Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 25.05.2012, 14.00 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Edvard Kocbek

Edvard Kocbek (1904-1981), slowenischer Schriftsteller, wurde am 27.9.1904 in Sv. Jurij (heute Videm) in der slowenischen Oststeiermark als Sohn eines Organisten geboren. Er besuchte das Gymnasium in Maribor (Marburg) und Ptuj (Pettau) und trat 1925 nach der Matura ins Priesterseminar in Maribor in, um 1927 in Ljubljana (Laibach) Romanistik zu studieren. 1928/29 studierte er in Berlin; 1931/32 war er Stipendiat in Lyon und Paris, wo er Emanuel Mounier kennenlernte und sich mit dem Existenzialismus auseinandersetzte. Ein Esssay über Kierkegaard verdeutlicht seine Bestrebungen, Existenzialismus und Christentum zu verbinden. Von 1930 bis 1936 unterrichtete er als Gymnasiallehrer in Bjelovar und Varadzin Kroatien, bis er 1936 eine Stelle in Ljubljana erhielt. 1934 veröffentlichte er den ersten Gedichtband "Zemlja" ("Erde"), das dem Post-Expressionismus zuzuordnen ist. 1937 kritisierte er in einem Essay das Verhalten der Kirche im spanischen Bürgerkrieg, 1938 gründete er die Zeitschrift "Dejanje" ("Aktion"), in der er für ein weltoffenes Christentum und einen Dialog mit dem Sozialismus eintrat. 1941 trat er beim Einmarsch der Deutschen in die slowenische Widerstandsbewegung ein und gab 1942/43 das katholische Organ "Slovenska Revolucija" heraus. Gegenüber dem kommunistischen Anspruch, die "Volksbefreiungsarmee" allein zu dominieren, meldete er Widerspruch an. 1943 nahm er in Jajce an den umstrittenen Avnoj-Beschlüssen teil; im Februar 1945 wurde er jugoslawischer Minister für Slowenien. 1949 erschien sein Partisanen-Tagebuch "Tovarisija" ("Genossen"; 1942/43). Durch die Veröffentlichung seines Buches "Strah in pogun" ("Furcht und Mut") fiel er bei den Kommunisten in Ungnade; er musste sich aus den politischen Funktionen zurückziehen und erhielt bis 1962 Publikationsverbot. 1964 erhielt er den Pre?eren-Preis, blieb aber auch weiterhin als Dissident unter der Beobachtung der Geheimpolizei. Nach der Veröffentlichung eines Interviews mit Boris Pahor, in dem er 1975 die Massaker der Partisanen an den Domobrancen kritisierte, fiel er abermals in Ungnade; nur das Engagement Heinrichs Bölls, der sich öffentlich für ihn einsetzte, bewahrte ihm vor der Verfolgung durch das kommunistische Regime. 1974 veröffentlichte er den Gedichtband "Pesniski list" ("Dichterblatt"), 1977 die essayistische Sammlung "Krogi navznoter" ("Die Kreise nach innen", "Zbrane Pesmi" ("Ausgewählte Gedichte", 2 Bde) und 1981 "Sodobni misleci" ("Zeitgenössische Denker") - darunter Essays über Kierkegard, Charles Peguy, Teilhard de Chardin, Simone Weil, Theodor Haecker und Graham Greene. Kocbek starb am 3.11. 1981.

Bücher von Edvard Kocbek

Kocbek, Edvard: Literatur und Engagement. Gedichte und Essays

Cover: Literatur und Engagement

Kitab Verlag, Klagenfurt und Wien 2004, ISBN 3902005394, Unbekannt, 207 Seiten, 18,00 EUR

Herausgegeben von Lev Detela. Edvard Kocbek (1904-1981), den Heinrich Böll als den einzigen slowenischen Dichter spiritualistischer Herkunft bezeichnete, gehört zu den bedeutendsten slowenischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Seine Auseinandersetzung mit dem Existenzialismus und seine Aufenthalte in Paris und Berlin machten ihn mit den wichtigsten ... mehr lesen
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