Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 18.03.2010, 20.18 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Walle Sayer

Walle Sayer, geboren 1960 in Bierlingen, Kreis Tübingen, lebt in Horb-Dettingen. Bankkaufmannslehre, Kindergartenpraktikum, Gelegenheitsarbeiten, Deutschkurse und Kinderbetreuung in der Sammelunterkunft für Asylbewerber Horb, Arbeit als Nachtbereitschaft in einem Heim für psychosomatisch Erkrankte, 1985-1991 Leben und Arbeiten in einer selbstverwalteten Kulturgaststätte in Horb-Nordstetten, seit 1992 freier Autor. Sayer hat bereits mehrere Gedichtbände veröffentlicht und wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Förderpreis der Hermann-Lenz-Stiftung und dem Thaddäus-Troll-Preis.

Bücher von Walle Sayer

Sayer, Walle: Von der Beschaffenheit des Staunens. Miniaturen, Notate und ein Panoptikum

Cover: Von der Beschaffenheit des Staunens

Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2002, ISBN 3421057435, Gebunden, 152 Seiten, 16,00 EUR

Um krähenschwarze Abzählstriche geht's, um einen Koffer, aus dem ein Hemdzipfel schaut, um die Schattenflecken abgehängter Bilder, mit denen die Wände das Zurückgelassene anschauen. Um den Sicherheitsabstand zwischen Wunsch und Erfüllung gehts, um Verlusttümer, Wortkrumen, metaphorische Archen, um das Entgangene, ... mehr lesen
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Sayer, Walle: Irrläufer. Gedichte

Cover: Irrläufer

Klöpfer und Meyer Verlag, Tübingen 2000, ISBN 3931402568, Gebunden, 108 Seiten, 14,32 EUR

"Irrläufer"? Gedichte? Ja. Und Anrufungen, Andachten, Bannsprüche, Ausblicke, Porträts, Sichtvermerke, Hymnen, Epitaphe, Eintragungen, Einflüsterungen, Erscheinungen, Flugschriften, Schmierblätter, zwischen deren Zeilen es schimmert, anklingt, schwebt. Gedichte also, Miniaturen, in denen ein rostiger Faßring genügt, um damit einen Mittelpunkt zu markieren: ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Bücher von Lesern empfohlen

Buch: Eine iranische Liebesgeschichte zensierenShahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren
Aus dem Englischen von Ursula Ballin. Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane ...

Buch: Dein Gesicht morgenJavier Marias: Dein Gesicht morgen
Aus dem Spanischen von Elke Wehr. "Wollte Gott, dass niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, ...

Archiv: Bücherschauen

Dichtung und Tischtennis

18.03.2010: Als tieftraurig und hochkomisch zugleich preist die SZ Jan Faktors Roman mit dem Monster-Titel "Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag". Die FR lobt den Roman ebenfalls, aber mit Vorbehalten gegen seine Lustigkeit. Hingerissen ist sie auch von Nicholson Bakers Lyriker-Roman "Der Anthologist". Die FAZ schwärmt von Hans-Ulrich Treichels Berliner Heimatlosigkeitsroman "Grunewaldsee". Für die heute erschienene Literaturbeilage der Zeit werden wir noch ein paar Tage brauchen.
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Archiv: Bücherbrief

Engel der Nutzlosigkeit

05.03.2010: Reiche Ausbeute in diesem Monat: Wir fanden surrealistische Geschichten von Jiri Kratochvil und Leonora Carrington, Liebe überkreuz bei Ulrike Draesner, clevere Hacker bei Cory Doctorow, chinesische Gegenwartslyrik und einige Bücher, die den Rezensenten den Glauben an die Germanistik wiedergaben: Thomas Strässles Literaturgeschichte des Salzes und die Biografie der Brüder Grimm von Steffen Martus. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Emotional labiler Federfetisch

19.01.2010: Wäre Inspektor Jensen nicht von einem Feticheur mit einem Fluch belegt worden, dann wäre er nicht nach Island gefahren, nicht von einer Fremden im Bett gebissen worden und würde nicht von einem Psychopathen verfolgt. Dies alles und noch etwas Quantenphysik findet man in Linus Reichlins "Assistent der Sterne". Jochen Schmidt präsentiert mit "Gangster, Opfer, Detektive" eine 1.100 Seiten starke Typengeschichte des Kriminalromans. Mehr lesen

Kein Schlaf, nur Albträume

02.12.2009: In seinem Roman "Tokio im Jahr Null" lässt David Peace neben allen anderen Untätern auch noch einen Serienmörder umgehen. Das ergibt einen einzigen Albtraum. Die Frage ist allerdings: wessen? Mehr lesen

Papa war doch einfach der Beste

09.10.2009: In Neapel brennt der Müll, im Nordosten Italiens wird das schmutzige Geld in respektable Geschäftsgewinne verwandelt. Massimo Carlotto beschreibt in seinem Krimi "Wo die Zitronen blühen" die Anmaßungen einer Patrizierschicht, die ganze Städte ihrem Privilegiensystem unterworfen hat. Mehr lesen