Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 23.05.2012, 14.28 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Hector Berlioz

Der Komponist Louis Hector Berlioz wurde 1803 in La Cote-Saint-Andre (Departement Isere) geboren. Er studierte bei J.-F. Le Sueur und A. Reicha und war in Paris Mittelpunkt eines romantischen Kreises (V. Hugo, A. Dumas, H. de Balzac, E. Delacroix u.a.). Frühzeitig in seiner Bedeutung von N. Paganini und F. Liszt erkannt, konnte Berlioz seine wirtschaftliche Lage doch nur notdürftig durch schriftstellerische Arbeiten (Musikfeuilletons in verschiedenen Zeitungen) und eine Anstellung am Pariser Conservatoire (seit 1839 Konservator, seit 1850 Bibliothekar) sichern. Ausgedehnte Reisen nach Deutschland, Österreich, Russland und England (1842-67) brachten seinen Werken nicht nur Anerkennung, sondern auch lebhaften Widerspruch. 1856 wurde Berlioz Mitglied des Institut de France.
Ausgehend von C.W. Gluck und C.M. von Weber, besonders aber von der Sinfonik L. van Beethovens, war die größte Neuerung in Berlioz' Musik die bewusste Ausnutzung der Klangfarben der Orchesterinstrumente, sowohl in der Überdimensionierung der eingesetzten Mittel als auch in der Verfeinerung der Klangfarbenmischung. Grundlegend für die Instrumentierung blieb bis heute seine Instrumentationslehre von 1844. Anfänge einer Programmmusik, wie sie später von Liszt zum künstlerischen Prinzip erhoben wurde, sind bereits in seiner "Symphonie fantastique" zu erkennen. Das dem Werk beigefügte ausführliche Programm sollte, wie auch die programmatischen Überschriften zu den Sätzen späterer Werke, jedoch keine genaue Beschreibung der Musik wiedergeben, sondern lediglich das Verständnis seiner "dramatischen Sinfonien" erleichtern. Ein als Idee fixe bezeichnetes Erinnerungsmotiv (Leitmotiv) wurde hier erstmals von der Oper auf die Instrumentalmusik übertragen. (Brockhaus). Hector Berlioz starb 1869 in Paris.

Bücher von Hector Berlioz

Berlioz, Hector: Betrachtungen eines musikalischen Enthusiasten. Hector Berlioz. Schriften

Cover: Betrachtungen eines musikalischen Enthusiasten

J. B. Metzler Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3476019322, Gebunden, 284 Seiten, 34,90 EUR

Ausgewählt, herausgegeben und kommentiert von Frank Heidlberger. Von fast allen Zeitgenossen verteufelt, verkannt und gedemütigt, litt Hector Berlioz zeitlebens am Widerspruch zwischen Ideal und Wirklichkeit. Sein Ideal war das absolute Kunstwerk von poetischer Tiefe, mitreißender Dramatik und musikalischer Originalität - Ton gewordene ... mehr lesen
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Berlioz, Hector: Hector Berlioz: Memoiren.

Cover: Hector Berlioz: Memoiren

Bärenreiter Verlag, Kassel 2007, ISBN 3761818254, Gebunden, 684 Seiten, 64,00 EUR

Aus dem Französischen von Dagmar Krether. Herausgegeben und kommentiert von Frank Heidlberger. Dieses Buch ist gleichzeitig ein Seismograph der Kultur, Gesellschaft und Politik seiner Zeit. Neben den öffentlichen legt Berlioz auch die privaten Schichten seines Lebens frei. Er berichtet mit Ehrfurcht von seinem Vater, mit Verachtung von seichten ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

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23.05.2012: Die FAZ lässt sich in Fabio Genovesis "Fische füttern" von einem ungeküssten italienischen Jüngling bezaubern und von Andreas Rinke und Christian Schwägerl auf 11 drohende Kriege vorbereiten. Die NZZ liest Thomas Pogges leidenschaftliches politikphilosophisches Werk "Weltarmut und Menschenrechte" und folgt Beatriz Preciado durch das "Pornotopia" Hugh Hefners. Die SZ teilt Esther Kinskys Sehnsucht nach Leben. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen