Bücherschau der Woche
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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Aus dem Archiv
- Debatte "Islam in Europa": Mit Beiträgen von Pascal Bruckner, Ian Buruma, Necla Kelek, Lars Gustafsson, Adam Krzeminski, Bassam Tibi u.a.
- Der dänischer Karikaturenstreit: Eine europäische Presseschau
- Die Walser-Affäre: Der Streit um Martin Walsers Roman "Tod eines Kritikers"
- Der 11.September: Eine Presseschau
- Fallende Blätter: Zur Lage des Feuilletons heute
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Außer Atem: Das Berlinaleblog
Schweigt und brütet: Rafi Pitts in 'Shekarchi'
Von Ekkehard Knörer, 18.02.2010, 09:59

Zu den erstaunlichen und manchmal gelinde verstörenden Erfahrungen, die man im Sturm eines Festivals macht, gehört die, dass beinahe jeder Film, so sehr man selbst unter ihm leidet, seine Freunde, Anhängerinnen und Fürsprecher findet. Ein besonders eklatanter Fall ist da für mich der vorgestern im Wettbewerb gelaufene Rafi-Pitts-Film "Shekarchi". Ich saß in meinem Cinemaxx-Sessel und konnte, je länger er dauerte, desto weniger fassen, was mir da zugemutet wird. Den Saal verließ ich im Bewusstsein, eines der wirklich unerfreulichen Berlinale-Erlebnisse hinter mich gebracht zu haben. Die Lektüre der Kritiken, der Blick in den Kritikerspiegel belehrten mich dann - nun ja, nicht eines anderen, denn ich sehe den Film noch ganz genauso; ich bin jetzt aber doch um die Erkenntnis reicher, dass viele Kolleginnen und Kollegen in "Shekarchi" ein vollkommen respektables Werk sehen.
Gestern hatte ich mir erspart, über dies ... mehr lesen
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16. februar 2010, 17. Februar 2010, alexei popogrebsky, how i ended this summer, iran, rafi pitts, russland, shekarchi, wettbewerb 2010
Führt in die Dunkelheit: Semih Kaplanoglus 'Bal'
Von Lukas Foerster, 16.02.2010, 17:02
Ein Mann läuft durch den Wald und nähert sich der Kamera. An der Hand führt er einen Lastesel. Im Bildvordergrund angekommen, beginnt er, auf einen Baum zu klettern. Dort oben, auf dem Baum, möchte er, das wird man allerdings erst in der Mitte des Films erfahren, Bienenstöcke aufhängen. Als er schon einige Meter über dem Boden schwebt, beginnt der Ast, an dem er sein Kletterseil befestigt hat, verdächtig zu knacken. Bald hängt er frei in der Luft. Während er verzweifelt um sich blickt, kommt die erste von mehreren Bienen in den Film gesummt.
Der Mann ist Bauer und Imker in einem kleinen türkischen Bergdorf, vermutlich im Norden des Landes, in der Nähe der Schwarzmeerküste. Seine Familie lebt etwas abseits einer kleinen Ortschaft: er selbst, seine Frau und Yusuf, ihr gemeinsamer Sohn. Der steht im Zentrum des Films. Er ... mehr lesen
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Bewältigt Kindheitstraumata: Tamara Trampes 'Wiegenlieder' im Panorama
Von Anna Steinbauer, 16.02.2010, 14:02
Was haben ein trockener Alkoholiker, ein Knasti und ein Flüchtling aus Tschetschenien gemeinsam? Sie können keine Wiegenlieder singen! Und das bedeutet, dass sie keine schöne Kindheit hatten, zumindest, wenn man dem Film "Wiegenlieder" glaubt.
Zu Beginn des Dokumentarfilms fragt die Regisseurin Tamara Trampe verschiedene Menschen auf der Straße, ob sie ein Wiegenlied kennen und ob sie dies singen wollen. Einige singen, was meist wenig angenehm ist, andere nicht, einige erzählen viel von sich und ihrer Kindheit, andere schweigen - mit Tränen in den Augen. Es ergibt sich ein Potpourri aus Porträts und Einzelschicksalen rund um das Thema Kindheit. Inklusive Liebeserklärung an die Stadt Berlin.
Der Film steht und fällt mit seinen Protagonisten, unter denen einige besondere Originale hervorstechen. Wie zum Beispiel die kleine Mila, die sehr selbstbewusst und altklug erklärt, warum es ihr peinlich ist, wenn ihre ... mehr lesen
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Gott auf zwei Rädern: Koji Wakamatsus 'Caterpillar'
Von Ekkehard Knörer, 16.02.2010, 09:40

So abspannhaft nüchtern ist noch selten ein Vorspann über die Anfangsbilder eines Spielfilms getickert. Die Bilder, über die die Schriftzeichen laufen, sind Dokumentaraufnahmen von Kämpfen und Zerstörungen aus dem Zweiten Weltkrieg, allerdings nachträglich mit Kriegskampfkrach und Kriegsfeuerlärm synchronisiert. Vom Dokumentarfilmkriegsfeuerlärm schneidet in einer Art trockenem Match Cut Koji Wakamatsu dann hinüber ins Spielfilmbild. Man sieht: eine Vergewaltigung hinter mit billigem Digitaleffekt in die Bilder kopiertem Feuer. Der Effekt und das Geschehen gehen eine Verbindung ein, aber sie ist sichtlich künstlich. In diesem extrem sachlich dissoziierten Dokumentarbild-Spielfilmübergang setzt Koji Wakamatsu die Parameter, an die er sich fortan konsequent hält.
Der billige Digitaleffekt ist Absicht, wie der alles andere als slicke Digitalvideolook des Films überhaupt. Kein ästhetisches Jota geht Wakamatsu über das hinaus, was er für seinen Film braucht. Mit Historienfilmen, die Geschehenes für ihr ... mehr lesen
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Trash-Sex im Kellerloch: Hans Peter Mollands 'En Ganske Snill Mann'
Von Thomas Groh, 16.02.2010, 09:32
An obskurem Sex ist dieser Wettbewerb gewiss nicht arm. Im begähnenswerten "Greenberg" geht Ben Stiller Greta Garwig sehr unvermittelt an die Wäsche und bricht ebenso unvermittelt wieder ab. Im sehr großartigen "Caterpillar" gibt es mehrfach Amputiertensex. Dass in "En Ganske Snill Mann" dann eine Frau fortgeschrittenen Alters mit deutlich ins Bild gesetzten schwieligen Beinen plötzlich ihre ranzige Unterhose auszieht, sich flach aufs Bett legt und den in ihrem Kellerloch untergebrachten Ex-Knasti mit traurig-fahlem Altherrenhintern anfährt, ob er denn zum Beischlaf noch eine Einladung benötige, um anschließend, bei erfolgter mechanischer Bebeischlafung, auf wildes "Jesus Christus"-Schreien zu verfallen, hat dann aber doch eine sehr eigene Qualität. Die erstgenannten Filme verhalten sich in der Zwischenzone von Hinsehen und Distanzwahren. "En Ganske Snill Mann" verfolgt nur ein Projekt: Die konsequente Desavouierung jeder seiner Figuren. Dass dabei plump um die Komplizenschaft eines amüsierwilligen Publikums gebuhlt wird, ist das eigentlich ... mehr lesen








