Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 24.05.2012, 14.09 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Gustaw Herling

Gustaw Herling wurde 1919 in Kielce, Polen geboren. Während seines Politikstudiums veröffentlichte er Rezensionen und Essays. Nach Kriegsausbruch wurde er Mitbegründer der konspirativen Organisation PLAN (Polnische Volksaktion für Unabhängigkeit). 1939 überschritt er die deutsch-sowjetische Demarkationslinie, um über Litauen und Rumänien in den Westen zu gelangen. 1940 lernte er zwei Einheimische kennen, die sich bereit erklärten ihn nach Litauen zu führen. Die Reise endete aber bereits nach zehn Kilometern: Von einem seiner Begleiter denunziert, wurde er vom NKWD verhaftet. Die nächsten eineinhalb Jahre verbrachte er unter schwersten Bedingungen im Straflager Jercewo bei Archalengsk. 1942 kam Herling nach einem Hungerstreik frei. Zwei Monate später verließ er als Soldat der polnischen Armee die Sowjetunion und kämpfte bis zum Ende des Krieges im Zweiten Korps.
Nach dem Krieg lebte er zunächst in Rom und war Mitbegründer der Zeitschrift "Kultura". Später arbeitete er in London. 1952 nach dem Tod seiner ersten Frau zog er nach München, wo er als Mitarbeiter von Radio Free Europe tätig war. 1955 ließ er sich in Neapel nieder und heiratete Lidia Croce, die Tochter des Philosophen Benedetto Croce. Mitte der 60er Jahre wurde er zum Italienkorrespondent der Zeitschrift Kultura, in der er zuvor erneut Erzählungen veröffentlichen konnte, ernannt (von der er sich aber vor ein paar Jahren aufgrund politischer Meinungsverschiedenheiten trennte).
Bis 1988 konnte sein Werk in Polen nur im Untergrund verbreitet werden. 1991 und 1994 besuchte er Polen. Am 4. Juli 2000 starb Gustaw Herling in Neapel.

Bücher von Gustaw Herling

Herling, Gustaw: Tagebuch bei Nacht geschrieben.

Cover: Tagebuch bei Nacht geschrieben

Carl Hanser Verlag, München 2000, ISBN 3446198458, Gebunden, 468 Seiten, 25,51 EUR

Ausgewählt und aus dem Polnischen übersetzt von Nina Kozlowski. Herling selbst versteht sein Tagebuch bei Nacht geschrieben als das "Porträt einer Epoche", denn er reflektiert darin die großen Probleme seiner Zeit, die politische und kulturelle Entwicklung in Polen und Rußland ebenso wie in Westeuropa. Neben täglichen Reflexionen umfassen die ... mehr lesen
bestellen bei buecher.de

Herling, Gustaw: Welt ohne Erbarmen.

Cover: Welt ohne Erbarmen

Carl Hanser Verlag, München 2000, ISBN 3446199349, Gebunden, 338 Seiten, 25,05 EUR

Aus dem Englischen von Hansjürgen Wille. Nach der polnischen Ausgabe vollständig revidiert von Nina Kozlowski. Mit einem Vorwort von Bertrand Russell. Als Gustaw Herling 1940 versuchte, aus Warschau über Litauen zur polnischen Armee in Frankreich zu gelangen, wurde er vom NKWD verhaftet und zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er wurde im Lager ... mehr lesen
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24.05.2012: Aichinger hören, empfiehlt die Zeit. Bei Felicitas Hoppe hält sie sich die Ohren zu: Das klappert. Die SZ stellt eine Alkibiades-Biografie vor. Die NZZ sucht mit Adorno den Konvergenzpunkt von Philosophie und Soziologie. Gründliche Ermittlung bescheinigt die FR dem Reporterteam Koldehoff/Timm im Kunstfälscherprozess Beltracchi. Die FAZ zieht höchste finanzpolitische Autorität heran, um Thilo Sarrazin Unfug vorzuwerfen. Mehr lesen

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07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen