Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 11.02.2012, 21.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

August Strindberg

Johan August Strindberg, geboren 1849 in Stockholm, war der Sohn eines verarmten Dampfbootkommissionärs und dessen ehemaliger Magd. Er hatte eine schwierige Kindheit, die durch die 2. Ehe des Vaters noch belasteter wurde. Er studierte ein Semester Medizin, arbeitete als Lehrer und Hauslehrer, war Schauspielschüler, Philosophiestudent, dann Journalist und Schriftsteller in Stockholm. 1883 ging er freiwillig ins Exil, zunächst nach Frankreich, später in die Schweiz, nach Deutschland und Dänemark, 1892 nach Berlin und 1894 nach Paris. Ab 1896 lebte er abwechselnd in Lund und Paris, später wieder in Stockholm. Strindberg war dreimal verheiratet. Er glaubte, daß die Frau dem Mann intellektuell und moralisch unterlegen, an Raffinesse aber überlegen sei. Zwischen den Geschlechtern, so meinte er, herrsche "ein Kampf auf Leben und Tod". Die Ehekrisen führten zu langwährenden paranoiden Wahnvorstellungen, die Strindberg in "Inferno" beschrieb. 1912 starb er in Stockholm an Krebs. Strindberg war der Schöpfer der modernen schwedischen Prosa und der bedeutendste Dramatiker seines Landes. Zu seinen Werken zählen u.a.: "Fräulein Julie", "Meister Olaf", "Ein Traumspiel" und die Autobiographie "Plädoyer eines Irren" - die Geschichte seiner ersten Ehe.

Bücher von August Strindberg

Strindberg, August: Unter französischen Bauern. Eine Reportage

Cover: Unter französischen Bauern

Die Andere Bibliothek/Eichborn, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3821862149, Gebunden, 261 Seiten, 25,50 EUR

Aus dem Schwedischen von Emil Schering. Mit einem Essay von Thomas Steinfeld. Was trieb Strindberg von Paris aufs Land? Was bewegte ihn, sich für lange Wochen in einem Dorf anzusiedeln und mit den Bauern über ihre Probleme zu diskutieren? Weite Regionen per pedes apostulorum zu durchwandern und hinterher Bibliotheken über die Grundfragen ... mehr lesen
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Strindberg, August: Das Blaue Buch.

Cover: Das Blaue Buch

Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3821845627, Gebunden, 420 Seiten, 30,00 EUR

Ausgewählt und übersetzt von Angela Gundlach. Das Buch handelt von Gott und der Welt, von Mathematik und von den Frauen, von Botanik und Okkultismus, Sprache und Religion. Unergründlich verschwistern sich in Strindbergs Buch, das er "die Synthese meines Lebens" nennt, Naturalismus und Metaphysik, Empirie und Spekulation. Gewidmet ... mehr lesen
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Bleibtreu, Renate / Strindberg, August: Ich dichte nie. Ein Werk-Porträt in einem Band

Rogner und Bernhard Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 380770194X, gebunden, 792 Seiten, 22,50 EUR

"Ich dichte nie", herausgegeben von Renate Bleibtreu, zeigt: Strindberg ist der wohl vielseitigste Schriftsteller der Moderne. Er war Journalist und Schriftsteller. Er forschte auf fast allen Gebieten der Naturwissenschaft, trat als Religions- und Gesellschaftskritiker auf, entdeckte als Maler und Fotograf neue Ausdrucks- und Darstellungsformen. Als ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Uangenehm plausibel

11.02.2012: FAZ und taz sind höchst unterschiedlicher Auffassung über Christian Krachts neuen Roman "Imperium": Die eine erfreut sich an Krachts "prunkend exquisiter" Sprache, die andere meint: Pauschalreiseprosa. Die NZZ ist erschüttert von Drago Jancars Roman "Nordlicht". Der FR graust es in Benjamin Steins neuem Roman "Replay". Die SZ ist zwiespältig bei Zeruya Shalev. Die taz pisst außerdem mit Vergnügen in den Wind. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Dies pralle Leben

02.01.2012: Albrecht Selge flaniert durch Berlin. Christina Maria Landerl streift durch Wien. Josh Weil liebt seinen Deutz-Traktor. Mary Bauermeister experimentiert mit Karlheinz Stockhausen. Doug Saunders erkundet die Geburtsstätte der neuen Mittelschicht. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Januar. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen