Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 15.03.2010, 11.56 Uhr

Bücher der Saison

Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

August Strindberg

Johan August Strindberg, geboren 1849 in Stockholm, war der Sohn eines verarmten Dampfbootkommissionärs und dessen ehemaliger Magd. Er hatte eine schwierige Kindheit, die durch die 2. Ehe des Vaters noch belasteter wurde. Er studierte ein Semester Medizin, arbeitete als Lehrer und Hauslehrer, war Schauspielschüler, Philosophiestudent, dann Journalist und Schriftsteller in Stockholm. 1883 ging er freiwillig ins Exil, zunächst nach Frankreich, später in die Schweiz, nach Deutschland und Dänemark, 1892 nach Berlin und 1894 nach Paris. Ab 1896 lebte er abwechselnd in Lund und Paris, später wieder in Stockholm. Strindberg war dreimal verheiratet. Er glaubte, daß die Frau dem Mann intellektuell und moralisch unterlegen, an Raffinesse aber überlegen sei. Zwischen den Geschlechtern, so meinte er, herrsche "ein Kampf auf Leben und Tod". Die Ehekrisen führten zu langwährenden paranoiden Wahnvorstellungen, die Strindberg in "Inferno" beschrieb. 1912 starb er in Stockholm an Krebs. Strindberg war der Schöpfer der modernen schwedischen Prosa und der bedeutendste Dramatiker seines Landes. Zu seinen Werken zählen u.a.: "Fräulein Julie", "Meister Olaf", "Ein Traumspiel" und die Autobiographie "Plädoyer eines Irren" - die Geschichte seiner ersten Ehe.

Bücher von August Strindberg

Strindberg, August: Unter französischen Bauern. Eine Reportage

Cover: Unter französischen Bauern

Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3821862149, Gebunden, 261 Seiten, 25,50 EUR

Aus dem Schwedischen von Emil Schering. Mit einem Essay von Thomas Steinfeld. Was trieb Strindberg von Paris aufs Land? Was bewegte ihn, sich für lange Wochen in einem Dorf anzusiedeln und mit den Bauern über ihre Probleme zu diskutieren? Weite Regionen per pedes apostulorum zu durchwandern und hinterher Bibliotheken über die Grundfragen ... mehr lesen
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Strindberg, August: Das Blaue Buch.

Cover: Das Blaue Buch

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3821845627, Gebunden, 420 Seiten, 30,00 EUR

Ausgewählt und übersetzt von Angela Gundlach. Das Buch handelt von Gott und der Welt, von Mathematik und von den Frauen, von Botanik und Okkultismus, Sprache und Religion. Unergründlich verschwistern sich in Strindbergs Buch, das er "die Synthese meines Lebens" nennt, Naturalismus und Metaphysik, Empirie und Spekulation. Gewidmet ... mehr lesen
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Bleibtreu, Renate / Strindberg, August: Ich dichte nie. Ein Werk-Porträt in einem Band

Rogner und Bernhard Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 380770194X, gebunden, 792 Seiten, 22,50 EUR

"Ich dichte nie", herausgegeben von Renate Bleibtreu, zeigt: Strindberg ist der wohl vielseitigste Schriftsteller der Moderne. Er war Journalist und Schriftsteller. Er forschte auf fast allen Gebieten der Naturwissenschaft, trat als Religions- und Gesellschaftskritiker auf, entdeckte als Maler und Fotograf neue Ausdrucks- und Darstellungsformen. Als ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

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Archiv: Bücherschauen

So viel Beinstumpf und Prothese war nie

13.03.2010: Die taz feiert Georg Kleins farbstrotzende Horrorgeschichte "Roman unserer Kindheit" (Leseprobe). Die FAZ hört fasziniert zu, wie Joseph Roths Franz Tunda sich auf seiner "Flucht ohne Ende" von Busen zu Busen hangelt. Die FR betrachtet schaudernd einen Comic über die Giftmörderin Gesche Gottfried, "Gift" von Barbara Yelin und Peer Meter. Die NZZ lässt sich mit Vergnügen von Kurt Flasch in Meister Eckharts Philosophie des Christentums einführen. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Engel der Nutzlosigkeit

05.03.2010: Reiche Ausbeute in diesem Monat: Wir fanden surrealistische Geschichten von Jiri Kratochvil und Leonora Carrington, Liebe überkreuz bei Ulrike Draesner, clevere Hacker bei Cory Doctorow, chinesische Gegenwartslyrik und einige Bücher, die den Rezensenten den Glauben an die Germanistik wiedergaben: Thomas Strässles Literaturgeschichte des Salzes und die Biografie der Brüder Grimm von Steffen Martus. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats.
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Archiv: Kolumnen

Emotional labiler Federfetisch

19.01.2010: Wäre Inspektor Jensen nicht von einem Feticheur mit einem Fluch belegt worden, dann wäre er nicht nach Island gefahren, nicht von einer Fremden im Bett gebissen worden und würde nicht von einem Psychopathen verfolgt. Dies alles und noch etwas Quantenphysik findet man in Linus Reichlins "Assistent der Sterne". Jochen Schmidt präsentiert mit "Gangster, Opfer, Detektive" eine 1.100 Seiten starke Typengeschichte des Kriminalromans. Mehr lesen

Kein Schlaf, nur Albträume

02.12.2009: In seinem Roman "Tokio im Jahr Null" lässt David Peace neben allen anderen Untätern auch noch einen Serienmörder umgehen. Das ergibt einen einzigen Albtraum. Die Frage ist allerdings: wessen? Mehr lesen

Papa war doch einfach der Beste

09.10.2009: In Neapel brennt der Müll, im Nordosten Italiens wird das schmutzige Geld in respektable Geschäftsgewinne verwandelt. Massimo Carlotto beschreibt in seinem Krimi "Wo die Zitronen blühen" die Anmaßungen einer Patrizierschicht, die ganze Städte ihrem Privilegiensystem unterworfen hat. Mehr lesen