Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 10.25 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Charlotte von Kirschbaum

Charlotte von Kirschbaum, geboren 1899 in Ingolstadt, war eine deutsche Theologin und Schülerin Karl Barths. 1916 fiel Charlottes Vater im Krieg, was sie dazu bewog, sich als Krankenschwester ausbilden zu lassen. Sie lernte die "dialektische Theologie" von Karl Barth kennen. 1924 traf sie den Theologen persönlich und 1929 zog sie bei Nelly und Karl Barth und ihren fünf Kindern in Münster ein. Die Menage a trois hielt über vierzig Jahre lang. Während Nelly den Haushalt und die Kinder versorgte, teilte Charlotte Barths Arbeit. Sie war seine Sekretärin und bereitete seine Vorträge und Vorlesungen vor. Ihm zuliebe lernte sie Latein, Griechisch und Hebräisch. Sie besuchte die philosophischen Vorlesungen von Heinrich Scholz. Charlotte von Kirschbaum leistete einen wichtigen Beitrag zu Barths Hauptwerk, der Kirchlichen Dogmatik.<BR>1935 wurde Karl Barth nach Basel berufen. Charlotte folgte ihm in die Schweiz. Dort wurde sie in die Landesleitung von "Freies Deutschland" gewählt und unterstützt die deutsche Widerstandsbewegung. 1949 erschien Charlotte von Kirschbaums Buch "Die wirkliche Frau". Darin setzte sie sich mit Simone de Beauvoirs Femme Libre auseinander und mit der Rolle der Frau in der katholischen Kirche. Sie vertrat darin die These, die Frau sei dem Manne "nachgeordnet" und "seine Hilfe". Andererseits sei sie ihm jedoch "als Gegenüber" ebenbürtig und gleichberechtigt. Zu Beginn der 1960er Jahre erkrankte Charlotte von Kirschbaum an einer zerebralen Störung. Sie wurde 1964 in ein Pflegeheim eingeliefert, wo sie 1975 starb. Sie wurde im Familiengrab der Barths beigesetzt.

Bücher von Charlotte von Kirschbaum

Barth, Karl / Kirschbaum, Charlotte von: Karl Barth Gesamtausgabe. Band 45. Karl Barth - Charlotte von Kirschbaum: Briefwechsel. Band 1: 1925-1935

Cover: Karl Barth Gesamtausgabe. Band 45

Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2008, ISBN 3290174360, Gebunden, 450 Seiten, 100,00 EUR

Herausgegeben von Rolf-Joachim Erler. Im Sommer 1925 begegnete Karl Barth der Münchner Krankenschwester Charlotte von Kirschbaum, die dann für mehr als 40 Jahre die engste Begleiterin seines Lebens und seines Werks werden sollte. Emphatisch sagte Barth 1950 von ihr: "Ich weiss, was es heisst, eine Hilfe zu haben." Der Briefwechsel ... mehr lesen
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Archiv: Buchautoren

Archiv: Bücherschauen

Ungesetzliche Liaison

25.05.2012: Die FAZ taucht mitgenommen aus Stefan Merrill Blocks Roman über seinen bipolaren Großvater auf und verliebt sich mit Peter Goldsworthys 15-jährigen Helden in eine Lateinlehrerin. Die SZ findet die erstaunlichsten Querverbindungen in Marcel Beyers Reisebeschreibungen, Gedichten und ornithologischen Recherchen. Und sie stellt fest: Wer heute über Plagiat und Urheberrecht reden will, muss Philipp Theisohn lesen. Mehr lesen

Archiv: Bücherbrief

Nerv für klare Worte

07.05.2012: Matthias Nawrat erzählt von einem schwer verliebten Gemüsefahrer. Helene Bessette erzählt von einem besessenen Pfarrer. Ketil Bjoernstadt erzählt von der Sandwich-Generation, Nedim Gürsel von Allahs Töchtern. Außerdem reisen wir mit Stephen Greenblatt in die Renaissance und mit David van Reybrouck in den Kongo. Dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Kolumnen

Oh Herr, lass' Bryson regnen!

28.03.2007: "Lassen wir uns nicht einreden, Ibsen wäre altmodisch", wir entkommen ihm eh nicht. Arno Widmann liest Ibsens Dramen, eine Amerikafibel für erwachsene Deutsche von Margret Boveri, Per Olov Enquists Roman über die Pfingstbewegung, "Lewis Reise", Briefe von Peter Hacks, die Benediktusregeln, Foltergemälde von Fernando Botero und "Eine kurze Geschichte von fast allem" - Manna-Ersatz von Bill Bryson. Mehr lesen

Untergänge und Aufstiege

23.01.2007: Eine Debatte über schwarze Löcher und weiße Zwerge, ein Politkrimi von Ulrike Sommer, der Hinduismus des Mahatma Gandhi, Elena Ferrantes radikaler Roman über die kalte Gewalt einer verlassenen Frau, Michael Kittners Geschichte des Arbeitskampfs.
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Sehnsucht nach dem Staub

08.01.2007: Er bewundert einen prächtigen Bildband über Indien, empfiehlt Alain de Libera und Al-Farabi als Impfung gegen christlichen Hochmut gegenüber dem Gott der Muslime, bewundert einen prachtvoll gewachsenen Krieger, jagt Gespenster mit einem echten Aufklärer und erliegt der Schönheit von George Steiners Melancholie. Mehr lesen