Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 08.37 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

E.M. Cioran

Emile Michel Cioran (mit rumänischem Namen Emil Mihai C.), wurde 1911 in Retinari bei Sibiu (Hermannstadt) geboren. Der spätere Philosoph und Essayist war das zweite Kind des orthodoxen Priesters und späteren Erzbischofs von Sibiu Emilian Cioran und seiner Frau Elvira Comaniciu. Schon während seiner Zeit als Schüler am Gymnasium "Gheorghe Lazwr" in Sibiu (1920-1928) wurde Cioran von anhaltender Schlaflosigkeit geplagt, die einerseits in ihm - neben einem allgemeinen Unbehagen am Dasein - die Obsession des Todes auslöste, ihn andererseits quasi ekstatische Zustände erleben ließ.
1928 nahm Cioran sein Studium der Ästhetik und Philosophie an der Universität Bukarest auf. Ciorans Lehrer waren Tudor Vianu (1898- 1964), Professor für Ästhetik und Literaturwissenschaft und eine der bedeutendsten rumänischen Persönlichkeiten auf diesem Gebiet, sowie Nae Ionescu (1890-1940), Professor für Logik und Metaphysik, der mit seiner Philosophie des Erlebens einen Großteil der Generation Ciorans beeinflusste. Mit einer Diplomarbeit über den "Intuitionismus" Bergsons beendete Cioran 1932 sein Studium.
1931-1933 nahm er intensiv am kulturellen und intellektuellen Leben in Bukarest Teil und veröffentlichte seine ersten Werke. In dieser Zeit begann auch seine Freundschaft mit Mircea Eliade. Als Humboldtstipendiat setzte er 1933-1935 seine Philosophiestudien in Berlin, Dresden und München fort.
1934 wurde Ciorans Erstlingswerk "Pe culmile disperwrii" (Auf den Gipfeln der Verzweiflung) der Preis junger rumänischer Schriftsteller verliehen. 1936 arbeitete er als Lehrer für Philosophie am Gymnasium "Andrei Uaguna" in Bratov (Kronstadt), 1937 ging er als Stipendiat des Bukarester Institut francais nach Paris, um eine Dissertation über Nietzsches Ethik zu schreiben. Zwischen 1939-1941 erfolgten weitere Studienaufenthalte in Berlin. Die geplante Dissertation nahm Cioran niemals in Angriff; dafür veröffentlichte er bis 1944 weitere fünf Bücher in rumänischer Sprache.
Als nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rückkehr nach Rumänien für Cioran nicht mehr in Frage kommt, entschloss er sich, in Frankreich zu bleiben, wo er, nachdem 1945 sein Stipendium zu Ende ging, in sehr ärmlichen Verhältnissen lebte. Um seine Integration in die neue Umgebung zu beschleunigen, entschloss er sich, fortan in französischer Sprache zu schreiben. Bereits seinem ersten, 1949 bei Gallimard erscheinenden, französischen Werk "Precis de decomposition" (Lehre vom Zerfall), das sich entschieden gegen Aufklärung und Rationalismus wendete, wurde ein Jahr später der "Prix Rivarol" verliehen. Von nun an lehnte Cioran alle Auszeichnungen ab, die ihm zuerkannt wurden, so 1960 den "Prix combat", 1977 den "Prix Roger Nimier" und 1988 die von der Französischen Akademie angebotene höchstdotierte Auszeichnung, den "Grand Prix Morand". Seinen Werken gebühre kein Beifall, meinte Cioran. Da sie allesamt Werke der Negation seien, negiere auch er selbst jede Auszeichnung.
Von 1960 bis zu seinem Tod 1995 lebte Cioran in einer Mansardenwohnung im Quartier Latin von Paris.

Bücher von E.M. Cioran

Cioran, E.M.: Über Deutschland. Aufsätze aus den Jahren 1931-1937

Cover: Über Deutschland

Suhrkamp Verlag, Berlin 2011, ISBN 3518421972, Gebunden, 231 Seiten, 17,90 EUR

Was Cioran-Leser und Rezensenten in den letzten Jahren nach Ciorans Tod und nach der Veröffentlichung fast aller Werke auf deutsch vor allem interessierte, war der braune Fleck auf der weißen Weste des berühmten Skeptikers. Die Deutschlandartikel aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zeigen ihn vor. Voll vitalistischer ... mehr lesen
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Cioran, E.M.: Notizen 1957-1972.

Cover: Notizen 1957-1972

Karolinger Verlag, Wien 2011, ISBN 3854181434, Gebunden, 1021 Seiten, 44,90 EUR

Herausgegeben von Simone Boue. Aus dem Französischen von Peter Weiß, Verena von der Heyden-Rynsch und Konrad Weiß. Mit Abbildungen und einem umfangreichen Personenregister. Über dreißig Notizhefte fanden sich im Nachlass von E. M. Cioran (1911-1995), des bedeutenden rumänisch-französischen Aphoristikers, Essayisten ... mehr lesen
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Cioran, E.M.: Über Frankreich.

Cover: Über Frankreich

Suhrkamp Verlag, Berlin 2010, ISBN 3518421468, Gebunden, 104 Seiten, 17,80 EUR

Aus dem Rumänischen von Ferdinand Leopold.  Überraschend tauchte kürzlich im Nachlass E. M. Ciorans ein Essay auf, den er 1941 in Frankreich noch in rumänischer Sprache schrieb: Über Frankreich.
"Ich glaube nicht, daß ich die Franzosen lieben würde, wenn sie im Verlauf ihrer Geschichte nicht einen derartigen ... mehr lesen
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Cioran, E.M.: E.M. Cioran: Werke.

Cover: E.M. Cioran: Werke

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 3518420070, Broschiert, 2085 Seiten, 30,00 EUR

Aus dem Rumänischen von Ferdinand Leopold und aus dem Französischen von Françcois Bondy, Paul Celan u. a. Mit zahlreichen Abbildungen. Die Quarto-Ausgabe enthält sämtliche Werke des großen Aphoristikers, die in Buchgestalt auf Deutsch (in den Verlagen Suhrkamp und Klett-Cotta) erschienen sind – von "Auf den Gipfeln ... mehr lesen
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Cioran, E.M.: Cahiers 1957 - 1972.

Cover: Cahiers 1957 - 1972

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3518412744, Gebunden, 272 Seiten, 24,54 EUR

Ausgewählt und aus dem Französischen übersetzt von Verena von der Heyden-Rynsch. Lange Zeit hatte Cioran, rumänisch-französischer Aphoristiker "auf den Gipfeln der Verzweiflung", ein stets geschlossenes Heft auf seinem Tisch liegen. Nach seinem Tod 1995 fanden sich vierunddreißig dieser Hefte. Die Umschläge unterschieden ... mehr lesen
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