Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Peter Weiss

Peter Weiss, Maler, Filmregisseur, Romancier und Stückeschreiber, wurde 1916 in Nowawes bei Berlin geboren. Zwischen 1918 und 1929 lebte er in Bremen, wo er das Gymnasium besuchte. 1929 kehrte die Familie Weiss nach Berlin zurück, musste jedoch 1934 emigrieren. Zuerst ging die Familie nach London, 1936 in die Tschechoslowakei. In diesen Jahren widmete sich Peter Weiss vorwiegend der Malerei - 1937/1938 studierte er Malerei an der Kunstakademie in Prag. Die dritte und letzte Emigrationsstation bildete 1939 Schweden, wo Peter Weiss zunächst in Alingsas, ab 1940 in Stockholm wohnt. Hier setzt er seine Tätigkeit als Maler fort.
1947 hielt er sich als Korrespondent einer schwedischen Tagesszeitung in Berlin auf. Seine Artikel versammelte er 1948 zu seiner ersten Buchpublikation. (Der Band erschien posthum 1985 unter dem Titel "Die Besiegten".) Ab diesem Zeitraum entstanden, in schwedischer Sprache, die ersten Prosaarbeiten, Gedichte, und Dramen. Zu den wichtigsten Erzählungen aus dieser Schaffensperiode zählen "Die Situation" aus dem Jahre 1956 sowie das 1980 unter dem Autorenpseudonym Sinclair veröffentlichte Buch "Der Fremde". Keines seiner Manuskripte wurde jedoch von einem schwedischen Verlag zur Publikation angenommen.
Mitte der fünfziger Jahre begann Peter Weiss in deutscher Sprache zu schreiben. 1960 erschien sein erstes Prosabuch: "Der Schatten des Körpers des Kutschers". Daran schlossen sich 1961 und 1962 "Abschied von den Eltern" und "Fluchtpunkt" an. 1964 erzielte er mit dem Theaterstück "Die Verfolgung und Ermordung Jean-Paul Marats, dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade" einen äußerst großen Erfolg in Deutschland wie in vielen anderen Ländern. Das Drama "Die Ermittlung" wurde 1965 gleichzeitig an 15 Bühnen in der Bundesrepublik und der DDR aufgeführt.
Zu Beginn der siebziger Jahre wandte sich Peter Weiss wieder der Prosa zu. Zwischen 1975 und 1981 erschien der dreibändige Roman "Die Ästhetik des Widerstands", deren letzter Band begleitet wird von "Notizbücher 1971 - 1980". Peter Weiss starb 1982 in Stockholm. Ihm wurde posthum der Georg-Büchner-Preis für das Jahr 1982 zuerkannt.

Bücher von Peter Weiss

Weiss, Peter: Die Situation. Roman

Cover: Die Situation

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3518411543, Gebunden, 264 Seiten, 19,43 EUR

Aus dem Schwedischen von Wiebke Ankersen. Stockholm, November 1956, das Jahr, in dem Truppen des Warschauer Pakts den Aufstand in Ungarn niederschlagen und westliche Truppen den Suezkanal besetzen: Einen Tag lang folgt Peter Weiss in diesem unbekannten und bislang unpublizierten Roman Schrifstellern, Schauspielern, Malern und Journalisten bei ihrem ... mehr lesen
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Weiss, Peter: Das Kopenhagener Journal. Kritische Ausgabe

Cover: Das Kopenhagener Journal

Wallstein Verlag, Göttingen 2006, ISBN 3835300717, Gebunden, 205 Seiten, 24,00 EUR

Herausgegeben von Rainer Gerlach und Jürgen Schutte. Das ursprünglich nicht für die Veröffentlichung vorgesehene Tagebuch entstand zwischen Juli und Dezember 1960, als Weiss in Kopenhagen den Dokumentarfilm "Hinter den Fassaden" drehte. Es ist das Dokument einer künstlerischen und privaten Krise. Schonungslos gegenüber ... mehr lesen
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Weiss, Peter: Die Ästhetik des Widerstands. Hörspiel. 12 CDs

Cover: Die Ästhetik des Widerstands

DHV - Der Hörverlag, München 2007, ISBN 3867170142, CD, 59,00 EUR

12 CDs, 630 Minuten. Inszenierung: Karl Bruckmaier. Sprecher: Robert Stadlober, Peter Fricke u. a. Mehr als acht Jahre schrieb Peter Weiss an seinem Hauptwerk über den kommunistischen Widerstand gegen den Faschismus. Geschichtliche Trauer und Erinnerungsarbeit und zugleich das Bewegendste, was über Widerstand zu schreiben war. Mit gleichsam ... mehr lesen
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Weiss, Peter: Die Ermittlung. Oratorium in elf Gesängen. 3 CDs

Cover: Die Ermittlung

Audio Verlag, München 2007, ISBN 3867170231, CD, 24,95 EUR

3 CDs mit 179 Minuten Laufzeit. Nach Ende des Krieges herrscht in Deutschland Schweigen, das Grauen der Konzentrationslager ist ein unbequemes Thema. Stockend, qualvoll ist die Erinnerung der Opfer an die Demütigungen, als die Zeugen im Frankfurter Auschwitz-Prozess aussagen gegen 18 Aufseher und Ärzte des ehemaligen Todeslagers. Unter den ... mehr lesen
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Weiss, Peter: Die Notizbücher. Kritische Gesamtausgabe. 1 CD-Rom

Cover: Die Notizbücher

Digitale Bibliothek, Berlin 2007, ISBN 3898535495, CD-ROM, 45,00 EUR

Für Windows 98/ME/NT/2000/XP und MacOS ab 10.3. Herausgegeben von Jürgen Schutte und anderen. ... mehr lesen
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Unseld, Siegfried / Weiss, Peter: Siegfried Unseld / Peter Weiss: Der Briefwechsel.

Cover: Siegfried Unseld / Peter Weiss: Der Briefwechsel

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3518418459, Gebunden, 1150 Seiten, 39,80 EUR

Herausgegeben von Rainer Gerlach. Das Schreiben und Leben, das Zusammenwirken von Autor und Verleger dokumentiert dieser Briefwechsel - und zugleich die literarische Entwicklung der Bundesrepublik nach dem Zweiten Weltkrieg. Die beiden Partner: Auf der einen Seite der 1916 geborene Emigrant, der sein erstes Buch in deutscher Sprache 1960 veröffentlichte, ... mehr lesen
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Weiss, Peter: Füreinander sind wir Chiffren. Das Pariser Manuskript von Peter Weiss

Cover: Füreinander sind wir Chiffren

Rotbuch Verlag, Berlin 2008, ISBN 3867890315, Gebunden, 192 Seiten, 19,90 EUR

Herausgegeben, kommentiert und aus dem Schwedischen von Axel Schmolke. Den anarchischen Gewalten von Trieb und Geld ausgesetzt, bewegen sich die Figuren um den Montmartre, wo Außen und Innen, reale und zeichenhafte Örtlichkeiten, der literarische Mythos Paris und Reminiszenzen an andere Städte ineinanderfließen. Das "Pariser ... mehr lesen
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Hesse, Hermann / Weiss, Peter: 'Verehrter großer Zauberer'. Briefwechsel 1937-1962

Cover: 'Verehrter großer Zauberer'

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 3518420364, Gebunden, 250 Seiten, 24,80 EUR

Herausgegeben von Beat Mazenauer und Volker Michels. "Obgleich ich weiß, dass viele junge Menschen Sie mit Briefen und Manuskripten überschütten, um Rat oder Hilfe von Ihnen zu erhalten, und Sie deshalb mit Post und allerlei Geschreibsel im Übermaß bedacht sind, wage ich es, Sie auch mit meiner Sendung zu beglücken", ... mehr lesen
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Weiss, Peter: Briefe an Henriette Itta Blumenthal.

Cover: Briefe an Henriette Itta Blumenthal

Matthes und Seitz, Berlin 2011, ISBN 3882216980, Gebunden, 175 Seiten, 19,90 EUR

"Liebe Itta deine Briefe sind mir schon zu etwas ganz Unentbehrlichem geworden und jeden Tag, wenn ich in den Briefkasten vorm Haus sehe, tue ichs mit dem Gedanken: ob wohl von dir etwas dabei ist", schrieb der 24-jährige Peter Weiss im Frühjahr 1941 an Henriette Itta Blumenthal. Ihr Briefwechsel erstreckt sich über zwei Jahre, ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Krisen des modernen Ichs

26.05.2012: FAZ und NZZ sind beeindruckt von Drastik und Zartheit in John Cheevers neu übersetztem Roman "Willkommen in Falconer". Ganz groß findet die FAZ auch Alexander Garcia Düttmanns neues Buch "Naive Kunst". Die SZ guckt Safaa Fathys Film über Derrida. Die taz staunt über Germán Kratochwils spätes Debüt "Scherbengericht", in dem das Wien der Kaiserzeit mit dem Patagonien der Gegenwart verbunden wird.
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Nerv für klare Worte

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Archiv: Kolumnen

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Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen