaus Zweifel anmelden. Nach 9/11 wurde Abu Jandal dann von der CIA verhört und war schnell geständig. Seine Aussagen erwiesen sich im Zug des Afghanistanfeldzugs als äußerst hilfreich für die USA. Zwei Jahre darauf wurde er aus der Haft entlassen, im Rahmen des jemenitischen Al-Qaida-Aussteigerprogramms, das erst kürzlich für Schlagzeilen sorgte, weil an der Vorbereitung des gescheiterten Attentats auf den Flughafen Detroit zwei Absolventen des ... mehr lesen
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Home movies aus Nordkorea: 'Sona, the Other Myself' von Yang Yong-hi (Forum)
Von Lukas Foerster, 12.02.2010, 12:02
Vor vier Jahren präsentierte das Forum "Dear Pyongjang" (hier mehr in einem pdf-Dokument), einen kleinen Dokumentarfilm über einen Besuch der Regisseurin Yang Yong-hi und ihrer exilkoreanischen Familie bei der Verwandtschaft in Nordkorea. Eindrucksvolle Bilder aus einer im Allgemeinen hermetisch abgeriegelten Welt, aber auch die tragische Familiengeschichte, die hinter diesen Bildern zum Vorschein kam, machten den Film zu einem der stärksten seines Berlinalejahrgangs.
"Sona, the Other Myself", der zweite Film Yang Yong-his, ist dieses Jahr im Programm; leider kann er Dear Pyongjang nicht allzu viel hinzufügen. Die interessantesten Elemente des Films wirken wie ein Nachhall des ersten Films: Wieder sind das zunächst einfach nur die Bilder aus Nordkorea. Nordkorea findet ins mediale Bildregister ansonsten nur Einlass über Militärparaden, die von Kim Jong-il abgenommen werden. Angesichts der bizarren, deswegen aber noch lange nicht unrealistischen Horrorgeschichten, die über dieses fast ... mehr lesen
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