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Außer Atem: Das Berlinaleblog
Am Meer ein Gefängnis: Christian Petzolds 'Barbara' (Wettbewerb)
Von Thomas Groh, 12.02.2012, 14:30

"At last, I am free - I can hardly see in front of me!", singen Chic über die präzise gesetzte Schwarzblende mit der Christian Petzold "Barbara" enden lässt. Ein Auftakt übertönt das Schwarz, ein Knoten, auf den "Barbara" kontinuierlich hingearbeitet hat, ist mit einem Mal gelöst - der Film, der zwar unweit der Meeresküste spielt, aber eigentlich ein Gefängnis beschreibt, öffnet sich schlagartig zu der weltumarmenden Weite, die nur der Soul der 70er Jahre auf diese Weise in Klang gegossen hat. Es gehört viel Mut dazu, einen Film über latente Paranoia, angespannte Kiefermuskeln, suchende Blicke in leere Augen und, schlussendlich auch, ethische Dilemmata mit derart zärtlichem Schmelz ausklingen zu lassen. Petzold, mit "Barbara" in einer Meisterschaft seiner Kunst angelangt, die nichts mit Routine oder gar Abgeklärtheit zu tun hat, gelingt dies glatt.
Vom Soul der 70er, ... mehr lesen
Stichwörter:
christian petzold, ddr, deutschland, nina hoss, wettbewerb 2012
Eher gescheitert, mit einer Ausnahme: 'Drei Leben' von Christian Petzold, Dominik Graf, Christoph Hochhäusler
Von Lukas Foerster, 17.02.2011, 09:00
"Die Grenzen zwischen Kino und Fernsehen aufweichen" möchte die ARD, wenn sie das Fernsehprojekt "Dreileben" im Forum der Berlinale präsentiert. Das sagt zumindest ihr Vetreter vor der Pressevorstellung. Wenn das ausliegende Presseheft der Fernsehanstalt dann stolz offenlegt, dass fast alle größeren deutschen Filme des Festivals mit ihren Geldern (wenigstens) koproduziert wurden, darf man sich schon fragen, ob diese Grenze, soweit sie überhaupt noch existiert, nicht schon vor "Dreileben" ziemlich windelweich war.
Die mit Spannung erwartete Prestigeunternehmung vereinigt drei der interessantesten deutschen Regisseure und ein ambitioniertes Konzept: Christian Petzolds "Etwas besseres als den Tod", Dominik Grafs "Komm mir nicht nach" und Christoph Hochhäuslers "Eine Minute Dunkel" erzählen Geschichten, die sich um einen gemeinsamen Kern - das Provinznest Dreileben, einen gemächlichen Sommer, eine Flucht und ein Verbrechen, das vielleicht gar nicht stattfinden wird - herum anlagern, aber in ganz unterschiedliche Richtungen ausgreifen. Man kann das Projekt auch mit einem ... mehr lesen








