Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 25.05.2012, 14.00 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Paul Ree

Paul Ree wurde 1849 in Bartelshagen, Pommern geboren; später lebte die Familie auf dem um 1868 erworbenen Rittergut Stibbe bei Tütz in Westpreussen. Väterlicherseits gehört Ree zum Familienclan des dem mosaischen Glauben zugehörigen Hartwig Philip Ree (1778-1859), dessen Mitglieder weitgehend in die dänische Gesellschaft integriert waren und mit der Gründung eines marktbestimmenden Handelshauses sowie fabrikähnlicher Einrichtungen die Geschichte der Frühindustrialisierung Dänemarks mitbestimmten. Rees Mutter Jenny Jonas, stammt aus der Familie des Hofagenten Hinrichsen.
1875 lernte Ree Friedrich Nietzsche kennen, mit dem ihn bald eine enge Freundschaft verband. Im selben Jahr veröfffentlichte er anonym seine, die französischen Moralisten La Rochefoucauld, La Bruyere, Montesquieu zum Vorbild nehmende, Aphorismensammlung "Psychologische Betrachtungen". 1882 kam es zum Bruch mit Nietzsche, als beide um Lou-Andreas Salome warben. 1885 erschien Rees Schrift "Die Entstehung des Gewissens", ein Werk, das er ursprünglich Nietzsche zueignen wollte, was sich Nietzsche aber verbeten hatte. Kurz danach, auch 1885, erschien Rees drittes Hauptwerk "Die Illusion der Willensfreiheit". Nachdem der Versuch scheiterte, sich zu habilitieren, studierte Ree Medizin und erhielt als 41-Jähriger in München die Approbation zum Arzt. Elf Jahre arbeitete er in diesem Beruf - erst auf dem von seinem Bruder geführten Gut Stibbe, dann im Engadin. Am 28. Oktober 1901 stürzte Ree auf einem seiner Spaziergänge in die Charnadüra-Schlucht.

Bücher von Paul Ree

Ree, Paul: Paul Ree: Gesammelte Werke 1875-1885.

Cover: Paul Ree: Gesammelte Werke 1875-1885

Walter de Gruyter Verlag, Berlin - New York 2004, ISBN 311015031X, Gebunden, 832 Seiten, 178,00 EUR

Herausgegeben und mit einer Einleitung von Hubert Treiber. Paul Ree (1849-1901), ein interdisziplinärer Grenzgänger und Verehrer der französischen Moralisten, aber auch Schopenhauers und Darwins, war zeitweilig einer der engsten Freunde von Lou Andreas-Salome und Friedrich Nietzsche. Mit seinen Publikationen verfolgte Ree das Ziel, die ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Ungesetzliche Liaison

25.05.2012: Die FAZ taucht mitgenommen aus Stefan Merrill Blocks Roman über seinen bipolaren Großvater auf und verliebt sich mit Peter Goldsworthys 15-jährigen Helden in eine Lateinlehrerin. Die SZ findet die erstaunlichsten Querverbindungen in Marcel Beyers Reisebeschreibungen, Gedichten und ornithologischen Recherchen. Und sie stellt fest: Wer heute über Plagiat und Urheberrecht reden will, muss Philipp Theisohn lesen. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen