Bücherschau der Woche

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Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

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Außer Atem: Das Berlinaleblog

Rein imaginär: Miguel Gomes' 'Tabu' (Wettbewerb)

Von Lukas Foerster, 15.02.2012, 13:30

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Am Anfang steht ein vollbärtiger, traurig dreinblickender Mann im Dschungel, dann verwandelt er sich vielleicht in ein Krokodil, vielleicht wird er von einem gefressen. Dazu leise, verspielte Klaviermusik und eine sanft dröhnende Voice-Over-Stimme, die über die Möglichkeit eines melancholischen Krokodils nachdenkt. Dann Schnitt auf eine ältere Frau, die alleine im Kino sitzt, bald aufsteht und mit dem Auto nach Hause fährt. Der Film im Film, mit dem "Tabu" beginnt, ist zu Ende, aber gleichzeitig setzt er sich fort im kontrastarmen Schwarz-weiß und dem 1.37:1-Bildformat des klassischen Kinos, das Miguel Gomes' dritter Langfilm bis zum Ende durchhält. Auch die Klaviermusik weht noch ein paar Einstellungen lang nach. Das melancholische Krokodil wird schließlich ebenfalls wiederkehren, als fröhliches Babyreptil, das in einer afrikanischen Badewanne planscht.

Aber zunächst: Kapitel eins ("Das verlorene Paradies"), drei Frauen in Portugal. Pilar, die Frau aus dem ... mehr lesen



Stichwörter: afrika, miguel gomes, portugal, tabu, wettbewerb 2012

Fortgehen und reich wiederkommen: Michel Zongos 'Espoir Voyage' (Forum)

Von Thekla Dannenberg, 10.02.2012, 16:59

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Wenn afrikanische Regisseure über das neue afrikanische Kino lästern, dann haben sie meist einen Film vor Augen, der mit europäischen Geldern koproduziert wurde, eine Migrationsgeschichte erzählt und zur Freude eines schuldbewussten Publikums auf Festivals und bei Arte gezeigt wird. Und wahrscheinlich wird er nie in einem afrikanischen Kino zu sehen sein. Kann gut sein, dass Michel Zongos "Espoir Voyage" zu hundert Prozent das Klischee des Weltkinos erfüllt, er ist aber trotzdem sehr schön und sehr sehenswert.

Michel Zongo, Regisseur aus Burkina Faso, begibt sich für diese Dokumentation auf die Spuren seines älteren Bruders Joanny, der 1978 mit gerade einmal 14 Jahren in die Elfenbeinküste aufgebrochen ist, um dort sein Glück zu suchen. Michel Zongo war damals vier Jahre alt, hat also keinerlei Erinnerungen an seinen Bruder. Nach achtzehn Jahren ohne ein Lebenszeichen von ihm brachte ein Cousin, der ... mehr lesen



Stichwörter: afrika, burkina faso, espoir voyage, forum 2012, michel zongo, wanderarbeiter

Steht da licht: Ulrich Köhlers 'Schlafkrankheit'

Von Ekkehard Knörer, 13.02.2011, 15:40

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Im Anfang steht da licht. Auf schwarzer Leinwand erscheint aus dem Nichts dieses Wort. Weitere dann: ton, schnitt, regie und so weiter. Die Credit-Sequenz wie ein Saal, der sich nach und nach füllt. Dann kann es losgehen.

Zu Beginn ist es Nacht. Eine Straßensperre, die der Film klug nutzt zur Vorstellung seiner Protagonisten. Eine Kleinfamilie in Afrika. Ebbo, Vera, Helen Velten. Der Vater Entwicklungshelfer und Arzt, die Tochter nur zu Besuch. Bevor steht die Rückkehr nach Wetzlar. Was sich zwischen den dreien tut, wie der Vater, die Mutter sich zu Kamerun, ihrer Heimat gewordenen Fremde, verhalten, darum geht es - zunächst. Sie gehen Schwimmen, sie sitzen am Ufer, sie essen mit dem französischen Kollegen, der sich wie ein Kolonialherr aufführt. Wir müssen nicht gehen sagen sie, wir können auch bleiben. Ein Abschied, der sich hinzieht. Menschen, die sitzen ... mehr lesen



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